Fußball Schupp wird neuer KSC-Trainer
Trainer Schupp (hier noch in Burghausen): Soll die sportliche Talfahrt des KSC stoppen
Foto: Frank Mächler/ picture-alliance/ dpaHamburg - Ein Vertreter des Zweitligisten bestätigte der Deutschen Presse-Agentur (dpa), dass Markus Schupp Nachfolger des entlassenen Edmund Becker wird. Der Karlsruher SC stellt Schupp am Donnerstagabend offiziell als neuen Trainer vor.
Sein bisheriger Arbeitgeber Red Bull Salzburg, bei dem der 43-Jährige als Assistent von Huub Stevens gearbeitet hat, bestätigte die Auflösung des Vertragsverhältnisses. "Der Vertrag zwischen Schupp und Red Bull Salzburg wurde einvernehmlich aufgelöst", teilte der österreichische Bundesligist mit. Schupp hatte mit dem in der Qualifikation zur Champions League gescheiterten Verein noch einen Vertrag bis 2011. Er war erst im Sommer nach Salzburg gekommen.
Für Schupp ist es nach seinem Engagement zwischen 2004 und 2006 als Trainer des damaligen Zweitligisten Wacker Burghausen die zweite Anstellung als Cheftrainer. Als Profi spielte er zwischen 1984 und 1997 für den 1. FC Kaiserslautern, Wattenscheid 09, Bayern München, Eintracht Frankfurt und zuletzt den Hamburger SV. Bei 351 Bundesliga-Einsätzen erzielte der offensive Mittelfeldmann 40 Tore.
Schupp löst damit Interimstrainer Markus Kauczinski ab, unter dessen Leitung der KSC mit dem 3:1 beim TSV 1860 München seinen bislang einzigen Saisonsieg gefeiert hatte. Die Karlsruher belegen nach vier Spieltagen mit nur vier Punkten den 14. Tabellenplatz.
KSC-Präsident Raase gibt Rückzug bekannt
In der Führungsetage des Erstliga-Absteigers herrschen unterdessen vor der vorgezogenen Jahreshauptversammlung am 30. September weiter Streit und Misstrauen: Am Mittwochabend teilten Präsident Hubert H. Raase und sein Stellvertreter Rainer Schütterle mit, bei den Wahlen nicht mehr antreten zu wollen. "Meine Mission ist beendet. Ich bin über sieben Brücken gegangen. Jetzt ist es raus, ich werde nicht mehr antreten", sagte Raase.
Damit endet eine seit Monaten anhaltende Auseinandersetzung zwischen dem Verwaltungsrat der Badener und dem Präsidenten mit dem Rückzug des seit November 2002 amtierenden Raase. Immer wieder hatte der Verwaltungsrat den 65-Jährigen kritisiert, vor allem wegen angeblichen Fehlern bei der Vermarktung.
"Ein professioneller Verein kann nur funktionieren, wenn alle an einem Strang ziehen", sagte Raase, der den Club zu Beginn seiner Amtszeit aus eigener Tasche ein zinsloses Darlehen gewährt und den KSC so vor der Insolvenz gerettet hatte.
Gleichzeitig zog er ein positives Fazit seiner Amtszeit, in der rund fünf Millionen Euro Schulden abgebaut wurden: "Das Amt, das früher keiner haben wollte, ist jetzt begehrt." Gleich mehrere Kandidaten wollen Ende September Nachfolger Raases werden. Als aussichtsreicher Kandidat wird Rolf Kahn, Vater des ehemaligen Nationaltorhüters Oliver Kahn gehandelt.
"Er hat uns Knüppel zwischen die Beine geworfen"
Deutlicher als der scheidende Präsident wurden sein Vize Schütterle und Manager Rolf Dohmen. "Das Vertrauensverhältnis zum Verwaltungsrat ist seit einem Dreivierteljahr beendet. Dort braucht es eine andere Konstellation, um weiter arbeiten zu können", sagte Ex-Profi Schütterle.
Dohmen, der noch bis 30. Juni 2010 beim KSC unter Vertrag steht, griff den Verwaltungsrats-Vorsitzenden Peter Mayer sogar offen an: "Er hat uns Knüppel zwischen die Beine geworfen. Das lasse ich mir nicht mehr gefallen." Der Manager will auch unter einem neuen Präsidium seinen Vertrag erfüllen. "Ich habe in den letzten acht oder zehn Monaten die Birne hingehalten und auch kräftig draufgekriegt. Aber ich lasse mich künftig von keinem mehr anmachen. Ich werde jetzt nicht mehr den Mund halten. Ich werde in Zukunft das sagen, was ich denke", sagte er.
Die turbulenten Tage beim KSC scheinen daher noch lange nicht vorbei.