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WM-Team Brasilien: Sehnsucht nach "Hexacampeão"

Foto: SERGIO MORAES/ REUTERS

WM-Team Brasilien Das muss!

Alles andere als der Pokal wäre für Brasilien bei der Fußball-WM eine Katastrophe. Das sieht die Seleção um Superstar Neymar genauso wie Trainer Scolari. Die brasilianische Nationalmannschaft im Porträt.

Dies ist die 17. Folge der SPIEGEL-ONLINE-Serie: WM-Teams im Porträt. Bis zum Start der Weltmeisterschaft am 12. Juni stellen wir jeden Tag einen Teilnehmer vor.

Das Team
Seit dem Sieg im Confederations Cup im vergangenen Jahr glaubt Brasilien: Der WM-Titel im eigenen Land ist sicher. Zwölf Jahre nach dem 2:0-Erfolg im WM-Finale 2002 von Yokohama gegen Deutschland wäre es der sechste Triumph insgesamt für die Seleção, der "Hexacampeão". Und weder Spieler noch Trainer wagen es, ein anderes Ziel auszugeben. "Ich habe diesen Job angenommen, weil ich zu 100 Prozent sicher bin, dass ich mit Brasilien den Weltpokal gewinnen werde", sagt Coach Luiz Felipe Scolari.

Der Brasilianer setzt auf das Team aus dem Confed-Cup, das im vergangenen Jahr im Finale Spanien 3:0 besiegte, und auf Routiniers wie den 27-jährigen Luiz, Torhüter Júlio César, auf Kapitän Thiago Silva von Paris St. Germain, Außenverteidiger Dani Alves vom FC Barcelona, Stürmer Fred von Fluminense und auch auf Luiz Gustavo vom VfL Wolfsburg. Innenverteidiger Dante vom FC Bayern gilt als Backup für David Luiz oder Thiago Silva.

Die Stars
Die Seleção hat sich in ihrer Zusammensetzung zwar schon bewährt, doch es stehen 17 Profis im bisherigen Kader, die noch nie bei einer WM dabei waren - die Altgedienten Kaká, Ronaldinho und Robinho spielen keine Rolle mehr. Neuer Superstar im eigenen Land soll Stürmer Neymar werden. Der Name des 22-Jährigen vom FC Barcelona ziert mittlerweile beinahe jedes gelbe Trikot, das vor der WM verkauft wird. Und auch er weiß, was von ihm verlangt wird: "Ich habe Ronaldo und Romário gesehen und möchte wie sie Weltmeister werden", sagte er dem TV-Sender Globo. Erwartungsdruck spüre er schon, "wenn es sich um einen Traum handelt, den man seit Kindheitstagen hegt, will man nichts davon wissen. Jetzt heißt es, das zu tun, zu dem man fähig ist: Fußball spielen".

Der Trainer
Wer außer Felipão ("Großer Felipe") sollte der Anführer der brasilianischen Titelmission im eigenen Land sein? Scolari, in Brasilien geborener Sohn italienischer Einwanderer, vereint auf sich mindestens so viele Hoffnungen wie Neymar. 2002 gewann er mit Brasilien den bislang letzten WM-Titel, im Anschluss daran wurde er Trainer von Portugal. Dort wurde er zwei Jahre später Vize-Europameister. Nach Engagements bei Chelsea, Bundyodkor Taschkent und dem SE Palmeiras kehrte der 65-Jährige 2012 zurück zu seinen Wurzeln - und holte postwendend den Confed-Cup. Kurz vor der WM gab es allerdings Wirbel um seine Person: Scolari soll während seiner Zeit in Portugal Einkünfte in Höhe von 7,4 Millionen Euro nicht versteuert haben. In Portugal könnte er dafür eine Haftstrafe von bis zu 17 Jahren bekommen.

WM-Gegner
Der Gastgeber trifft im Eröffnungsspiel am 12. Juni auf Kroatien, es folgen Gruppenpartien gegen Kamerun und Mexiko - lösbare Aufgaben. Doch bereits im Achtelfinale könnte es zum Duell der beiden Topfavoriten Brasilien und Spanien kommen, auch Vizeweltmeister Niederlande oder Chile sind mögliche Gegner. Brasiliens früherer Weltstar Zico - selbst übrigens nie Weltmeister - prognostiziert: "Brasilien hat eine 85-Prozent-Chance, Weltmeister zu werden. Aufgrund ihrer Spielweise, ihrer Ausgeglichenheit in der Mannschaft und der Qualität, die Scolari ihr gegeben hat."


WM-Historie
Fünf Titel: Keine Nation hat die Fußball-Weltmeisterschaft so häufig gewonnen wie Brasilien. Der letzte Sieg liegt zwölf Jahre zurück, damals bezwang die Seleção im Finale Deutschland. Die erste WM ging 1958 an Brasilien, es folgten Titel in den Jahren 1962, 1970 und 1994.

WM-Duelle mit Deutschland
Brasilien und Deutschland standen sich bereits etliche Male gegenüber, allerdings nur einmal in einer Weltmeisterschaft: im Finale von Yokohama 2002, das Brasilien dank zweier Tore von Ronaldo 2:0 (0:0) gewann. Zwei Duelle gab es im Confederations Cup, sowohl 1999 als auch 2006 hatte die DFB-Elf das Nachsehen.

Lesen Sie Donnerstag alles Wichtige zum WM-Teilnehmer Spanien!

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psk
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