120.000 Eintrittskarten Lok Leipzig erreicht Zuschauerrekord trotz Corona-Spielpause

Auch in der Fußball-Regionalliga ist der Spielbetrieb derzeit ausgesetzt. Trotzdem verkaufte Lok Leipzig Tickets für ein fiktives Spiel - und erreichte nun eine historische Marke von 120.000 Karten.
Wolfgang Wolf, Sportdirektor beim Regionalligisten Lok Leipzig, sitzt auf der historischen Tribüne im Bruno-Plache-Stadion

Wolfgang Wolf, Sportdirektor beim Regionalligisten Lok Leipzig, sitzt auf der historischen Tribüne im Bruno-Plache-Stadion

Foto: Jan Woitas/ picture alliance/dpa

Der Regionalligaklub Lok Leipzig hat trotz Coronakrise und ausgesetztem Spielbetrieb einen Zuschauerrekord aufgestellt - zumindest virtuell. In einer Mitte März gestarteten Spendenaktion verkaufte der Verein inzwischen mehr als 120.000 Tickets für ein fiktives Spiel am 8. Mai gegen einen "unsichtbaren Gegner". Trotz des damit erreichten Spendenziels soll die Aktion noch weiterlaufen.

Leipzig will mit der Aktion auf mehr virtuelle Zuschauer kommen als beim legendären Europapokal-Halbfinale gegen Girondins Bordeaux tatsächlich im ehemaligen Zentralstadion anwesend waren. Bei dem Spiel waren im April 1987 lediglich 73.000 Zuschauer zugelassen - es sollen damals aber 120.000 Fans das Spiel besucht haben. Leipzig gewann damals das Spiel im Elfmeterschießen und zog ins Endspiel des Wettbewerbs ein. Für den ehemaligen DDR-Oberligaklub war es der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte. Das Finale in Athen verlor Leipzig gegen Ajax Amsterdam später 0:1.

Ticketkäufer aus aller Welt

"Als wir am 19. März mit der Kampagne gestartet sind, hatte kaum jemand damit gerechnet, dass wir die 120.000 so schnell knacken würden. Ich möchte mich im Namen des Vereins bei allen Unterstützern bedanken, die uns aus der ganzen Welt Spenden geschickt haben", sagte Lok-Präsident Thomas Löwe laut einer Vereinsmitteilung.

Nach Klub-Angaben waren unter den Käufern unter anderen zahlreiche Fans aus Großbritannien, Japan, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Brasilien, Australien und den USA, nachdem weltweit Medien über das Leipziger Vorhaben berichtet hatten.

Lok Leipzig ist aktuell Tabellenzweiter in der Regionalliga Nordost und hofft auf den Aufstieg in die dritte Liga. Zurzeit ist der Spielbetrieb wegen der Corona-Pandemie bis auf Weiteres ausgesetzt, wodurch sich wegen fehlender Einnahmen für viele Klubs Probleme ergeben. Auch Leipzig hat für die Mitarbeiter seiner Geschäftsstelle Kurzarbeit beantragt.

Durch kreative Aktionen versuchen zurzeit viele Vereine, die durch den Spielstopp ausbleibenden Einnahmen etwas aufzufangen. Neben dem Verkauf virtueller Eintrittskarten werden zum Beispiel virtuelle Stadion-Bratwürste und Bier veräußert.

ara
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