Eklat nach Fehlentscheidung in Brasilien Fußballfunktionär empfiehlt Linienrichterin Playboy-Fotos

Fernanda Colombo ist Linienrichterin, im Spiel um Brasiliens Meisterschaft unterlief ihr ein Fehler. Es folgten zweideutige Sprechchöre und sexistische Kommentare. Kostprobe: "Sie sollte besser für den 'Playboy' posieren, als im Fußball zu arbeiten."
Schiedsrichter-Assistentin Colombo: Sexistische Kommentare nach Fehlentscheidung

Schiedsrichter-Assistentin Colombo: Sexistische Kommentare nach Fehlentscheidung

Foto: Paulo Fonseca/ dpa

Es stand 2:1 für Atlético Mineiro gegen den Stadtrivalen Cruzeiro, als in der Schlussphase des Duells um die brasilianische Meisterschaft Cruzeiros Alisson frei auf das gegnerische Tor zulief. Die Chance zum Ausgleich, doch dann ertönte ein Pfiff: Abseits. Eine klare Fehlentscheidung.

Zuvor hatte Cruzeiro bereits Stürmer Luan durch eine Rote Karte verloren, das zweite Tor für Atlético war durch einen umstrittenen Foulelfmeter gefallen, Cruzeiro hingegen war ein Strafstoß verweigert worden. Auch wegen dieser Entscheidungen blieb es beim 2:1 für Atlético, bei dem Starspieler Ronaldinho verletzt fehlte. Nach dem Abpfiff sah auch noch Cruzeiros Torschütze Marcelo Moreno Rot wegen Schiedsrichterbeleidigung.

Doch die Diskussionen nach dem Spiel im WM-Austragungsort Belo Horizonte drehten sich vor allem um die Abseitsentscheidung. Diesen Fehler hatte eine Frau gemacht, die bei dem Derby in der brasilianischen Meisterschaft debütierte: Schiedsrichter-Assistentin Fernanda Colombo.

Alexandre Mattos, Fußballerischer Direktor von Cruzeiro, sagte der Nachrichtenseite "Globo Esporte": "Sie ist ja eine Hübsche, aber auf dieses Niveau ist sie nicht vorbereitet. Wenn die Jungs schreien, begeht sie Fehler." Mattos weiter über die Linienrichterin: "Hübsch sein reicht nicht, man muss auch gute Leistungen bringen. Ihr Fehler war sehr außergewöhnlich. Wenn man so eine Hübsche ist wie sie, sollte man besser für den 'Playboy' posieren und nicht im Fußball arbeiten."

Fans feiern die "leckere" Assistentin

Es ist nicht das erste Mal, dass Kritik an Colombos Entscheidungen mit Bemerkungen über ihr Aussehen vermengt wird. Bereits am vergangenen Mittwoch hatte die 25-Jährige mit zwei umstrittenen Abseitsentscheidungen beim Pokal-Spiel zwischen dem FC São Paulo und dem Verein CRB für Aufsehen gesorgt. São Paulos Trainer Muricy Ramalho sagte anschließend: "Sie ist schön, aber sie hat viele Fehler gemacht. Da muss sie besser werden."

Beim Spiel gegen Cruzeiro widmeten die Fans von Atlético der Linienrichterin eigens Sprechchöre, die nach ihrem Fehler umso lauter wurden. Sie feierten die Assistentin als "gostosa", wörtlich übersetzt "lecker", in Brasilien verwendet als sexuell konnotiertes Lob für schöne Frauen.

Was ihre sportlichen Leistungen angeht, bekommt Colombo zumindest von der Fifa Rückendeckung. Der Fußball-Weltverband hat die 25-Jährige in den Kader der Anwärter als offizielle Fifa-Schiedsrichter-Assistenten berufen. Zu der Nominierung war es allerdings vor Colombos fehlerhaften Abseits-Entscheidungen in São Paulo und Belo Horizonte gekommen.

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