DFB-Frauen 75.000 Euro für den WM-Titel

Auf eine leistungsbezogene Prämienregelung haben sich Verband und Spielerinnen für die Fußball-WM geeinigt. Für den Titelgewinn gibt es 10.000 Euro mehr als vier Jahre zuvor.

Carolin Simon (2.v.l.) jubelt mit Alexandra Popp und Sara Doorsoun von Deutschland gegen Chile
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Carolin Simon (2.v.l.) jubelt mit Alexandra Popp und Sara Doorsoun von Deutschland gegen Chile


Holen die deutschen Fußballerinnen bei der WM in Frankreich (7. Juni bis 7. Juli) den dritten Titel, erhalten sie eine Rekordprämie. Jede Spielerin bekommt im Falle des Titelgewinns 75.000 Euro inklusive Olympiabonus. Bei der vergangenen Endrunde in Kanada hätte es pro Kopf 65.000 Euro gegeben.

Der Mannschaftsrat und der Deutsche Fußball-Bund (DFB) einigten sich auch auf leistungsbezogene Abstufungen. Für den zweiten Platz werden 40.000 Euro, für den dritten 30.000 Euro und für Rang vier 25.000 Euro ausbezahlt. Das Erreichen des Viertelfinals wird mit 10.000 Euro honoriert. Im Falle der Qualifikation käme jeweils die Olympiaprämie in Höhe von 10.000 Euro hinzu. Für das Ticket für Tokio 2020 muss das deutsche Team bei der WM unter die besten drei Nationen Europas kommen.

Von den Prämien des Männernationalteams sind die Frauen trotz Rekordsumme meilenweit entfernt. Das Männerteam hätte für eine erfolgreiche Titelverteidigung in Russland im vergangenen Jahr 350.000 Euro pro Kopf erhalten. Handlungsbedarf sieht der DFB ob dieser Ungleichheit nicht.

sak/sid



insgesamt 8 Beiträge
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briancornway 31.05.2019
1. Schräg aber legitim
So ungerecht die Gender Gap hier mal wieder ist - wenn man die Prämien in's Verhältnis setzt zu den Einnahmen des DFB, könnte die Größenordnung schon wieder angemessen sein. Und man kann auch im Viertelfinale rausfliegen und ist trotzdem für Olympia qualifiziert, solange höchstens 2 europäische (oder UEFA-?)Teams besser abschneiden ? Naja, für den olympischen Mix ist das vielleicht ganz vernünftig.
polza_mancini 31.05.2019
2. Tja,
Dann ist das wohl eine den Einschaltquoten und der Werbewirksamkeit angemessene Entlohnung, so what? Wenn mal mehr hingehen, wird's sicher mehr....
totalausfall 31.05.2019
3. Zu viel!
Einfach mal die Finanzberichte des DFB anschauen! Da steht ja klipp und klar drin, wer im DFB für Einnahmen und wer für Belastungen sorgt. Die A-Nationalmannschaft erwirtschaftet jedes Jahr ein dickes fettes PLUS im mittleren zweistelligen Millionenbereich! Die Frauen-Nationalmannschaft fährt jedes Jahr ein dickes fettes MINUS, die Aufwände liegen fast um Faktor 2 über den Erträgen! Konkret aus dem Jahre 2017: Herren: Erträge : 67 Millionen € Aufwände: 23 Millionen Damen Erträge: 2,7 Millionen Aufwand: 4,3 Millionen https://www.dfb.de/fileadmin/_dfbdam/183093-original_dfb_finanzbericht2017.pdf So sieht das jedes Jahr aus. Der Pay-Gap, von dem ständig geredet wird, ist nicht existent. Im Gegenteil, die Damen leben sogar über ihren Verhältnissen!
verruca 31.05.2019
4. Meilenweit entfernt?
Die Siegprämie liegt damit bei knapp einem Viertel der Männer und ist alles andere als "meilenweit entfernt". Wenn man das Verhältnis der jeweils generierten Einkünfte und Bekanntheitsgrade speziell für Fernsehrechte, Merchandising, etc. gegenüberstellt, dann haben die Damen ganz hervorragend verhandelt. Weit jenseits der wirtschaftlichen Realität! Und trotzdem werden Stokowski & Co. wieder ob dieser ach so himmelschreienden Ungerechtigkeit auf die Barrikaden gehen.
roenga 31.05.2019
5. Ungleichheit ja, Ungerechtigkeit nein
Gehälter und Prämien müssen sich an wirtschaftlichen Realitäten orientieren. Der CEO eines kleinen IT Startups kann auch nicht das Gehalt des Apple oder Microsoft CEOs fordern, nur weil beide den gleichen Titel haben und in derselben Branche arbeiten. Einschaltquoten und Werbewirksamkeit und damit die Einnahmen im Frauenfußball hinken nun mal denen im Männerfußball weit hinterher und das wird sich wohl auch nicht ändern, denn der Konsument (männlich oder weiblich) wird wahlweise immer das Premiumprodukt bevorzugen und dass ist nun mal der wesentlich schnellere, athletischere, technisch und taktisch bessere Männerfußball. Hat sich schon mal eine Männer Regionalliga Mannschaft über das Gehaltsgefälle zur Fußball Bundesliga mokiert? Na eben!
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