Fußballweltmeisterschaft Wales-Mitarbeiter boykottieren Endrunde in Katar als Zeichen gegen Diskriminierung
Late to the party: Wales hatte sich erst mit einem Sieg über die Ukraine in den Playoffs für die WM-Endrunde in Katar qualifiziert
Foto: IMAGO/David Davies / IMAGO/PA ImagesWales hat sich erstmals seit 1958 für eine Fußballweltmeisterschaft qualifiziert, doch einige Mitarbeiter des Verbandes und der Nationalmannschaft werden die Endrunde in Katar boykottieren – wegen der Diskriminierung Homosexueller in dem Wüstenstaat . »Sie werden nicht zu dem Turnier reisen, es ist absolut ihr Recht«, sagte Verbandschef Noel Mooney der BBC.
Homosexualität ist in Katar verboten, es drohen drakonische Strafen. Sogar die Todesstrafe ist theoretisch möglich. Auch wegen anderer Menschenrechtsfragen steht die WM-Endrunde (21. November bis 18. Dezember) weltweit in der Kritik.
Einen Komplett-Boykott der walisischen Nationalmannschaft hält Mooney dagegen nicht für »richtig«. Man wolle das Turnier als »Plattform« nutzen, um »zu versuchen, das Leben dort zu verbessern und einen guten Dialog über Themen wie Menschenrechte und Arbeitsmigranten zu führen«. Der Verband werde dabei »eine sehr aktive Rolle spielen«, so Mooney.
Zuvor hatte bereits die »Rainbow Wall«, die offizielle LGBTQ+-Fanorganisation in Wales, angekündigt, nicht nach Katar zu reisen. Das Team um Superstar Gareth Bale hatte sich durch ein 1:0 im Playoff-Endspiel gegen die Ukraine das letzte europäische Ticket für die WM gesichert.
LGBT+ Wales fans vow to boycott Qatar World Cup https://t.co/HFHg8pD7mg
— BBC News (UK) (@BBCNews) June 6, 2022
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Die Hoffnung vom Sport als Antreiber für gesellschaftliche Veränderung hatte zuletzt Amnesty International mit der Aussage konterkariert, dass in Katar Frauen sowie lesbische, schwule, bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen (LGBTQI+) »sowohl durch Gesetze als auch im täglichen Leben weiterhin diskriminiert« würden. DFB-Direktor Oliver Bierhoff hatte die Vergabe eines Turniers als das »schärfste Schwert« bezeichnet, um auf die nötigen Veränderungen zu drängen. Die Veränderungen müssten aber vor der Vergabe »passieren und nicht erst danach, sonst hat man kein Druckmittel mehr, um sie durchzusetzen«, sagte Bierhoff.