Über 700 Fußballspiele im Radio kommentiert Sabine Töpperwien beendet ihre Karriere

Sie war die erste Frau, die live ein Fußballspiel kommentiert hat. Nach mehr als drei Jahrzehnten geht Sabine Töpperwien nun in den Ruhestand.
Sabine Töpperwien 2019 im Stadion des 1. FC Köln

Sabine Töpperwien 2019 im Stadion des 1. FC Köln

Foto: Herbert Bucco / imago images

Sie war Sportreporterin, Leiterin der Sportredaktion im Hörfunk – vor allem aber war sie Fußballkommentatorin: Sabine Töpperwien beendet ihre Karriere. Das teilte der WDR mit . Nach Angaben des Senders hat Töpperwien insgesamt mehr als 700 Fußballspiele kommentiert, knapp 600 davon in der Bundesliga.

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»Sabine Töpperwien ist eine Pionierin und eine lebende Legende der deutschen Sportberichterstattung. Ich werde ihre markante Stimme, ihre leidenschaftlichen Fußballkommentare und ihre ausgezeichnete Sportkompetenz sehr vermissen«, teilte WDR-Intendant Tom Buhrow mit.

Töpperwien war die erste Frau, die in Deutschland live aus einem Fußballstadion berichtet hat. »Eine Frau auf dem Heiligen Stuhl des Fußballreporters – das könne doch nicht sein, hieß es beispielsweise«, wird Töpperwien in der Mitteilung zitiert. Doch Bruder Rolf Töpperwien habe sie gut vorbereitet. Jedes Wort werde auf die Goldwaage gelegt, habe er gewarnt.

»Mit halbem Dampf arbeiten – das will ich nicht«

»Otto Rehhagel entgegnete mir mal, ich hätte doch noch nie den Schweiß einer Kabine gerochen. Und Christoph Daum riet mir, lieber mal meinen Bruder zu schicken. Frauen hatten es lange Zeit viel, viel schwerer im Reportergeschäft. Es war ein steiniger Weg, das zu ändern.«

Neben Fußball berichtete Töpperwien über zwölf Olympische Spiele, über Eiskunstlauf und Tischtennis. Ab 2001 leitete sie die WDR-Sportredaktion Hörfunk. 2006 war sie Teamchefin Hörfunk der ARD bei der Fußball-WM in Deutschland. Seit 2019 war sie Teil der Führung des crossmedialen Sportcampus im WDR.

Zum Monatsende geht Töpperwien aus gesundheitlichen Gründen in den vorzeitigen Ruhestand. »Ich bin nun 60 und habe seit knapp einem Jahr chronische Schmerzen in den Nerven und Sehnen beider Arme. Mit halbem Dampf arbeiten – das will ich nicht.«

sak
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