Fußball-Nationalelf Klinsmann verzichtet auf Deisler

Jürgen Klinsmann hat für sein erstes Länderspiel als Bundestrainer von der Nominierung Sebastian Deislers abgesehen. Als einzigen Neuling berief Klinsmann den Bremer Abwehrspieler Frank Fahrenhorst in den Kader für die Partie gegen Österreich. Im Aufgebot fehlt Dietmar Hamann.


Bayern-Spieler Deisler: Noch kein Comeback im DFB-Team
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Bayern-Spieler Deisler: Noch kein Comeback im DFB-Team

Frankfurt am Main - Insgesamt 19 Spieler nominierte Klinsmann heute in das Aufgebot für das erste Länderspiel der Ära Klinsmann am kommenden Mittwoch in Wien gegen Österreich.

Wie erwartet gab der 108-malige Nationalspieler dem Drängen von Rekordmeister Bayern München nach und verzichtete auf den zuletzt überragenden Sebastian Deisler. "Wir wollen ihn nicht in eine extreme Situation zwingen, die nicht nötig ist. Sein toller Auftritt in der Bundesliga freut uns alle, aber wichtig ist die Entwicklung in Richtung 2006. Es geht nicht um das Tagesgeschäft", begründete Klinsmann seine Entscheidung.

Auch Andreas Görlitz vom FC Bayern, der als Kandidat galt, fehlt im DFB-Kader. Von einem Machtkampf mit den Bayern will der Bundestrainer nichts wissen. "Das gibt es bei mir nicht. Es geht um die Kommunikation. Ich sehe keine Problematik, mit den Trainern zu reden und deren Meinung einzuholen. Nur sie können den Leistungsstand beurteilen und grünes Licht geben." Deshalb sei auch Görlitz nicht dabei. "Felix Magath hat mir gesagt, er braucht noch ein bisschen Zeit."

Dafür gehört erstmals der 26 Jahre alte Fahrenhorst von Werder Bremen dem Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft an. Zweiter Akteur beim Vizeweltmeister, der nicht bei der Euro in Portugal dabei war, ist Tim Borowski. Der Werder-Mittelfeldspieler hat jedoch bereits zwei Länderspiele absolviert. Der letzte Einsatz des 24-Jährigen, der am 21. August 2002 in Bulgarien (2:2) sein Debüt feierte, liegt jedoch knapp zwei Jahre zurück (10. Oktober 2002 beim 1:1 in Bosnien-Herzegowina). Insgesamt stehen fünf Spieler von Double-Gewinner Bremen im DFB-Kader.

Hamann und Bobic müssen sich steigern

Neben Fahrenhorst und Borowski hat Klinsmann 17 Spieler des 23-köpfigen EM-Kaders berufen, der für das Vorrunden-Aus bei der EM in Portugal verantwortlich zeichnete. Auch den beiden Jungstars Lukas Podolski vom Zweitligisten 1. FC Köln und Bastian Schweinsteiger von Bayern München hat der 40-Jährige sein Vertrauen ausgesprochen. Schweinsteiger ist derzeit in München nur im Regionalliga-Team im Einsatz.

Verzichtet hat der neue Bundestrainer auf Sebastian Kehl, Christian Ziege, Fredi Bobic, Dietmar Hamann sowie den verletzten Christian Wörns. "Die gehören nach wie vor dazu. Ich habe zum Beispiel mit Fredi Bobic und Dietmar Hamann telefoniert und ihnen gesagt, dass bei uns der Wunsch da ist, junge Spieler ins kalte Wasser zu werfen. Wenn sie Superleistungen im Klub bringen, werden sie wieder dabei sein", sagte Klinsmann. Der Münchner Jens Jeremies hatte als einziger Nationalspieler nach der EM seinen Rücktritt erklärt.

Das deutsche Aufgebot:
Tor: Oliver Kahn (Bayern München), Jens Lehmann (Arsenal London), Timo Hildebrand (VfB Stuttgart)
Abwehr: Frank Baumann (Werder Bremen), Frank Fahrenhorst (Werder Bremen), Arne Friedrich (Hertha BSC Berlin), Andreas Hinkel (VfB Stuttgart), Philipp Lahm (VfB Stuttgart), Jens Nowotny (Bayer Leverkusen)
Mittelfeld: Michael Ballack (Bayern München), Tim Borowski (Werder Bremen), Fabian Ernst (Werder Bremen), Torsten Frings (Bayern München), Bernd Schneider (Bayer Leverkusen), Bastian Schweinsteiger (Bayern München)
Angriff: Thomas Brdaric (VfL Wolfsburg), Miroslav Klose (Werder Bremen), Kevin Kuranyi (VfB Stuttgart), Lukas Podolski (1. FC Köln)



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