Brief an Blatter US-Senatoren wollen Russland Fußball-WM 2018 entziehen

13 US-Senatoren appellieren an Sepp Blatter: Die Fifa soll Russland wegen seiner Ukraine-Politik die Fußball-WM 2018 entziehen, fordert unter anderem John McCain. Der Weltverband weist den Vorschlag zurück.

Autokraten Putin (l.), Blatter: US-Senatoren fordern Neuvergabe der WM 2018
REUTERS

Autokraten Putin (l.), Blatter: US-Senatoren fordern Neuvergabe der WM 2018


John McCain und seine Kollegen im US-Senat sind bislang nicht durch übermäßige Fußballbegeisterung aufgefallen. Trotzdem sorgen sie sich um die WM 2018, schreiben sie in einem Brief an Fifa-Präsident Sepp Blatter. Insgesamt 13 Senatoren von Republikanern und Demokraten fordern den Weltverband auf, Gastgeber Russland das Turnier wieder wegzunehmen.

Die WM stütze das Prestige von Wladimir Putin, "während das Regime verurteilt werden sollte", schreiben die Politiker. Sie verweisen darauf, dass mehr als 40 Staaten Sanktionen gegen Russland beschlossen hätten - darunter fast die Hälfte der WM-Teilnehmer 2014. Das Turnier in drei Jahren "liefert Russland wirtschaftliche Erleichterung", kritisieren die Senatoren.

Sie fordern die Fifa auf, einen außerordentlichen Kongress einzuberufen, der über eine Neuvergabe der WM entscheiden solle. "Ziel ist es, die Krise in der Ukraine zu beenden und eine erfolgreiche Weltmeisterschaft 2018 zu gewährleisten", heißt es in dem Schreiben.

Fifa-Sprecherin Delia Fischer wies das Ansinnen zurück. Die Geschichte habe bewiesen, dass Konfrontation, Isolation und Boykotte von Sportveranstaltungen keine Probleme lösten. Dagegen könne die WM den Dialog zwischen Menschen und Regierungen fördern.

"Wir haben gesehen, dass die Weltmeisterschaft Veränderungen zum Guten bringen kann", so Fischer, "und die Fifa glaubt, dass das auch bei der WM 2018 in Russland der Fall sein wird."

syd/AP



insgesamt 6 Beiträge
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j.vantast 02.04.2015
1. Mal wieder McCain & Co.
Es gab schon weit heftigere Gründe Sportveranstaltungen in bestimmten Ländern zu boykottieren. Aber Sport ist Sport und Politik ist Politik. Und gerade die USA sind bei weitem kein Vorbild, die haben selbst genug am Hacken (NSA, Guantanamo, Rassismus bei der Polizei usw.). Interessant wie wichtig sich da so ein paar US-Provinzler machen.
Bloomberg 02.04.2015
2. Tja, .. der amerikanische Doppelmaß
"John McCain ...Insgesamt 13 Senatoren von Republikanern und Demokraten fordern den Weltverband auf, Gastgeber Russland das Turnier wieder wegzunehmen." Hat sich John McCain auch wegen Katar engagierte? Auf der Tagesschau hab` ich nämlich seit einige Tagen gehört, dass die Terroristen von Tunesien öffentlich Danke an der Emir von Katar wegen der finanzielle Unterstützung gesagt haben. Ist der Terrorismus zu bekämpfen nicht eine staatliche/nationale Anliegen den Amerikaner? Außerdem wäre gut, wenn McCain vor der eigene Tür kehren wurde, zum Beispiel im Fall Homogesetze. War er auch nicht sehr laut beim russische Gesetz (Winterolympiade-Sotschi) , wo vor Minderjährige verbotet wurde die Positive Äußerungen, und hat jetzt etwa etwas gegen der doch sehr klare amerikanische/Indiana-Homogesetz gesagt? Nein, jedenfalls hab`ich darüber keine "Beschwerde" von McCain gelesen/gehört. Von der Herr Obama auch nicht. (http://www.spiegel.de/sport/sonst/march-madness-diskussionen-um-anti-homosexuellen-gesetz-a-1026848.html in Indianapolis wird von einem neuen Anti-Homosexuellen-Gesetz im Bundesstaat Indianaüberschattet. ...Millionen Zuschauer vor den Fernsehern, 70.000 im Stadion und auch Präsident Barack Obama ist erklärter Fan. .. Unter dem Deckmantel "religiöse Freiheit" könnten ab dem 1. Juli, wenn das Gesetz in Kraft treten soll, Homosexuelle in Indiana ohne juristische Folgen benachteiligt werden. So dürften sich etwa Ladenbesitzer weigern, Schwule oder Lesben zu bedienen. Unternehmer könnten ihnen einen Job verwehren.) Ach, … so, nur Russland wird immer auf der Pranger gestellt, Anderen dürfen machen was sie eben wollen, … sei es unterstützen die Terroristen. Oder Arbeit zu geben verweigern an Homosexuelle. Und in eine Laden für Lesben kein Coca-Cola zu geben. Sondern huschhusch, .. rausraus … wird ganz legal sein. Man fragt sich ehrlich, wie könnte im USA Obama überhaupt Präsident werden ...
mr.brand 03.04.2015
3. Keine Ahnung... aber davon eine ganze Menge!
Was Sie schreiben macht keinen Sinn! Natürlich haben Sie Ihr recht auf Ihrer Meinung, jedoch ist diese doch etwas diffus wenn es um Geo-Politik geht. Natürlich haben amerikanische Menschenrechtsverletzungen (z.B. Drohnen-Krieg, Iraküberfall, etc.) Relevanz wenn man gleichzeitig mit erhobenem Finger gegen Russland agiert. Putin hat im Übrigen so reagiert wie 90% der russischen Bevölkerung das von Ihm erwartet hat. Davon abgesehen waren es die Europäer und besonders die USA ('Fuck the EU'), die die Ukraine nachweislich destabilisiert haben. Man sollte sich über die Faktenlage informieren und sich dessen bewußt bleiben, wenn man mit seiner Meinung Relevanz haben möchte...
Mondaugen 03.04.2015
4. Der Richtige
da sind McCain und seine Kollegen ja an den Richtigen gekommen - eher hören die Mullahs im Iran auf ihre unerwünschten Vorschläge als eine FIFA unter Blatter. Solange Russland und die Sender zahlen und der FIFA weitere Rekordeinnahmen garantiert bleibt alles wie es ist.
bs2509 04.04.2015
5. Einfach mal lesen . . .
US-Präsident Barack Obama hat dem Fernsehsender Vox ein bemerkenswertes Interview gegeben. In diesem führt Obama aus, dass wegen dem "Bösen" in der Welt, die USA sich nicht immer an eine "regelbasierte" Außenpolitik halten können. Deswegen, so der US-Präsident mit einem süffisanten Lächeln weiter, müssen die USA Druck und Gewalt ausüben, "wenn Länder nicht das tun, was wir von ihnen wollen." "Wir haben niemanden Ebenbürtiges haben im Sinne von Staaten, die die Vereinigten Staaten angreifen oder provozieren könnten. Am nächsten uns kommt offensichtlich Russland mit seinen Atomwaffen, aber allgemein gesehen, ragen sie in der Welt nicht so hervor, wie wir. China auch nicht. Wir geben mehr für unser Militär aus als die nächsten zehn Länder zusammen." Auf die Frage zu den Grenzen der amerikanischen Macht, meinte Obama: Vor 5 Jahren bekam Obama den Friedensnobelpreis – RT zieht Bilanz Vor 5 Jahren bekam Obama den Friedensnobelpreis – RT zieht Bilanz "Nun, die amerikanische Führung kommt teilweise aus unserer Anpackmentalität. Wir sind das größte, mächtigste Land der Erde. Wie ich schon in vorherigen Ansprachen betont habe, wenn Probleme auftauchen, ruft man nicht Peking. Man ruft nicht Moskau. Man ruft uns. Und wir nehmen diese Verantwortung bereitwillig an. Die Frage ist meiner Meinung nach, wie diese Führung ausgeführt wird." Er schloss das Interview mit dem bemerkenswerten Satz: "Meine Administration ist sehr aggressiv und internationalistisch: Wir intervenieren, übernehmen und versuchen die Probleme zu lösen." Deshalb brauchen wir solche Herren wie den den US-Republikaner und "Kriegshetzer McCain" - nicht zu verwechseln mit den Fritten, die sind witklich etwas schmackhaftes - als Beschützer für die Fußbal WM . . .egal wie man den "LUPENREINEN" auch sieht. Was die FIFA gemauschelt hat mit Rußland und Qatar, da hätte ich mir einen Einspruch von Herrn McCAIN gewünscht. Aber die nächsten Olympischen Spiele sollen ja wieder in die USA vergeben werden. . . .
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