WM-Team Australien Willkommen in der Hammer-Hammer-Gruppe

Spanien, Niederlande, Chile: Australien hatte Pech bei der Gruppenauslosung für die WM. Dazu kommt, dass die Helden von einst aufgehört haben - oder alt sind. Die Nationalmannschaft aus Down Under im Porträt.

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Dies ist die zehnte Folge der SPIEGEL-ONLINE-Serie: WM-Teams im Porträt. Bis zum Start der Weltmeisterschaft am 12. Juni stellen wir jeden Tag einen Teilnehmer vor.

Das Team
2006 und 2010 galt Australien als möglicher Favoritenschreck und erzielte beachtliche Ergebnisse. Doch die Helden von einst sind entweder zurückgetreten (Mark Schwarzer, Harry Kewell) oder haben ihren Zenit mittlerweile überschritten. Viele Leistungsträger des Teams sind schon Mitte 30, die jungen Spieler noch unerfahren. Alles andere als ein Ausscheiden Australiens wäre eine Sensation.

Die Stars
Nach dem Rücktritt von Kewell ist Offensivspieler Tim Cahill der Topstar der Socceroos. Die weiteren Stützen sind Kapitän Mile Jedinak, Verteidiger Lukas Wilkshire und Angreifer Joshua Kennedy, der von 2000 bis 2009 für diverse deutsche Klubs aktiv war. Ebenfalls bekannt aus der Bundesliga ist Keeper Mitchell Langerak, Ersatztorwart von Borussia Dortmund.

Der Trainer
Ange Postecoglou folgte auf Holger Osieck, bei Deutschlands WM-Triumph 1990 Trainer unter Teamchef Franz Beckenbauer. Der Deutsche hatte Australien zwar zur WM geführt, musste nach zwei 0:6-Niederlagen gegen Brasilien und Frankreich aber gehen. Postecoglou hatte bereits von 2000 bis 2007 beim australischen Verband gearbeitet, als er die U20 coachte. Von 2009 bis 2012 trainierte er Brisbane Roar, wo der frühere Bundesliga-Profi Thomas Broich spielt. Gemeinsam wurden sie 2011 und 2012 australischer Meister. Im Herbst 2013 übernahm Postecoglou dann die A-Nationalmannschaft.

WM-Gegner
Australien hat die Steigerung von Hammer-Gruppe erwischt. Los geht es am 13. Juni (21 Uhr MESZ) gegen Chile, Dritter der Südamerika-Qualifikation - und der vermeintlich leichteste Gegner. Im zweiten Gruppenspiel treffen die Australier am 18. Juni (21 Uhr) auf Vizeweltmeister Niederlande. Und zum krönenden Abschluss geht es am 23. Juni (18 Uhr) gegen Titelverteidiger Spanien.

WM-Historie
Australien nimmt zum vierten Mal an einer Fußball-WM teil. 1974 und 2010 war schon nach der Vorrunde Schluss, 2006 kam das Team unter dem damaligen Trainer Guus Hiddink ins Achtelfinale. Dort hatte der spätere Weltmeister Italien mit den Australiern große Mühe, gewann durch ein Elfmeter-Tor von Francesco Totti in der fünften Minute der Nachspielzeit 1:0.

WM-Duelle mit Deutschland
Vor 40 Jahren, am 18. Juni 1974, trafen Deutschland und Australien in der Gruppenphase in Hamburg aufeinander. Die DFB-Elf gewann dank der Tore von Wolfgang Overath, Bernhard Cullmann und Gerd Müller 3:0. Vor vier Jahren in Südafrika gab es das Duell wieder in der Vorrunde, wieder gewann Deutschland, dieses Mal 4:0 (Tore: Lukas Podolski, Miroslav Klose, Thomas Müller und Cacau).

Lesen Sie Donnerstag alles Wichtige zum WM-Teilnehmer Italien!

ham

insgesamt 7 Beiträge
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obures 21.05.2014
1. Lucas Neill???
Lucas Neill ist keine Stütze der Mannschaft da er, zu Recht, 'aussortiert' wurde und nicht einmal in den erweiterten Kader berufen wurde. Grüsse aus Sydney
Trainspotter 21.05.2014
2. Socceroos
Lucas Neill wurde schon vor Wochen aussortiert. Luke Wilkshire ist auch schon lange kein besonders herausragender Spieler mehr. Tim Cahll ist zwar der Spieler mit der größten Erfahrung, aber auch schon weit über seinem Zenit hinaus. Das gleiche gilt für Co-Kapitän Bresciano, den man auch besser aussortiert hätte. Mile Jedinak, Kapitän von Premier League Überraschung Crystal Palace und der Socceroos ist der eigentliche Topstar des Teams. Auch Mark Milligan könnte man hervorheben. Ange Postecoglou war übrigens vor seinem Engagement bei der Nationalmannschaft zuletzt Trainer bei Melbourne Victory.
Gastone 21.05.2014
3. Laut Fifa-Ranking nur Durchschnittsgruppe
Legt man die aktuelle Fifa-Weltrangliste zugrunde, relativiert sich das Prädikat "Hammergruppe" merklich. Denn wenn man die momentanen Listenplätze der jeweiligen Gruppenangehörigen addiert, kommt die Spanien-Gruppe B mit 88 gerade mal auf den fünften von acht Plätzen. Die stärkste ist demnach - Überraschung! - die Deutschland-Gruppe G mit 57. Es folgen die Gruppen D (60), E (82), C (83), B (88), A (93), H (110) und schließlich F (113). Selbst wenn man bei der Berechnung die - laut Fifa-Statistik - größten Außenseiter ausnimmt und bloß die drei Mannschaften ins Kalkül zieht, die am wahrscheinlichsten um die beiden vorderen Plätze kämpfen dürften, ist die Spanien-Gruppe mit 29 "nur" die drittstärkste hinter den Gruppen G (19) und D (26), es folgen C (36), A (43), E (52), H (55) und F (69). Natürlich garantieren gute Weltranglistenplätze noch kein Weiterkommen, aber das Ranking gibt den aktuellen Leistungsstand vermutlich besser wieder als die bloße Ehrfurcht vor vermeintlich großen Fußballnationen. Und es relativiert eben die Mythen, wonach Gruppe B eine Hammer-Hammer-Gruppe und die Deutschland-Gruppe eine leichte sei. Die neueren Leistungen der betreffenden Mannschaften lassen das Gegenteil vermuten. Demzufolge wäre auch nicht Chile der vermeintlich leichteste Gegner der Australier, sondern die Niederlande (im Ranking zwei Plätze schlechter). Alles natürlich nur de jure - wie der Leistungsstand de facto sein wird, sehen wir erst in Brasilien...
Gastone 21.05.2014
4. Laut Fifa-Ranking nur Durchschnittsgruppe
Legt man die aktuelle Fifa-Weltrangliste zugrunde, relativiert sich das Prädikat "Hammergruppe" merklich. Denn wenn man die momentanen Listenplätze der jeweiligen Gruppenangehörigen addiert, kommt die Spanien-Gruppe B mit 88 gerade mal auf den fünften von acht Plätzen. Die stärkste ist demnach - Überraschung! - die Deutschland-Gruppe G mit 57. Es folgen die Gruppen D (60), E (82), C (83), B (88), A (93), H (110) und schließlich F (113). Selbst wenn man bei der Berechnung die - laut Fifa-Statistik - größten Außenseiter ausnimmt und bloß die drei Mannschaften ins Kalkül zieht, die am wahrscheinlichsten um die beiden vorderen Plätze kämpfen dürften, ist die Spanien-Gruppe mit 29 "nur" die drittstärkste hinter den Gruppen G (19) und D (26), es folgen C (36), A (43), E (52), H (55) und F (69). Natürlich garantieren gute Weltranglistenplätze noch kein Weiterkommen, aber das Ranking gibt den aktuellen Leistungsstand vermutlich besser wieder als die bloße Ehrfurcht vor vermeintlich großen Fußballnationen. Und es relativiert eben die Mythen, wonach Gruppe B eine Hammer-Hammer-Gruppe und die Deutschland-Gruppe eine leichte sei. Die neueren Leistungen der betreffenden Mannschaften lassen eher das Gegenteil vermuten. Demzufolge wäre auch nicht Chile der vermeintlich leichteste Gegner der Australier, sondern die Niederlande (im Ranking zwei Plätze schlechter). Alles natürlich nur "de jure" - wie der Leistungsstand de facto sein wird, sehen wir logischerweise erst in Brasilien...
Desobediencia_Civil 22.05.2014
5. WM-Duelle gegen Deutschland
Was ist mit dem Spiel gegen die DDR bei der WM '74? Warum wird das nicht erwähnt?
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