Vierter WM-Titel US-Amerikanerinnen gewinnen das Finale gegen die Niederlande

Lange tat sich Topfavorit USA gegen Europameister Niederlande schwer. Nach einem von Megan Rapinoe verwandelten Elfmeter wurde es aber doch ein WM-Finale mit klaren Siegerinnen.
Megan Rapinoe (r.) erzielte den Führungstreffer für die USA

Megan Rapinoe (r.) erzielte den Führungstreffer für die USA

Foto: Denis Balibouse REUTERS

Zum vierten Mal in der Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaften der Frauen haben die USA den Titel gewonnen. Gegen Europameister Niederlande erzielte Megan Rapinoe mit einem Foulelfmeter den Führungstreffer (62. Minute), Rose Lavelle entschied das Spiel mit ihrem Tor (67.).

Die USA waren als klare Favoritinnen ins Spiel gegangen, es war im Vorfeld nur noch über die Höhe des Sieges spekuliert worden. Doch die bisher so dominanten Titelverteidigerinnen taten sich schwer - und kamen erst dank eines Einsatzes des Video-Assistenten zum Führungstreffer. Carlos del Cerro Grande hatte ein hohes Bein von Stefanie van der Gragt im Strafraum gegen Alex Morgan erkannt und Schiedsrichterin Stephanie Frappart entschied nach Ansicht der TV-Bilder in der Review-Area auf Elfmeter. Superstar Rapinoe lief in aller Ruhe an und verwandelte sicher.

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Im bisherigen Turnierverlauf hatten die Amerikanerinnen in allen Spielen spätestens in der zwölften Minute getroffen, diese Serie riss gegen defensiv gut organisierte Niederländerinnen. Das Team von Trainerin Sarina Wiegmann wich gegen den Ball vom bewährten 4-3-3 ab und stellte die Passwege im 4-2-3-1 gut zu. Offensiv sollte über die schnelle Lineth Beerensteyn gekontert werden, das hätte in der 26. Minute sogar zum Erfolg führen können, doch US-Torhüterin Alyssa Naeher war rechtzeitig aus dem Tor geeilt.

Bis dahin waren die Amerikanerinnen trotz etwas höherer Ballbesitzanteile zu keinen großen Torchancen gekommen, das sollte sich in der Viertelstunde vor der Pause ändern. Torhüterin Sari van Veenendaal parierte den Volleyschuss von Julie Ertz (28.), hatte bei der Hereingabe von Rapinoe etwas Glück (37.) und war zweimal gegen Kapitänin Alex Morgan zur Stelle (38./40.).

Bis zum Elfmeter taten sich die USA wieder schwer, was auch angesichts der Belastung in beiden Kadern erstaunlich ist. US-Trainerin Jill Ellis hatte im Turnierverlauf viel rotiert und alle Feldspielerinnen zum Einsatz gebracht, bei den Niederlanden gab es nur ganz wenige Wechsel. Nach dem Strafstoß gab es dann aber keine Zweifel am amerikanischen Sieg. Das lag am schnellen zweiten Treffer von Lavelle, die ein Solo mit einem platzierten Flachschuss abschloss. Aber eben auch an den nachlassenden Kräften der Niederländerinnen.

USA - Niederlande 2:0 (0:0)
1:0 Rapinoe (62./Foulelfmeter)
2:0 Lavelle (69.)
USA: Naeher - O'Hara (46. Krieger), Dahlkemper, Sauerbrunn, Dunn - Mewis, Ertz, Lavelle - Heath (87. Lloyd), Morgan, Rapinoe (79. Press)
Niederlande: Van Veenendaal - van Lunteren, Dekker (73. van de Sanden), van der Gragt, Bloodworth - Groenen, van de Donk, Spitse - Beerensteyn, Miedema, Martens (70. Roord)
Schiedsrichterin: Frappart (Frankreich)
Gelbe Karten: Dahlkemper - Spitse, van der Gragt
Zuschauer: 57.900

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