Fußball-WM Australien besiegt Brasilien nach 0:2-Rückstand

Es war ein rasantes Vorrundenspiel mit einem packenden Spielverlauf: Die Brasilianerinnen sahen schon wie die sicheren Siegerinnen aus. Aber Australien drehte die Partie in der zweiten Hälfte.

Mal eben die Partie gedreht. Australien jubelt
Elsa Getty Images

Mal eben die Partie gedreht. Australien jubelt


Die Ansage von Australiens Trainer Ante Milicic vor dem WM-Turnier war selbstbewusst: Man wolle ins Viertelfinale, man habe auch das Zeug fürs Halbfinale. Bei dem imposanten 3:2-Erfolg (1:2) über Brasilien ließen seine Spielerinnen den Worten Taten folgen. Dabei schien das Spiel nach einem 2:0 für die Brasilianerinnen bereits entschieden.

Es waren zunächst die Stars der Brasilianerinnen, die für einen bequemen Vorsprung sorgten. Zunächst traf Marta mit einem Foulelfmeter, dann erhöhte Cristiane auf 2:0. Caitlin Foord verkürzte jedoch noch vor der Pause, Chloe Logarzo glich nach dem Wechsel aus, ein Eigentor von Monica besiegelte die Wende im Spiel.

Es war eine temporeiche Partie in Montpellier, in der die Australierinnen von Beginn an für Dampf sorgten. Das Team, das die Auftaktpartie gegen Italien überraschend 1:2 verloren hatte, stand unter Druck und war gewillt, ihm standzuhalten. Nach 25 Minuten forderten sie einen Elfmeter, Schiedsrichterin Esther Staubli und der Videobeweis hatten zuvor allerdings ein australisches Handspiel gesehen.

Den Foulelfmeter gab es dann im Gegenzug auf der anderen Seite - obwohl auch hier zuvor eine Brasilianerin die Hand im Spiel gehabt hatte. Marta, die im ersten Spiel gegen Jamaika noch angeschlagen gefehlt hatte, verwandelte. Als kurze Zeit später Cristiane per Kopf einen schönen Angriff zum 2:0 abschloss, schien die Partie entschieden. Aber Australien schlug mit dem Pausenpfiff zurück, hatte sich das Tor nach dem couragierten Auftritt verdient. Es war das erste Gegentor für Brasilien nach zuvor zehn WM-Vorrundenspielen, in denen das Team zu null gespielt hatte.

Nach dem Wechsel forcierten die Australierinnen noch einmal den Druck. Brasilien, das Marta zur Halbzeit ausgewechselt hatte, kam kaum noch zur Entlastung und kassierte folgerichtig den Ausgleich. Logarzo spielte eine Hereingabe in den Strafraum, die an allen Spielerinnen und Torfrau Barbara vorbei im Tor landete.

Und es kam noch bitterer für Brasilien. In der 68. Minute verlängerte Verteidigerin Monica eine Flanke per Kopf ins eigene Netz. Hinter ihr, im Abseits, stand Australiens Stürmerin Sam Kerr. Doch weil diese nicht keine Beeinflussung vornahm, die laut Regelwerk verboten ist, zählte der Treffer dennoch. Und die Überraschung war perfekt.

In der Gruppe, in der die anderen beiden Teams Italien und Jamaika erst am Freitag gegeneinander spielen, ist jetzt alles offen. Brasilien, Italien und Australien weisen allesamt drei Punkte auf.

Australien - Brasilien 3:2 (1:2)
0:1 Marta (28. Foulelfmeter)
0:2 Cristiane (38.)
1:2 Foord (45.)
2:2 Logarzo (58.)
3:2 Monica (68. Eigentor)
Australien: Williams - Carpenter, Kennedy, Catley, Kellond-Knight - Yallop, van Egmond, Logarzo, Foord (90. Roestbakken), Gielnik (72. Raso) - Kerr
Brasilien: Bárbara - Letícia Santos, Kathellen, Monica, Tamires - Formiga (46. Luana), Debinha, Marta (46. Ludmila) , Thaisa, Andressa Alves - Cristiane (75. Beatriz)
Schiedsrichterin: Staubli (Schweiz)
Gelbe Karten: Formiga, Luana, Andressa Alves
Zuschauer: 17.032

aha



insgesamt 2 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
spon-1309986622190 13.06.2019
1.
Walzt Matildas, walzt
Stereo_MCs 13.06.2019
2.
Tolles Spiel gewesen. Der Elfer für Brasilien, naja. Glück. Dann ein schöner Angriff samt Tor. Aber selbst als es 0 - 2 stand war mir klar, das war es noch lange nicht. Dafür war AUS einfach von der ersten Sekunde an zu stark. Und so kam es dann ja auch. Selbst als sie schon 3-2 vorne waren, spielten sie noch aktiver und offensiver, schlicht besser. Aber klar wurde auch, WM wird D. leider niemals. Natürlich schon wegen den USA, aber auch andere Teams sind einfach stärker als die deutschen Frauen. Ist aber auch völlig ok. Eine Truppe aus 17 und 18j., dann noch Maro verletzt, die brauchen noch ein 1-2 Jahre, bis sie wirklich stark sind. eine Mannschaft im Umbruch eben. Dafür machen sie es ganz gut.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.