Erste Schiedsrichterin bei Männer-WM Stéphanie Frappart leitet Deutschland gegen Costa Rica

Drei Schiedsrichterinnen sind für die WM in Katar nominiert worden, zu einem Einsatz als Spielleiterin kam noch keine. Nun schreibt Stéphanie Frappart Geschichte.
Stéphanie Frappart: »Wir haben große Fortschritte gemacht«

Stéphanie Frappart: »Wir haben große Fortschritte gemacht«

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HANNAH MCKAY / REUTERS

Die französische Schiedsrichterin Stéphanie Frappart pfeift das dritte deutsche Gruppenspiel bei der Fußball-WM in Katar gegen Costa Rica am Donnerstag (ab 20 Uhr im SPIEGEL-Liveticker). Die 38-Jährige wird die erste Schiedsrichterin in der Geschichte der Fußball-WM der Männer sein, die ein Spiel leitet.

In Katar erhielt Frappart den Vorzug vor Salima Mukansanga (Ruanda) und Yoshimi Yamashita (Japan). Yamashita ist am Donnerstag als Vierte Offizielle beim Spiel zwischen Kanada und Marokko eingeteilt.

Frappart stehen im Al-Bait Stadion nördlich von Doha die Brasilianerin Neuza Back sowie die Mexikanerin Karen Diaz Medina zur Seite. Vierter Offizieller ist Said Martinez aus Honduras. Frappart war bereits für die Männer-Europameisterschaft im vergangenen Jahr nominiert worden, hatte dort aber kein Spiel gepfiffen.

Langes Warten auf einen Einsatz

Die Nominierung des weiblichen Trios sei »der Beweis dafür, dass die Qualität und nicht das Geschlecht« zählt, hatte Fifa-Schiedsrichterchef Pierluigi Collina im Vorfeld des Turniers betont: »Sie verdienen es, dabei zu sein, weil sie konstant sehr gute Leistungen erbringen.«

Bis zur Halbzeit des Turniers war jedoch keine Frau für eine Spielleitung nominiert worden. 28 der 33 männlichen Schiedsrichter kamen bereits zum Einsatz, mehrere sogar zweimal.

Frappart fühlt sich für ihren Einsatz bereit. »Wir haben große Fortschritte in den vergangenen Jahren gemacht«, sagte sie vor der WM. Und die 38-Jährige ist auf der großen Bühne durchaus bekannt. Als erste Frau hatte sie ein Spiel der französischen Ligue 1, eine Partie der Champions League und eine Begegnung in der WM-Qualifikation leiten dürfen.

»Es ist natürlich etwas Neues und daher etwas, das Aufmerksamkeit und Interesse auf sich zieht«, sagte Collina vor der WM. »Aber für uns sind sie Referees.« Es gebe keine Quote oder Vorgabe für die Anzahl an Schiedsrichterinnen bei einem Turnier, betonte der 62 Jahre alte Italiener.

svs/sid/dpa

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