2:0-Sieg gegen Italien Niederlande stehen erstmals im WM-Halbfinale

Zwei Standardsituationen, zwei Kopfballtore: Die Niederlande ziehen nach einem 2:0 gegen Italien erstmals ins WM-Halbfinale ein. Dort trifft der Europameister auf Deutschland-Bezwinger Schweden.

Vivianne Miedema erzielt per Kopf das 1:0 für die Niederlande
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Vivianne Miedema erzielt per Kopf das 1:0 für die Niederlande


Ruhende Bälle können bei dieser WM entscheidend sein. Dank zweier Kopfballtore nach Standardsituationen steht die niederländische Fußballnationalmannschaft zum ersten Mal in einem WM-Halbfinale. Vivianne Miedema mit ihrem 61. Länderspieltor (70. Minute) und Stefanie van der Gragt (80.) erzielten die Treffer beim 2:0-Erfolg (0:0) gegen Italien. Nach einer schwachen ersten Hälfte steigerte sich der Europameister in Hälfte zwei und steht nun in der Runde der letzten vier.

Die Niederlande treffen damit am Mittwoch im Halbfinale in Lyon auf Schweden, das Deutschland im Viertelfinale 2:1 bezwang. Das andere Halbfinale zwischen England und den USA findet am Dienstag ebenfalls in Lyon statt (21 Uhr).

Italien hat zunächst die besseren Chancen

Nach dem späten Siegtor im Achtelfinale gegen Japan (2:1) waren die Niederländerinnen als Favoritinnen in ihr erstes WM-Viertelfinale überhaupt gegangen. Doch zu Beginn kamen die Italienerinnen mit der Hitze besser zurecht. Bei 33 Grad in Valenciennes hatte das Team von Trainerin Milena Bertolini, das im Achtelfinale China bezwungen hatte (2:0), zunächst die besseren Angriffsaktionen: Nach 18 Minuten kam Valentina Bergamaschi nach schöner Vorarbeit von Barbara Banansea zur ersten guten Gelegenheit im Strafraum, scheiterte aber an Hollands Torfrau Sari van Veenendaal. Später flog Valentina Giacintis Flachschuss knapp am Tor vorbei (37.).

Die Niederlande benötigten fast 30 Minuten, bis Miedema den ersten Torschuss wagte (28.). Vergebens. Zwar war zu erkennen, dass die "OranjeLeeuwinnen" über die besseren Einzelspielerinnen verfügen, aber vor dem Tor waren sie in Hälfte eins viel zu harmlos.

Das änderte sich in Hälfte zwei. Lieke Martens, Doppeltorschützin gegen Japan, hatte die erste gute Gelegenheit, scheiterte aber an Laura Giuliani im italienischen Tor (50.). Nun ging es Schlag auf Schlag: Jackie Noelle Goenen vergab völlig frei stehend im Strafraum (51.), und dann rutschte Miedema an einer Hereingabe vorbei (52.). Als dann auch noch Danielle van de Donk die Latte traf (57.), war das 0:0 äußerst schmeichelhaft für Italien.

Sherida Spitse traf wenig später per Freistoß den Außenpfosten (63.). Holland war nun drückend überlegen. Spitse war es dann auch, die das 1:0 vorbereitete: Ihr Freistoß flog in den Strafraum, wo Miedema hochstieg und zum 1:0 einköpfte (70.). Zehn Minuten später war es erneut Spitse per Freistoß, die das 2:0 vorbereitete: van der Gragt köpfte ein. Dabei blieb es.

Durch den Einzug ins WM-Halbfinale haben sich die Niederländerinnen auch für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio qualifiziert. Die drei besten europäischen Teams bei dieser WM sichern sich einen Platz im kommenden Jahr. Das bedeutet diesmal: England, Niederlande und Schweden.

Italien - Niederland 0:2 (0:0)
0:1 Miedema (70.)
0:2 van der Gragt (80.)
Italien: Giuliani - Guagni, Gama, Linari, Bartoli (46. Boattin) - Bergamaschi, Galli, Giugliano, Cernoia - Giacinti, Bonansea (54. Sabatino)
Niederlande: van Veenendaal - van Lunteren, van der Gragt (87. Dekker), Bloodworth, van Dongen - Goenen, Spitse, van de Donk - van de Sanden (56. Beerensteyn), Miedema (87. Roord), Martens
Gelbe Karten: Linari, Guagni, Cernoia, Sabatino
Schiedsrichterin: Umpierrez (Uruguay)
Zuschauer: 22.600 (ausverkauft)

mey

insgesamt 2 Beiträge
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Seite 1
Barças Superstar 29.06.2019
1. Weggucken
Ein grottenschlechter Kick mit unterirdischer Passquote. Dass es so war, kann man nicht nur der Hitze zuschreiben. Die Italienerinnen hätten gegen jede beliebige Kreisligamannschaft (männliche) verloren. Die Reporterin erzählte da irgendwas von Passübungen vor dem Spiel. Das hätten sie mal Wochen vorher üben sollen. So macht Frauenfußball keinen Spaß. Es verlangt ja niemand männliche Athletik, aber Ballbeherrschung (oder muss ich Befrauschung) sagen, sollte man auch hier erwarten dürfen. Wenn die Frauen so Ski fahren würden, käme keine im Ziel an- tun sie aber! Also, Ball- und Passtraining sind da angesagt. Mal schauen ob es heute Abend besser aussieht.
hdwinkel 29.06.2019
2. Keine Werbung für den Fußball
Nee, das war keine Werbung für den Fußball. Not gegen Elend. Mag ja sein, daß es ziemlich heiß im Stadion war, aber dermaßen viele Fehler, von beiden Seiten, habe ich selbst im Frauenfußball selten erlebt. Da hat mit den Niederländerinnen wirklich der Europameister gespielt? Ich kann es kaum glauben.
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