Fußball-Regionalligist Gericht bestätigt Zwangsabstieg des SV Wilhelmshaven

Neues Kapitel im Streit zwischen Regionalligist SV Wilhelmshaven und der Fifa: Das Landgericht Bremen hat eine Klage des Viertligisten abgewiesen, damit muss der Club in die Oberliga absteigen.

Fans des SV Wilhelmshaven: Letzte Saison in der Regionalliga?
SV Wilhelmshaven

Fans des SV Wilhelmshaven: Letzte Saison in der Regionalliga?


Hamburg - Der SV Wilhelmshaven hat im Kampf gegen den Zwangsabstieg aus der Regionalliga Nord eine weitere Niederlage hinnehmen müssen. Eine Klage des Clubs gegen den Norddeutschen Fußball-Verband wurde vom Landgericht Bremen zurückgewiesen. Der Fußball-Weltverband Fifa hatte den Zwangsabstieg angeordnet, der Internationale Sportgerichtshof Cas die Entscheidung bestätigt.

In der Urteilsbegründung des Landgerichtes heißt es, durch Teilnahme an den jeweiligen Schiedsverfahren vor dem Cas hätten sich der SV Wilhelmshaven und die Fifa auf die Zuständigkeit des Cas verständigt. Das gegen die Entscheidung des Cas mögliche Rechtsmittelverfahren vor dem zuständigen Bundesgericht (Schweiz) habe der SV Wilhelmshaven nicht durchgeführt. Das Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig, Wilhelmshaven kann noch dagegen angehen.

"Die Entscheidung des Landgerichts Bremen bestätigt vollumfänglich die Rechtsauffassung des DFB", sagte DFB-Vizepräsident Rainer Koch: "Der Streit um die Rechtmäßigkeit der Ausbildungsentschädigung kann nur vor den Instanzen der Fifa und nachfolgend dem Cas sowie gegebenenfalls dem Schweizer Bundesgericht ausgetragen werden, nicht aber vor deutschen Zivilgerichten."

Wilhelmshaven will keine 150.000 Euro zahlen

Der Viertligist hatte im Januar 2007 den Italiener Sergio Sargazazu unter Vertrag genommen. Später weigerte er sich aber, rund 150.000 Euro Ausbildungs-Entschädigung an die beiden argentinischen Clubs Atlético Excursionistas und Atlético River Plate zu zahlen, wo Sargazazu in der Jugend gespielt hatte. Seitdem kämpft der Verein auf juristischem Wege gegen DFB, Fifa und Cas, weil er die Rechtmäßigkeit der beiden Verbände und des Sportgerichtshofs in dieser Angelegenheit in Frage stellt.

Bereits in der vergangenen Saison war Wilhelmshaven zu einem Abzug von sechs Punkten verurteilt worden. Dennoch konnte der Club die Klasse halten. Derzeit steht er fünf Spieltage vor Saisonende auf Rang 15 und wäre damit sportlich erneut gerettet. Sollte der SVW zwangsweise in die Oberliga absteigen müssen, würde aktuell der VfR Neumünster als Tabellen-16. profitieren und in der vierten Liga bleiben.

ham/sid/dpa



insgesamt 13 Beiträge
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btsvschorse 25.04.2014
1. Fußballmafia
Was sollte man anderes erwarten, als das das Gericht sich die Seite der FIFA stellt? hätten sie nicht recht bekommen, hätte die FIFA Deutschland vom Spielbetrieb aussperren können, wenn nicht sogar müssen.........
Lankoron 25.04.2014
2. Sie hätten
einfach vorher sich erkundigen müssen bzw. einstweilig die Summe zahlen sollen und dann klagen. Die Ausbildungsentschädigung sind geltendes Recht, sogar durch den europäischen Gerichtshof geprüft. Und mittlerweile dürften die Kosten für den 6jährigen Rechtsstreit die Ausbildungsabgabe deutlich überschreiten....
politik-nein-danke 25.04.2014
3. 150.000 Euro Ausbildungsentschädigung für einen
Amateurspieler der ablösefrei nach Deutschland kommt....wenn die Kohle erstmal in Argentinien ist, sieht man die doch nie wieder....
ditor 25.04.2014
4. Vorbildliche Ausbildungsentschädigung
Über die FIFI gäbe es sicher viel zu meckern, die Ausbildungsentschädigung ist hervorragend. Man könnte sogar sagen, so etwas wäre ein Vorbild für viele andere Berufe bis hin zu den großen Fachkräfteimportierländern.
LapOfGods 25.04.2014
5. Wahnsinnsumme
Der ist doch damals ablösefrei gekommen und auch wieder so gegangen. Wie kann da eine Ausbildungsentschädigung fällig werden? Das konterkariert ja das Bosman-Urteil und ist praktisch ein berufsverbot für den Spieler. Noch dazu in der Höhe: 150.000 Ausbildungsentschädigung fallen normalerweise bei einem Millionentransfer an.
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