Fußball München bekommt Champions-League-Finale

Sollte es dem FC Bayern sportlich nicht gelingen - spätestens 2012 wird in München europäischer Top-Fußball geboten. Die Uefa vergab das Finale der Champions League in drei Jahren an die bayerische Metropole. Die deutsche Fußball-Liga hat die Verteilung der Fernsehgelder beschlossen.


Hamburg - Die Fußball-Arena in München wird 2012 zum Schauplatz des Finales in der Champions League. Das Exekutivkomitee der Europäischen Fußball-Union (Uefa) unter dem Vorsitz von Präsident Michel Platini gab am Donnerstag im schweizerischen Nyon den Zuschlag an die bayerische Landeshauptstadt. "Wir freuen uns, erneut Gastgeber eines großen internationalen Fußball-Festes sein zu dürfen", sagte Wolfgang Niersbach, Generalsekretär des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), nach der Entscheidung.

Arena in München: Heimat des Champions-League-Finales 2012
DPA

Arena in München: Heimat des Champions-League-Finales 2012

"Wir sind sehr, sehr glücklich", erklärte Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern, und bedankte sich beim Uefa-Exekutivkomitee sowie bei Platini. "Dies ist ein großer Beweis dafür, dass unsere Arena den allerhöchsten Ansprüchen von modernstem Stadionkomfort, Infrastruktur und Attraktivität entspricht. Wir freuen uns, das wichtigste und größte Ereignis im europäischen Club-Fußball ausrichten zu dürfen."

Zuletzt war in Deutschland Gelsenkirchen im Mai 2004 Ausrichter eines Endspiels in der Champions League gewesen. Ein Jahr vor München geht das Finale der Champions League 2011 im neuen Londoner Wembley-Stadion über die Bühne. Bereits im kommenden Jahr dürfen sich die deutschen Fußballfans auf ein europäisches Endspiel freuen. Hamburg hatte schon vor längerem den Zuschlag für das Endspiel in der neuen Europa League erhalten, die den Uefa-Cup ablöst.

Mehr Geld für Spitzenvereine

Die deutschen Top-Clubs bekommen ab der Saison 2009/10 durch die Auslandsvermarktung etwas mehr Geld aus dem Topf der Deutschen Fußball Liga (DFL), große Veränderungen im Verteilerschlüssel bis zum Ende der Spielzeit 2012/13 gibt es in der Gesamtrechnung allerdings nicht.

Nachdem sich der Vorstand des Ligaverbands nach mehreren umfangreichen Sitzungen am Donnerstag erneut ausführlich mit der Verteilung der Medien-Einnahmen befasst hatte, wurde einstimmig ein Beschluss gefasst.

Die Verteilung der Medien-Einnahmen erfolgt demnach künftig nach folgenden Kriterien:

  • Bundesliga und Zweite Bundesliga tragen den einmalig in der Saison 2009/10 entstehenden Erlös-Rückgang bei den Gesamteinnahmen zu gleichen prozentualen Anteilen (4,4 Prozent). Statt 409 Millionen Euro werden in der kommenden Saison nur 386 Millionen aus der nationalen Vermarktung erzielt.

  • Bei der Verteilung der Inlandserlöse bleibt es über den Gesamtzeitraum von vier Jahren bei einem Verhältnis von 79:21 Prozent zwischen Bundesliga und Zweiter Bundesliga. Zur Abfederung ihrer Mindereinnahmen in der Saison 2009/10 erhält die Zweite Bundesliga zunächst 21,56 Prozent und damit einen 'Vorschuss" aus dem Inlandstopf. Im Gegenzug verringert sich dieser Betrag in der Spielzeit 2012/13 auf 20,5 Prozent, wenn dann wieder 440 Millionen aus der Vermarktung zu Buche stehen.

'Wir hätten uns an der ein oder anderen Stelle etwas mehr gewünscht, aber wir können mit diesem Kompromiss im Sinne der Solidarität beider Ligen sehr gut leben", sagte Augsburgs Manager Andreas Rettig als inoffizieller Sprecher für die Zweitliga-Clubs.

Die Verteilung der Inlandserlöse innerhalb der Ligen erfolgt wie bisher. Berechnungsgrundlage bleibt die Uefa-Fünfjahreswertung, wobei die Endplazierungen der vergangenen drei Spielzeiten im Verhältnis 3:2:1 gewertet werden. Die durchschnittliche Plazierung der aktuellen Saison wird mit dem vierfachen Wert eingerechnet.

Die Auslandserlöse, die in der kommenden Saison von etwa 18 auf 35 Millionen Euro wachsen, verbleiben bei der Bundesliga. Dabei wird zunächst ein Grundbetrag sowie für die fünf erstplazierten Clubs eine vom Tabellenplatz am Ende der jeweiligen Saison abhängige Prämie ausgeschüttet. Hinzu kommt eine leistungsabhängige Komponente, die sich auf die Anzahl der Uefa-Koeffizienten-Punkte der Clubs bezieht.

Damit kam die DFL unter anderem Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge entgegen, der sich zuletzt erneut für eine höhere Beteiligung der Top-Clubs stark gemacht hatte. "Es waren keine einfachen Gespräche innerhalb des Vorstands der DFL. Aber am Ende des Tages wurde trotz unterschiedlicher Interessenslagen ein fairer Kompromiss zwischen Solidarität einerseits und dem Verursacherstatus andererseits zum Wohle der deutschen Bundesliga gefunden", erklärte Rummenigge.

fpf/sid/dpa



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Mike_D 08.01.2009
1.
Zitat von sysopDie Sonntagsspiele der Fußball-Bundesliga werden im Ersten ab kommender Saison erst gegen 23 Uhr zu sehen sein. Die dritten Programme könnten Zusammenfassungen schon früher zeigen. Ihre Meinung: Gehören die Spiele vor 23 Uhr ins Erste?
Ist das jetzt anders? Im DSF fangen die doch auch erst gegen 22:30 an wenn ich mich nicht täusche.
stesoell 08.01.2009
2.
Anne W.? Sie meinen diese Dame, die sicherlich viel kann, mit Ausnahme eine Diskussion mit Berufspolitikern zu führen? Vorschlag: Anne macht wieder Sport um 21.45Uhr. Das kann sie.
S_L420 08.01.2009
3.
Zitat von sysopDie Sonntagsspiele der Fußball-Bundesliga werden im Ersten ab kommender Saison erst gegen 23 Uhr zu sehen sein. Die dritten Programme könnten Zusammenfassungen schon früher zeigen. Ihre Meinung: Gehören die Spiele vor 23 Uhr ins Erste?
Ist mir relativ egal, so lange die Spiele moeglichst zeitnah gezeigt werden. Ob das nun im Ersten sein muss... Aber Anne Will-aber-sie-kann-nicht gehoert jedenfalls nicht vor 23 Uhr in welches Programm auch immer!
hajott59, 08.01.2009
4. Verstehe ich nicht
Zitat von sysopDie Sonntagsspiele der Fußball-Bundesliga werden im Ersten ab kommender Saison erst gegen 23 Uhr zu sehen sein. Die dritten Programme könnten Zusammenfassungen schon früher zeigen. Ihre Meinung: Gehören die Spiele vor 23 Uhr ins Erste?
Jetzt hat die ARD endlich die Rechte für die Sonntags-Spiele und übertragen das im Hauptsender erst im Rahmen der Tagesthemen so ab 23.15 Uhr. Was soll denn das? Erst ein übertriebener Riesenwirbel um Fußball als quasi "lebenswichtiges allgemeines Volksgut" und jetzt wird das bei den Dritten zerbröselt. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, daß die unsägliche Laberrunde MEHR Zuschauer = Gebührenzahler hat, als wenn ab 22 Uhr eine 1/2 Stunde Sportschau käme. Wahrscheinlich stellt die ARD aber den politischen Bildungsauftrag hier ganz nach vorne und so wie zwischen Sportschau und Lindenstrasse der Bericht aus Bonn eingeschoben wurde wird das hier zwischen Tatort und Fußball genauso gemacht. Immerhin sind die Intendanten ja nach politischen Parteibüchern besetzt.
RugbyLeaguer 08.01.2009
5.
Kann dieser Entscheidung nur Zustimmen! Freut mich dass man bei der ARD auf Qualität setzt. Wer Fussball sehen möchte, der schaft sich Premiere an, oder bleibt auf.
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