Fußball-Nationalmannschaft Adler im Tor, Debütanten müssen sich gedulden

Austausch zwischen den Pfosten: Der Leverkusener René Adler kehrt gegen Schweden ins Tor der DFB-Auswahl zurück. Bastian Schweinsteiger soll das Team als Kapitän anführen. Ob einer der vier Debütanten in der Anfangsformation stehen wird, ließ Bundestrainer Joachim Löw offen.

Torwart Adler: Nummer eins für 90 Minuten
dpa

Torwart Adler: Nummer eins für 90 Minuten


Hamburg - René Adler soll im abschließenden Test-Länderspiel der DFB-Nationalmannschaft im Jahr 2010 in Göteborg in Schweden (20.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) das Tor an Stelle von Schalke-Keeper Manuel Neuer hüten. Bastian Schweinsteiger erhält die Kapitänsbinde, da weder der derzeitige Mannschaftsführer Philipp Lahm noch der eigentliche Kapitän, aber zurzeit verletzte Michael Ballack, zum Kader gehören. Mario Gomez soll als einzige Sturmspitze agieren. Ob und wer von den Neulingen von Beginn an auflaufen wird, wollte Löw am Dienstag noch nicht verraten.

"Ich freue mich, dass ich mal wieder für mein Land spielen kann. Manuel ist zu Recht die Nummer eins, alles andere wird man sehen. Ich habe es mir nicht zuletzt wegen meiner eigenen Erfahrung abgewöhnt, zu weit in die Zukunft zu blicken", sagte Adler, der vor seinem zehnten Einsatz in der Nationalmannschaft steht, auf der obligatorischen DFB-Pressekonferenz am Tag vor einem Länderspiel. Die Teilnahme an der WM in Südafrika hatte er verletzt absagen müssen.

Schweinsteiger lobt DFB-Arbeit und fordert einen Sieg

"Wir betrachten das nicht als Schnupperkurs, denn das klingt so wie Kindergarten. Für uns junge Spieler ist es eine Chance zu beweisen, dass unsere Leistungen in der Bundesliga kein Zufall sind. Wir wollen zeigen, dass wir diese tolle Mannschaft nicht schlechter machen", sagte unterdessen Mats Hummels, der zu seinem zweiten A-Länderspiel-Einsatz kommen wird. "Hier sitzt du mit einigen am Tisch, die mehr Champions-League-Spiele haben als unsereins Bundesligaspiele", so der Dortmunder.

Ebenfalls erst einmal berufen wurde sein Teamkollege Kevin Großkreutz. Neben Marcel Schmelzer sind auch dessen Dortmunder Mannschaftskollege Mario Götze und die beiden Mainzer Lewis Holtby und Andre Schürrle zum ersten Mal dabei. "Wir haben jetzt die gute Möglichkeit, neue junge Spieler besser kennenzulernen", sagte Löw, der möglichst alle Debütanten einsetzen will.

"Diese Spieler haben sich ihre Berufung verdient. Es freut mich, dass so viele neue, junge Spieler dabei sind, vor allem aus Dortmund", sagte Schweinsteiger. Der Bayern-Profi führt das große Angebot talentierter Nachrücker auf die gute Nachwuchsarbeit beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) zurück. "Wir haben viele junge Spieler mit großem Potential, alle zwischen 18 und 20. In dieser Beziehung sind wir den anderen Nationen voraus. Für den Bundestrainer wird es dadurch immer schwieriger, die richtigen Spieler auszuwählen. Für die Nation ist das aber sehr gut", so der 26-Jährige.

Zum Abschluss der Länderspiel-Saison fordert Schweinsteiger trotz der vielen Neuen im Team einen Sieg in Schweden. "Das Jahr war für die Nationalmannschaft sehr erfolgreich und wurde durch die gute WM gekrönt. Noch wichtiger war aber, dass wir bei dem Turnier die Leute zu Hause begeistern und die Sympathien der Fans gewinnen konnten. Das dürfen wir im letzten Spiel des Jahres nicht verspielen." Dabei erinnerte der Mittelfeldakteur an die letzte Partie 2008. "Da haben wir als Vize-Europameister zu Hause gegen England verloren. Das soll und darf uns nicht noch einmal passieren. Wir werden alles versuchen, auch mit einer jungen und veränderten Mannschaft das Spiel zu gewinnen. Wir sind der klare Favorit."

Löw warnte allerdings vor zu hohen Erwartungen. "Schweden hat ein Team von guter Qualität. Das wird ein schweres Spiel für uns", so der Bundestrainer.

mti/sid/dpa



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Seite 1
Kanzla87 02.09.2010
1.
Belgien: Eine Mannschaft der Unbekannten, ohne große Namen - dafür aber große Stolpergefahr für Deutschland. Türkei: Sicherlich so ziemlich der unangenehmste Gegner, den man sich wünschen kann. Kampfstark und technisch beschlagen - es werden hitzige Duelle. Aserbaidschan: "Es gibt keine Kleinen mehr" lasse ich nicht gelten. Hier muss ein klarer Sieg her! Österreich: Vielleicht der Geheimfavorit der Gruppe. Haben schon oft bewiese, große Gegner ärgern zu können. Enge Sache. Kasachstan: Hier müssen 2x3 Punkte her, wenn man sich Qualifizieren will. Könnten jedoch die eine oder andere Überraschung parat haben. Fazit: Schwere Gruppe, die ersten vier Mannschaften werden eng beieinander liegen - hoffentlich mit gutem Ende für den DFB.
LocoGrande 02.09.2010
2.
Gegen Österreich und Türkei je 4 Punkte Gegen alle anderen je 6 Punkte. Gruppensieg vor der Türkei. Das muss der Anspruch sein.
gelegenheitsposter, 02.09.2010
3. nie wieder Angsthasenfussball
Moin, jetzt brauchen wir noch keine Vizekapitän, der den Angsthasenfussball gegen Spanien vergessen macht. 2006 gab es die Achse Ballack/Frincks, die eine Mannschaft stabilisiert hat .... Frincks war leider im entscheidenden Moment gesperrt weil er einem Argentinier das Kinn poliert hat .... Aber das ist immer noch besser als der Angsthasenfussball der Nationalmannschaft gegen Spanien 2010 .... Die Euphorie nach den Siegen gegen England und Argentinien ist unbegründet, wenn auch für den Moment sehr berauschend. Argentinien hatte schon Probleme in der Qualifikation .... und Englands Swingerclub war doch durch den Wind ... Beide Mannschaften waren doch aus der Spur. Der Umgang mit Frincks und Ballack ist erst gerechtfertigt wenn die Krabbelgruppe sich gegen einen ernstzunehmenden Gegner in guter Verfassung (also nicht Argentinien und England 2010) ... durchsetzt, egal wie .... Es wäre schade wenn Völler der letzte Bundestrainer mit Finalteilnahme und ohne Bundesverdienstkreuz bliebe ....
Umberto, 02.09.2010
4.
Zitat von Kanzla87Belgien: Eine Mannschaft der Unbekannten, ohne große Namen - dafür aber große Stolpergefahr für Deutschland. Türkei: Sicherlich so ziemlich der unangenehmste Gegner, den man sich wünschen kann. Kampfstark und technisch beschlagen - es werden hitzige Duelle. Aserbaidschan: "Es gibt keine Kleinen mehr" lasse ich nicht gelten. Hier muss ein klarer Sieg her! Österreich: Vielleicht der Geheimfavorit der Gruppe. Haben schon oft bewiese, große Gegner ärgern zu können. Enge Sache. Kasachstan: Hier müssen 2x3 Punkte her, wenn man sich Qualifizieren will. Könnten jedoch die eine oder andere Überraschung parat haben. Fazit: Schwere Gruppe, die ersten vier Mannschaften werden eng beieinander liegen - hoffentlich mit gutem Ende für den DFB.
Das ist bei der Mannschaft jeden Landes so, wenn man sich dafür nicht interessiert, also auch nicht damit beschäftigt.
Küchenbulle2010 02.09.2010
5.
Zitat von gelegenheitsposterMoin, jetzt brauchen wir noch keine Vizekapitän, der den Angsthasenfussball gegen Spanien vergessen macht. 2006 gab es die Achse Ballack/Frincks, die eine Mannschaft stabilisiert hat .... Frincks war leider im entscheidenden Moment gesperrt weil er einem Argentinier das Kinn poliert hat .... Aber das ist immer noch besser als der Angsthasenfussball der Nationalmannschaft gegen Spanien 2010 .... Die Euphorie nach den Siegen gegen England und Argentinien ist unbegründet, wenn auch für den Moment sehr berauschend. Argentinien hatte schon Probleme in der Qualifikation .... und Englands Swingerclub war doch durch den Wind ... Beide Mannschaften waren doch aus der Spur. Der Umgang mit Frincks und Ballack ist erst gerechtfertigt wenn die Krabbelgruppe sich gegen einen ernstzunehmenden Gegner in guter Verfassung (also nicht Argentinien und England 2010) ... durchsetzt, egal wie .... Es wäre schade wenn Völler der letzte Bundestrainer mit Finalteilnahme und ohne Bundesverdienstkreuz bliebe ....
Wenn man schon meckert, sollte man auch die Fakten kennen. Es gibt überhaupt nur EINEN ehemaligen Bundestrainer, der kein Bundesverdienstkreuz bekommen hat. Sein Name: Erich Ribbeck.
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