Fußball-Fotostrecke Geliebte Bruchbude und tropisches Flair

Im zweiten Teil der Stadion-Weltreise führt SPIEGEL ONLINE Sie zu einigen Kultstätten des modernen Fußballs. Dabei bilden die beiden großen M-Arenen die Gegenpole - Millerntor und Maracana. Wir zeigen aber auch das "Theater der Träume" und den Revierpalast.

Von Adrian Schimpf








 Stadion am Millerntor (St. Pauli, 20.725 Plätze, 1963 eröffnet) Geschichte: Das Stadion hat den geballten architektonischen Charme der frühen sechziger Jahre. 1961 begannen die Arbeiten, aber erst 1963 konnten die Besuchertore (des damals noch Wilhelm-Koch-Stadions) geöffnet werden. Man hatte zunächst die Drainage vergessen, der ganze Platz stand nach jedem Regenguss unter Wasser. Aber nicht die marode Bausubstanz macht die Spielstätte zu einer der tollsten Kampfbahnen der Welt, sondern die Fans des heimischen FC St. Pauli. Unvergessen, als sie Uli Hoeneß mit 5-Mark-Stücken bewarfen oder sich nach einem Sieg gegen die Bayern T-Shirts mit der Aufschrift "Weltpokalsiegerbesieger" drucken ließen Bildmotiv: Auch in der Regionalliga noch immer gut besucht - das Stadion am Millerntor Offizielle Homepage: Millerntor-Stadion  AOL Arena (Hamburg, 55.000 Plätze, 1999 eröffnet) Geschichte: Monat auf Monat spielten die HSV-Kicker auf einer Baustelle. Quälend langsam vollzog sich der Umbau des alten Volksparkstadions zur heutigen AOL Arena. Ihr bisheriges Highlight erlebte die Sportstätte in noch nicht ganz fertigem Zustand an einem lauen Septemberabend des Jahres 2000. Der Hamburger SV lag in der Champions League gegen Juventus Turin mit 1:3 zurück, ehe der große Sturmlauf begann - der HSV führte plötzlich mit 4:3. Leider erzielte Filippo Inzaghi zwei Minuten vor dem Ende noch den Ausgleich. Heute gilt beim früheren Europapokalsieger: Der Star ist das Stadion Bildmotiv: Der ganze Stolz des Hamburger SV - neben den Titeln der Vergangenheit Offizielle Homepage: AOL Arena in Hamburg  Westfalenstadion (Dortmund, 83.053 Plätze, 1974 eröffnet) Geschichte: Das Einweihungsspiel für den BVB 09 im Westfalenstadion ging mit 0:3 verloren - ausgerechnet gegen den Ruhrpottrivalen Schalke. Für die WM 1974 als reine Fußballarena mit knapp 53.000 Plätzen gebaut, war das Westfalenstadion Anfang der Neunziger zu klein geworden. Flugs wurde die Kapazität um rund 15.000 Plätze erweitert und vor zwei Jahren noch einmal nachgelegt: 83.000 Besucher passen nun in Deutschlands größtes Stadion Bildmotiv: Volle Hütte, aber derzeit schwache Leistungen der Borussia - das Dortmunder Westfalenstadion Offizielle Homepage: Westfalenstadion in Dortmund





 Maracana (Rio de Janeiro, rund 100.000 Plätze, 1950 eröffnet) Geschichte: Das Stadion der Superlative. Am 16.Juli 1950 sollen hier rund 200.000 Zuschauer das letzte Spiel der Fußball-WM zwischen Brasilien und Uruguay (1:2) verfolgt haben. Angeblich liegt die heutige Kapazität bei rund 100.000 Plätzen, aber auch bei dieser Zahl widersprechen sich die Quellen. "Es gibt drei Stadien in der Welt, wo du gespielt haben musst: das ist das Bernabéu in Madrid, das San Siro in Mailand und natürlich das Maracana in Rio de Janeiro", urteilte einst Franz Beckenbauer Bildmotiv: Riesiges Rund - das legendäre Maracana Offizielle Homepage: Maracana-Stadion  Old Trafford (Manchester, 68.174 Plätze, 1910 eröffnet) Geschichte: In den vergangenen elf Jahren hat Manchester United in diesem Stadion Titel um Titel errungen, darunter allein acht Premiership-Meisterschaften. Kein Wunder, dass Old Trafford den Spitznamen "Theater der Träume" trägt. Eine stillstehende Uhr am Stadion erinnert allerdings an einen Alptraum: Die Ziffern zeigen die Zeit an, zu der am 6. Februar 1958 in München ein Flugzeug mit der legendären United-Mannschaft um Trainer Sir Matt Busby abstürzte. Busby überlebte zwar schwer verletzt, aber acht Spieler starben Bildmotiv: Theater der Träume, die Heimstätte von Manchester United Offizielle Homepage: Old Trafford

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