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Fußball-WM: Fifa blamiert sich mit Online-Reiseführer

Foto: Mario Tama/ Getty Images

Fußball-WM 2014 Fifa verärgert Brasilianer mit peinlichem Ratgeber

"Unpünktlich", "ungeduldig", "chaotisch": Der Fußball-Weltverband Fifa lässt in einem Touristenratgeber über Brasilien kein Klischee aus. Nach heftiger Kritik des WM-Gastgebers nahm der Verband die Broschüre jetzt aus dem Netz.

Hamburg - Der Fußball-Weltverband sorgt beim WM-Gastgeber Brasilien für Ärger - und das nicht zum ersten Mal. Vor zwei Jahren hatte Fifa-Generalsekretär Jérôme Valcke angesichts der schleppenden Fortschritte bei den Stadien gesagt, das Land brauche "einen Tritt in den Hintern". Nun ließ der Verband erneut durchblicken, wie klischeebehaftet seine Sicht auf Brasilien ist. Die Fifa stellte einen Online-Reiseführer für WM-Touristen ins Internet. Der Tenor: Brasilianer sind ungeduldig, unpünktlich und chaotisch.

Im Gastgeberland der Fußball-WM (12. Juni bis 13. Juli) stieß die Online-Broschüre auf Entrüstung. Viele Brasilianer fühlten sich verhöhnt. Ihnen stießen vor allem Passagen wie diese negativ auf: "Pünktlichkeit ist in Brasilien nicht gerade eine Wissenschaft", "Brasilianer bevorzugen ein kultiviertes Chaos" und "Geduldig Schlangestehen liegt nicht in ihrer DNA".

Der Titel des Ratgebers: "10 Tipps zur Vermeidung kultureller Missverständnisse". Angesichts der plumpen Klischees, die transportiert werden, wirkt das ungewollt komisch. Immerhin: Nach der heftigen Kritik aus Brasilien hat die Fifa den Ratgeber aus dem Netz genommen. "Das Ziel war, die entspannte Lebensweise in Brasilien darzustellen", teilte der Verband mit. "Das Material sollte Fröhlichkeit vermitteln und überhaupt keine Kritik an Brasilien sein."

Adidas musste Produktion sexistischer T-Shirts stoppen

Die Fifa reiht sich mit dem peinlichen Ratgeber bei Hauptsponsor Adidas ein. Der Sportartikelhersteller hatte zuletzt für Unmut bei den Brasilianern gesorgt - wegen der Produktion sexistischer T-Shirts für die WM. Eines der Shirts zeigt eine Frau im Bikini vor dem Hintergrund des Zuckerhuts. Darüber stand der Spruch "Lookin' to score", was sowohl als Anspielung auf ein Tor beim Fußball als auch auf sexuellen Kontakt zu verstehen ist. Auf dem zweiten T-Shirt prangte der Slogan "I love Brazil" in Verbindung mit einem Herz, das zugleich einen weiblichen Po darstellte.

Das brasilianische Fremdenverkehrsamt forderte Adidas auf, die T-Shirts aus dem Sortiment zu nehmen. Die Behörden hätten es schwer genug, gegen Sextourismus im Land vorzugehen, sagte ein Sprecher. Adidas versprach, den Verkauf der Shirts zu stoppen.

cte/sid/AFP
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