9:0 gegen Liechtenstein Erst wird Löw gefeiert, dann ein Kantersieg

Deutschland hat den höchsten Sieg unter Bundestrainer Hansi Flick errungen. Gegen Liechtenstein gab es Applaus für Joachim Löw, ein übles Foulspiel an Leon Goretzka – und drei Treffer innerhalb von vier Minuten.
Feiernde DFB-Spieler

Feiernde DFB-Spieler

Foto: Swen Pförtner / dpa

Die deutsche Fußballnationalmannschaft hat einen souveränen Heimsieg in der WM-Qualifikation über Liechtenstein gefeiert. In Wolfsburg gewann das DFB-Team 9:0 (4:0).

Vor der Partie wurde Joachim Löw offiziell und unter Applaus der 26.000 Zuschauenden sowie verdienter ehemaliger Nationalspieler aus der Löw-Ära verabschiedet. Von 2004 bis 2021 war er beim DFB, erst als Co-, dann ab 2006 als Cheftrainer der Nationalmannschaft. Nach dem Aus im Achtelfinale bei der EM im Sommer hatte Löw seinen Posten abgegeben. Sein Nachfolger Hansi Flick hat nun auch das sechste Länderspiel unter seiner Führung gewonnen.

In Wolfsburg brachte İlkay Gündoğan die deutsche Elf in Führung (18. Minute/Foulelfmeter), nachdem Liechtensteins Jens Hofer für ein übel anzuschauendes Foul an Leon Goretzka die Rote Karte gesehen hatte. Der zweite Treffer resultierte aus einem Eigentor von Daniel Kaufmann (20.); Leroy Sané (22.) und Marco Reus (23.) legten nach – die Partie war damit weit vor der Halbzeitpause entschieden. Die weiteren Tore erzielten erneut Sané (49.), Thomas Müller (76., 86.), Ridle Baku (80.) und Maximilian Göppel (90./Eigentor).

Schon vor dem Spiel hatte die deutsche Mannschaft als Gruppensieger und Teilnehmer an der WM 2022 in Katar festgestanden. Hinter dem DFB-Team steht derzeit Nordmazedonien auf dem zweiten Platz in der Gruppe J. Die Nordmazedonier gewannen am frühen Abend 5:0 in Armenien. Auch Rumänien darf noch auf eine WM-Teilnahme hoffen.

Das Spiel begann mit einem Schreckmoment: Liechtensteins Hofer traf Leon Goretzka mit den Stollen voran am Hals, eine Szene, die besorgniserregend aussah und eine längere Behandlungspause nach sich zog, an deren Ende der Mittelfeldspieler des FC Bayern aber aufs Feld zurückkehren konnte – wenn auch sichtlich gezeichnet. Hofer hatte bei dem Versuch, einen hohen Ball zu klären, ausschließlich auf diesen geachtet und Goretzka übersehen. Für sein Foul sah er die Rote Karte, den fälligen Strafstoß verwandelte Gündoğan (11.).

Gündoğan war es auch, der wenig später mit einem Kopfball an der Latte scheiterte (18.), ehe drei Tore innerhalb weniger Augenblicke fielen. Erst grätsche Verteidiger Kaufmann eine flache Flanke des Freiburger Linksverteidigers Christian Günter ins eigene Tor (20.), dann traf Sané nach sehenswerter Kombination von Marco Reus und Goretzka von halblinks flach ins lange Eck zum 3:0 (22.), beim 4:0 schoss Reus den Ball nach einer verunglückten Abwehraktion des Liechtensteiner Torhüters Benjamin Büchel ins Tor (23.).

Baku gelingt Traumtor im eigenen Stadion

Gegen den tief verteidigenden Außenseiter vergab die DFB-Mannschaft eine Reihe weiterer Gelegenheiten, ehe das fünfte Tor gelang, abermals war Sané der Torschütze (49.).

Zu diesem Zeitpunkt hatte Flick dem 22 Jahre alten Lukas Nmecha bereits zu dessen Länderspielpremiere verholfen, der Mittelstürmer war zur Pause eingewechselt worden und führte sich mit einem Pfostentreffer ein (56.).

Müller traf im Anschluss an einen Eckball (76.) und dann nochmal aus dem Gewühl heraus (86.), für den schönsten Treffer des Abends sorgte aber der Wolfsburger Baku, der den Ball vom rechten Strafraumeck aus an den linken Innenpfosten und so ins Tor schoss (80.). Schließlich unterlief Maximilian Göppel das zweite Liechtensteiner Eigentor zum Endstand (89.).

Weiter geht es für die deutsche Auswahl am Sonntag. Im abschließenden WM-Qualifikationsspiel heißt der Gegner dann Armenien.

mon
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