Rassismus und Antisemitismus Chelsea-Fans fallen erneut negativ auf

Zum zweiten Mal binnen weniger Tage haben einige Fans des FC Chelsea ihre hässliche Seite gezeigt. Beim Euro-League-Auswärtsspiel in Ungarn waren deutlich judenfeindliche Sprechchöre zu hören.

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Der englische Premier-League-Klub FC Chelsea hat antisemitische Sprechchöre der eigenen Fans während des Auswärtsspiels in der Europa League beim FC Vidi in Ungarn (2:2) scharf verurteilt.

"Der Verein und die überwältigende Mehrheit unserer Fans verabscheuen Antisemitismus und jede Art von Rassen- oder religiösem Hass", sagte ein Sprecher des sechsmaligen englischen Fußballmeisters. Alle die, die "nicht die Intelligenz aufbringen können, um unsere Botschaft zu verstehen und die den Klub beschämt haben", müssten mit der "stärksten" Reaktion rechnen, die dem Verein zur Verfügung stehe: "Das hat keinen Platz bei Chelsea oder in irgendeiner unserer Gemeinschaften."

Erst am vergangenen Wochenende war diese Sicht der Dinge bereits untergraben worden. Beim Spiel gegen Manchester City an der Stamford Bridge (2:0) war der englische Nationalspieler Raheem Sterling von gut zu identifizierenden Chelsea-Anhängern rassistisch angegangen worden. Vier Personen wurden inzwischen mit vorläufigen Stadionverboten belegt, die Polizei ermittelt.

Grundsatzdiskussion über Rassismus im Fußball ausgelöst

Der Vorfall hatte in England eine Grundsatzdiskussion über Rassismus im Fußball ausgelöst. Sterling warf den Medien vor, das offensichtliche Problem durch einseitige Berichterstattung zu befeuern.

"Solange die Leute dumm genug sind, so etwas zu tun, müssen sie bestraft werden", sagte Teammanager Jürgen Klopp vom FC Liverpool, der von dem Vorfall "nicht überrascht" war. City-Teammanager Josep Guardiola forderte ebenfalls harte Sanktionen: "Wir müssen für die Menschenrechte und eine bessere Gesellschaft kämpfen. Das ist die Botschaft an die Politik. Wir müssen die Demokratie so gut wir können verteidigen."

Erst am Mittwoch hatte auch Chelseas Coach Maurizio Sarri "jegliche Form von Rassismus" verurteilt. "Das war widerlich", sagte der Italiener während eines Pressegesprächs über den Fall Sterling. Einen Tag später kam es zu dem neuerlichen Vorfall beim Europapokalspiel in Szekesfehervar.

Neu waren indes auch diese Hassgesänge, die auf die jüdische Tradition des Londoner Rivalen Tottenham Hotspur zielen, nicht. Bereits in der Vergangenheit waren einige Chelsea-Fans damit aufgefallen. Als Reaktion hatte der Klub im Januar eine "Sag Nein zu Antisemitismus"-Kampagne gestartet, die von dem russisch-israelischen Klub-Boss Roman Abramowitsch unterstützt wird. Im Juni besuchte eine 150-köpfige Reisegruppe die Gedenkstätte im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz.

sak/sid



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