Streit um die Kosten Fußball-Regionalligen ohne Dopingtests

In der Hinrunde der Fußball-Regionalligen hat es keinen einzigen Dopingtest gegeben. Hintergrund ist laut "Süddeutscher Zeitung" ein Kostenstreit zwischen Nada und DFB.
Regionalligapartie zwischen 1860 und Bayern München II

Regionalligapartie zwischen 1860 und Bayern München II

Foto: Andreas Gebert/ dpa

Die Spieler der Fußball-Regionalligen werden seit Mai 2017 nicht von der Nationalen Anti-Doping-Agentur (Nada) kontrolliert. Das schreibt die "Süddeutsche Zeitung ". Eigentlich sind pro Saison in den Regionalligen rund 350 Dopingtests geplant, aber in der laufenden Hinrunde wurden keine von der Nada organisierten Dopingkontrollen durchgeführt. Das bestätigte die Agentur auf SPIEGEL-Anfrage.

Hintergrund der nicht stattgefundenen Kontrollen soll laut der "SZ" ein Streit um die Finanzierung der Kosten von rund 140.000 Euro sein. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) weigert sich demnach aus "gemeinnützigkeitsrechtlichen Gründen", für die Kosten aufzukommen.

"Die Nada hält dies für ein falsches Signal", teilte die Bonner Agentur mit. "Die Nada befindet sich in einem regelmäßigen Austausch mit dem DFB, auch bezüglich der Regionalliga-Kontrollen." In den Jahren zuvor hatte der DFB die Kosten übernommen.

Es sei "nicht akzeptabel, dass es bislang - mangels eines Finanzierungsmodells - in dieser Saison nicht mehr zu Dopingkontrollen in den Regionalligen gekommen ist", zitierte die "SZ" den Nada-Vorstand Lars Mortsiefer.

Bei den fünf Regionalliga-Staffeln (Bayern, Südwest, West, Nord, Nordost) handelt es sich um die vierthöchste Spielklasse. Bei einigen Klubs sind die Rahmenbedingungen in etwa so professionell wie bei manchem Erstligisten in anderen Teamsportarten. Zudem bilden sie den Unterbau für den Profibetrieb.

Die Nada finde es "sinnvoll und erforderlich", in dieser Klasse zu testen. Bei den veranschlagten Kontrollkosten von 140.000 Euro wären dies bei 92 Regionalliga-Teams 1520 Euro pro Klub.

jan/dpa
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