Fußball-WM 2018 Fifa will Videobeweis im Stadion nachvollziehbar machen

Kaum ein Thema ist im Fußball so umstritten wie der Videobeweis. Ein Vorwurf lautet: fehlende Transparenz. Die Fifa will das bei der WM in Russland ändern.
Schalker Ärger über den Schiedsrichter

Schalker Ärger über den Schiedsrichter

Foto: Martin Meissner/ AP

Auch im DFB-Pokal-Halbfinale war der Videobeweis das Thema der Stunde. Im Spiel zwischen Schalke 04 und Eintracht Frankfurt wurde über den Einsatz des VAR diskutiert - und über den Nichteinsatz. Nur wenige Tage zuvor hatte der in der Halbzeitpause gegebene Elfmeter für Mainz 05 im Spiel gegen den SC Freiburg Skeptikern erneut Auftrieb gegeben.

Bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland im Juni kommt der Videobeweis dennoch zum Einsatz, das hatte die Fifa bereits im März beschlossen. Nun erklärte der Weltverband, den Einsatz der Technologie für Fans im Stadion und vor dem Fernseher transparent gestalten zu wollen. "Natürlich wissen wir, dass Kommunikation innerhalb und außerhalb des Stadions wichtig ist", sagte Sebastian Runge, bei der Fifa für Innovationen zuständig.

Seit der Einführung des Videobeweises hatte es immer wieder Kritik gegeben. Neben dem Einsatz der Technik an sich wurde auch bemängelt, dass der Entscheidungsprozess oft langwierig und für die Zuschauer undurchsichtig sei.

Pierluigi Collina in Florenz

Pierluigi Collina in Florenz

Foto: Maurizio Degl'Innocenti/ AP

Wie die Prozesse nachvollziehbarer gemacht werden sollen, erläuterte die Fifa im Rahmen eines Seminars für WM-Schiedsrichter in Florenz. "Wir werden Grafiken und Wiederholungen auf riesigen Bildschirmen haben und wir werden die Fans über den Ausgang eines Videobeweises und die Überprüfung informieren", sagte Runge.

Verantwortlich für eine bessere Kommunikation soll eine zusätzliche Person im "Video Operations Room" sein. Diese soll mitverfolgen können, was der Video-Referee auf seinem Bildschirm sieht und die Kommunikation zwischen dem Video-Assistenten und dem Schiedsrichter auf dem Feld hören. Über diese zusätzliche Person sollen Informationen schneller weitergeleitet werden, damit sie über Stadionmonitore und Kommentatoren verbreitet werden können. Zudem sollen die Erklärung des Videobeweises auch auf der Fifa-Webseite, der App und im Fernsehen zu sehen sein, sagte Runge.

tip/dpa
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