Fußball Frauen-WM 2011 in Deutschland, Männer-WM 2014 in Brasilien

Jubel in Deutschland und Brasilien: Der Weltverband Fifa hat beschlossen, dass die Frauen-WM 2011 in Deutschland stattfindet - und die Weltmeisterschaft der Männer 2014 in Brasilien. Die Bundesregierung begrüßte die Entscheidung.

Hamburg - Bei der Abstimmung des Fifa-Exekutivkomitees, dem auch Franz Beckenbauer angehört, hat sich eine Mehrheit der 21 anwesenden Abgeordneten für Deutschland entschieden. "Wir sind sehr stolz und dankbar, nach der Männer-WM 2006 auch die Frauen-WM 2011 ausrichten zu dürfen", sagte DFB-Präsident Theo Zwanziger.

Neben Deutschland hatte sich nur Kanada für die Ausrichtung der Frauenfußball-WM 2011 beworben. Peru, Australien, die Schweiz und Frankreich hatten ihre Bewerbungen in den vergangenen Monaten zurückgezogen.

Vor der Entscheidung hatte die DFB-Delegation zu Beginn ihrer 15-minütigen Präsentation eine Schrecksekunde erlebt, als das Mikrofon von Moderatorin Monica Lierhaus zunächst nicht funktionierte und Zwanziger, Generalsekretär Wolfgang Niersbach sowie die beiden Weltmeisterinnen Birgit Prinz und Fatmire Bajramaj ein zweites Mal mit ihrer Vorstellung beginnen mussten.

Trotz dieser Panne gelang es dem DFB, das Exekutivkomitee der Fifa zu überzeugen - und nach der Männer-WM im vergangenen Jahr auch die Frauen-Weltmeisterschaft nach Deutschland zu holen. Das Turnier wird in Anlehnung an das Sommermärchen 2006 unter dem Motto "Wiedersehen bei Freunden - Welcome back" stattfinden.

"Ich danke der deutschen Regierung, dass sie erneut unsere Bewerbung so nachhaltig unterstützt hat", sagte Zwanziger, nachdem Fifa-Präsident Sepp Blatter das Abstimmungsergebnis verkündet hatte.

"Das ist ein großer Vertrauensbeweis für ein fußballbegeistertes Land und der verdiente Rückenwind für den Frauenfußball", sagte Familienministerin Ursula von der Leyen, die zur Unterstützung nach Zürich gereist war.

Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel, die per Videobotschaft um das Vertrauen des Exekutivkomitees geworben hatte, gratulierte dem DFB: "Dies wird eine weitere hervorragende Gelegenheit sein, mit Freunden aus aller Welt ein herrliches Fußball-Fest in Deutschland zu feiern. Ganz besonders freue ich mich auch für unsere frisch gekürten Fußball-Weltmeisterinnen. Ihre sportlich außergewöhnlichen Leistungen werden dadurch eine glanzvolle Bühne vor heimischem Publikum erhalten."

Bundestrainerin Silvia Neid zeigte sich begeistert: "Ich freue mich sehr, dass wir den Zuschlag erhalten haben. Eine Weltmeisterschaft im eigenen Land bestreiten zu dürfen, ist eine einmalige Gelegenheit. Dieses Turnier bietet die Chance, einmal mehr Werbung für den Frauenfußball zu machen, unseren Sport national und international weiter voranzubringen."

Die WM der Männer findet 2014 wie erwartet in Brasilien statt - die Südamerikaner waren der einzige Kandidat, der zur Wahl stand. Die Vergabe der Titelkämpfe war somit reine Formsache, da der brasilianische Verband CBF nach dem Rückzug von Kolumbien im April alle Fristen der Fifa eingehalten hatte.

"Obwohl Brasilien keinen Gegenkandidaten hatte, lag die Messlatte vielleicht sogar noch höher als mit einem Kontrahenten. Schließlich wurde das Land von unserer Inspektorengruppe genau unter die Lupe genommen. Die WM wird einen riesigen sozialen und gesellschaftlichen Einfluss auf das Land haben", sagte Fifa-Präsident Blatter.

Brasilien hatte 1950 zum bislang einzigen Mal eine WM-Endrunde ausgerichtet. Im ganzen Land brach nach der Entscheidung großer Jubel aus. Im Maracana-Stadion und auf dem weltberühmten Zuckerhut von Rio de Janerio wurden riesige Trikots entrollt, wildfremde Menschen lagen sich schon in den Morgenstunden in den Armen.

Dennoch bleiben Zweifel, ob Brasilien die Mammutaufgabe WM-Organisation bewältigen kann. Dessen ist sich Staatspräsident Luiz Inácio da Silva sicher: "Die WM ist eine riesige Aufgabe für uns, aber wir sind in der Lage, diese zu meistern. Wir werden der Welt beweisen können, dass wir ein stabiles Land sind. Wir werden wunderbare Dinge sehen, und wenn alles klappt, wird unsere Mannschaft Weltmeister."

hut/sid/dpa

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