Fußball im Radio Ärger mit den Privaten

Mehrere private Hörfunksender haben der Deutschen Fußball Liga (DFL) mit einer Klage gedroht. Sie lehnen die Gebühr ab, die sie für ihre Bundesliga-Berichterstattung an die DFL zahlen sollen.


Hannover - Kaum glaubt die Deutsche Fußball Liga (DFL) das Fernseh-Problem mit der "ran"-Verlegung auf 19 Uhr gelöst zu haben, steht neuer Ärger bevor. Mehrere private Hörfunksender drohen mit einer Klage, weil sie für ihre Bundesliga-Berichterstattung Geld an die DFL zahlen sollen. Geplant ist nach Angaben des Verbandes Privater Rundfunk und Telekommunikation (VPRT) ein Musterprozess. Im Gegensatz zur DFL bestehen die Privat-Radios darauf, dass es keine Hörfunkrechte gibt.

"Die spinnen doch"


Derzeit verlangt die Liga für die 17 Heimspiele einer Profi-Mannschaft Beträge zwischen 15.000 und 50.000 Mark von den Radio-Anstalten. Die genaue Höhe hängt davon ab, ob es sich um einen Stadt-, Lokal-, Regional- oder landesweiten Sender handelt, und ob er live oder mit Nachberichten über die Spiele berichtet. Sogar in der Regionalliga, die dem DFB untersteht, würden teilweise fünfstellige Summen gefordert, berichtete der stellvertretende VPRT-Geschäftsführer Thorsten Grothe. Er meinte zu diesen Summen: "Die spinnen doch." VPRT-Präsidiumsmitglied Wilfried Sorge sagte: "Wir wollen diese unwürdigen Zustände beenden und uns auch nicht mehr aus Pressekonferenzen rauswerfen lassen."

Während die ARD trotz gleicher Rechtsauffassung seit Jahren vor einer grundsätzlichen Klärung und einer möglichen Eskalation zurückschreckt, bereitet der VPRT nach Grothes Angaben derzeit den Gang vor Gericht vor. Der Verband prüfe "die rechtlichen Optionen". Den Musterprozess, mit dem das Recht auf freie Berichterstattung erzwungen werden soll, wird voraussichtlich Radio Hamburg führen. Der Verband selber könne nicht klagen, erklärte Grothe.

Entspannte DFL


Die DFL gibt sich offiziell gelassen. "Wir sehen einer möglichen Klage entspannt entgegen, weil wir von unserer Rechtsposition überzeugt sind, dass Hörfunk-Lizenzen kostenpflichtig sind", sagte DFL-Geschäftsführer Michael Pfad. Die Liga müsse ihr Produkt schützen, so Pfad und verwies auch auf die eigenen Hörfunk-Berichte auf der Internetseite "Bundesliga.de".



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