Fußball-WM Deisler-Aus rückt näher

Eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen, doch es wird immer wahrscheinlicher, dass Sebastian Deisler nicht mit zur Fußball-WM in Japan und Südkorea fahren kann. Der Berliner Spielmacher hatte sich im Länderspiel gegen Österreich erneut am Knie verletzt.


Sebastian Deisler im Länderspiel gegen Österreich
EPA/DPA

Sebastian Deisler im Länderspiel gegen Österreich

Hamburg - Eine Kernspintomographie am Sonntag bestätigte zwar, dass sich Deisler entgegen erster Befürchtungen im Testspiel gegen Österreich (6:2) keine schwerere Knieverletzung zugezogen hat. "Es ist nichts gerissen", sagte DFB-Pressechef Harald Stenger.

Doch angesichts des erneuten Rückschlags sowie der monatelangen gesundheitlichen Probleme seines Mittelfeldspielers will DFB-Teamchef Rudi Völler erst nach der weiteren Untersuchung am Pfingstmontag bei Nationalmannschaftsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt in München und einem Gespräch mit allen Beteiligten die endgültige Entscheidung verkünden, ob Deisler bei der WM dabei ist.

Der DFB teilte am Montagvormittag mit, dass die Entscheidung im Fall Deisler zwischen 16 und 17 Uhr Uhr bekanntgegeben werde.

Deisler bereits zweimal am rechten Knie operiert

Deisler, der im Sommer für neun Millionen Euro Ablöse von Hertha BSC zum FC Bayern München wechseln wird, war am Samstag in der 18. Spielminute mit Rolf Landerl zusammengeprallt und musste in der Leverkusener BayArena mit einer Trage vom Feld getragen werden.

Der 22-Jährige war in der Vergangenheit bereits zweimal am rechten Knie operiert worden. Am 13. Oktober vorigen Jahres war Deislers Kniescheibe fixiert und der Knorpel geglättet worden, zwei Jahre zuvor hatte sich der frühere Gladbacher einer Kreuzband- sowie Meniskusoperation unterziehen müssen.

Völler gehen die Kreativspieler aus

Deisler ("Zuerst geht es um meine Gesundheit. Ich will nicht um jeden Preis zur WM") hatte in der abgelaufenen Bundesliga-Saison nur sporadisch spielen können, weil er wiederholt mit Verletzungen - neben Kniebeschwerden plagten ihn auch ein Muskelfaserriss - zu kämpfen hatte. Die Partie gegen Österreich war erst Deislers drittes Spiel nach seinem Comeback.

Auf den Mittelfeldspieler hat Völler bislang fest gebaut. Mit Mehmet Scholl hatte bereits ein Kreativkicker seine WM-Teilnahme abgesagt. Im Defensivbereich müssen mit Jens Nowotny und Christian Wörns zwei weitere Spieler passen.



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