"Beste WM aller Zeiten" Fifa erwägt Aufstockung der Frauen-WM auf 32 Teams

Zukünftig könnten mehr Teams an der Weltmeisterschaft der Frauen teilnehmen. Das kündigte Fifa-Präsident Gianni Infantino an. Zudem stellte er eine Erhöhung des Preisgelds und neue Wettbewerbe in Aussicht.

Halbfinale England gegen USA
Alex Grimm / Getty Images

Halbfinale England gegen USA


Die Weltmeisterschaft der Frauen könnte schon bei der Endrunde 2023 von 24 auf 32 Teilnehmer erweitert werden. So lauten die Expansionspläne von Fifa-Präsident Gianni Infantino, die er zwei Tage vor dem WM-Finale zwischen den USA und den Niederlanden am Sonntag (17 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE, TV: ARD) ankündigte. Anlass sei der Verlauf der aktuellen WM in Frankreich, die er die "die beste WM aller Zeiten" nannte.

"Die WM war phänomenal, unglaublich, emotional, großartig, fantastisch", schwärmte der 49-Jährige und sagte: "Wichtig ist, dass wir das Turnier nicht zu schnell vergessen und darauf aufbauen. Ich hoffe, dass die Council-Mitglieder und Fifa-Mitgliedsverbände mir folgen." Diese müssen den Vorschlägen des Präsidenten zustimmen. Infantino drückte bei dem Thema aufs Tempo und sagte: "Wir dürfen keine Zeit verlieren."

Gianni Infantino will Expansionen der Fifa-Wettbewerbe vorantreiben
Sebastian Gollnow / DPA

Gianni Infantino will Expansionen der Fifa-Wettbewerbe vorantreiben

Kritik, dass das sportliche Niveau bereits jetzt zu deutlich variiere, konterte Infantino und sagte, dass dies "geringer ist als bei den Männern". Bei der Europameisterschaft der Männer etwa, die 2016 in Frankreich von 16 auf 24 Teilnehmer erweitert worden war, hatte es geteilte Meinungen gegeben, ob dies nun die Spannung erhöhe oder die sportliche Leistungsdichte verwässere. Für die Männer-WM gibt es bereits beschlossene Expansionspläne: Ab 2026 wird die WM-Endrunde mit 48 statt bisher 32 Teams ausgetragen.

Weitere Ideen in der Diskussion

Neben der Erweiterung des WM-Teilnehmerfeldes stellte der Fifa-Präsident noch weitere Wettbewerbe für die Frauen zur Diskussion. Er sprach sich für eine jährliche Klub-WM und eine Weltliga für Nationalteams aus. Auch hier muss das Fifa-Council zustimmen, wenn die Pläne umgesetzt werden sollen.

Auch der WM-Gastgeber Frankreich möchte die Aufmerksamkeit für die aktuelle WM nutzen. "Die Qualität der Spiele war exzellent und so nicht unbedingt zu erwarten", sagte Noel Le Graet, Präsident des französischen Verbands FFF und des Organisationskomitees. Sein Vorschlag, eine WM-Endrunde alle zwei Jahre auszutragen, stieß bei Infantino hingegen auf wenig Begeisterung.

Noel Le Graet, Präsident des französischen Verbands FFF
Elsa / Getty Images

Noel Le Graet, Präsident des französischen Verbands FFF

Die Spiele der WM in Frankreich haben bereits vor dem Finale und der Partie um Platz drei laut Fifa 850 Millionen Menschen weltweit verfolgt. Am Finalwochenende soll die Milliardenmarke geknackt werden, so die Prognose des Weltverbands.

Pläne würden Vergabe der kommenden WM betreffen

Sollte bereits die WM 2023 erweitert werden, hätte das Folgen für den Bewerbungsprozess um die Ausrichtung des Turniers. Eigentlich sollte die Entscheidung über die Vergabe im März kommenden Jahres fallen. Sollte beschlossen werden, die Teilnehmerzahl zu erhöhen, müsste der Bewerbungsprozess noch einmal geöffnet und die Entscheidung verschoben werden.

Zudem kündigte Infantino an, die finanziellen Mittel für die WM erhöhen zu wollen. Im Vergleich zur aktuellen WM soll das Budget verdoppelt werden. Preisgelder, finanzielle Unterstützung für die teilnehmenden Teams und Entschädigungen für die Vereine, die Spielerinnen abstellen, sollen sich dann insgesamt auf etwa 100 Millionen US-Dollar (89 Millionen Euro) belaufen.

tip/sid/AP

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