Angriff auf Staatsbeamte Russische Fußballer müssen ins Straflager

Alexander Kokorin und Pawel Mamajew müssen wegen Attacken auf Ministeriumsmitarbeiter in Haft. Der Fall beschäftigt auch die Politik.

Alexander Kokorin (r.) muss in Haft
Tatyana Makeyeva / REUTERS

Alexander Kokorin (r.) muss in Haft


Die russischen Fußballspieler Alexander Kokorin und Pawel Mamajew sind wegen ihres Angriffs auf Staatsbeamte von einem Moskauer Gericht zu anderthalb Jahren Straflager verurteilt worden. Kokorin muss für ein Jahr und sechs Monate in Haft, Mamajew für ein Jahr und fünf Monate.

Beide Fußballer saßen nach ihrer Festnahme im vergangenen Oktober bereits sieben Monate in Untersuchungshaft, diese Zeit wird von ihrer Strafe abgezogen. Auch zwei Begleiter, darunter Kokorins Bruder, wurden verurteilt. Die Richterin sprach das Quartett des Hooliganismus schuldig, die Höchststrafe dafür beträgt sieben Jahre. Kokorins Anwalt hat angekündigt, gegen das Urteil in Berufung gehen zu wollen.

Kokorin und Mamajew hatten im Oktober vergangenen Jahres in einem Moskauer Café hohe Beamte des russischen Handelsministeriums angegriffen. Die Richterin stellte fest, dass Kokorin einen der Offiziellen mit einem Holzstuhl geschlagen habe. Zuvor hatte die Gruppe den Fahrer eines Fernsehmoderators auf offener Straße angegriffen. Kokorin und Mamajew stellten sich der Polizei, nachdem Videomaterial von dem Vorfall aufgetaucht war.

Sportminister erhofft sich Lehren aus dem Urteil

Sportminister Pawel Kolobkow kritisierte Kokorin und Mamajew für ihr Verhalten. "Spitzensportler arbeiten 365 Tage im Jahr: Sie trainieren, bereiten sich vor, und es gibt keine Freizeit zwischen den Wettkämpfen, in der sie Alkohol trinken können", sagte Kolobkow. "Ich hoffe, das ist eine Lehre für die beiden und für alle anderen Athleten."

Schon 2016 war das Duo von der russischen Nationalmannschaft ausgeschlossen worden, weil es nach dem enttäuschenden EM-Aus 2016 in Frankreich einer Champagnerparty in Monaco beiwohnte. Kokorin entschuldigte sich für sein Verhalten und kehrte zwischenzeitlich in das Nationalteam zurück, verpasste die Heim-WM 2018 aber verletzt. Für Mamajew war das Turnier in Frankreich der bisher letzte Auftritt im Trikot der Nationalmannschaft.

ptz/sid



zum Forum...
Sagen Sie Ihre Meinung!

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.