Gegen Außenseiter Thailand 13:0 - Weltmeister USA erzielt Rekordsieg

Einige Favoriten hatten sich bei ihrem WM-Start schwergetan - nicht so der Weltmeister: Die USA spielten überforderte Thailänderinnen schwindelig. Da machten auch zwei nicht gegebene Elfmeter keinen Unterschied.

Sam Mewis jubelt mit Megan Rapinoe
Lionel Bonaventure / AFP

Sam Mewis jubelt mit Megan Rapinoe


Der WM-Start von Weltmeister USA gegen Thailand hat den erwartet rasanten Lauf genommen. Und nicht nur das: Mit 13:0 (3:0) hatte die Partie auch einen besonders bitteren Endstand für den krassen Außenseiter parat. Alex Morgan traf dabei gleich fünf Mal. Im zweiten Spiel der Gruppe F hatte zuvor Schweden 2:0 gegen Chile gewonnen.

Bereits nach sechs Minuten war der Ball erstmals im Netz - doch dieser Treffer wurde noch wegen Abseits verwehrt. Und doch war früh klar, auf was sich Thailand würde einstellen müssen: Innerhalb von 21 Minuten trafen Morgan (12. Minute), Rose Lavelle (20.) und Lindsey Horan (32.) zum 3:0-Halbzeitstand.

Nach dem Seitenwechsel ging es dann noch schneller: Samantha Mewis (50.), Morgan (53.), erneut Mewis (54.) und Lavelle (56.) erhöhten in nur sechs Minuten auf 7:0, bevor Morgan mit ihren Treffern drei, vier und fünf (74., 81., 87.), Megan Rapinoe (79.), Mallory Pugh (85.) und Carli Lloyd (90.+2) den Endstand perfekt machten.

Dabei hätten die USA in diesem ungleichen Duell durchaus noch höher gewinnen können. Denn: Gleich zwei Mal hätte es Elfmeter geben müssen. In der 24. Minute war Mewis von Kanjana Sungngoen zu Boden gerissen worden, kurz vor der Pause foulte dann Rattikan Thongsombut die Amerikanerin Horan. Doch Schiedsrichterin Laura Fortunato und ihr VAR-Team ließen in beiden Szenen weiterlaufen.

Den Rekord für den höchsten Sieg bei einer WM haben die USA trotzdem gebrochen: 2007 hatte das DFB-Team 11:0 gegen Argentinien gewonnen.

USA - Thailand 13:0 (3:0)
1:0 Morgan (12.)
2:0 Lavelle (20.)
3:0 Horan (32.)
4:0 Mewis (50.)
5:0 Morgan (53.)
6:0 Mewis (54.)
7:0 Lavelle (56.)
8:0 Morgan (74.)
9:0 Rapinoe (79.)
10:0 Morgan (81.)
11:0 Pugh (85.)
12:0 Morgan (87.)
13:0 Lloyd (90.+2)
USA: Naeher - O'Hara, Ertz (69. Pugh), Dahlkemper, Dunn - Horan, Mewis, Lavelle (57. Lloyd) - Rapinoe, Morgan, Heath (57. Press)
Thailand: Charoenying - Phetwiset (70. Srimanee), Saengkoon, Chinwong, Srangthaisong - Phancha, Sungngoen, Boothduang (35. Khuenapet), Intamee, Thongsombut (66. Danga) - Nildhamrong
Schiedsrichterin: Laura Fortunato (Argentinien)
Gelbe Karten: - / Dangda
Zuschauer: 18.597

sak



insgesamt 2 Beiträge
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ThomasS79 12.06.2019
1. Noch vieles an Entwicklung nötig...
Wenn ein Klassenunterschied dermaßen deutlich wird, dass eine Mannschaft in der finalen Weltmeisterschafts-Wettbewerb die andere mit 13:0 vom Platz fegt, dann zeigt das deutlich, wie viel und wie lange hier noch Entwicklungsarbeit geleistet werden muss! Ich schätze 20-30 Jahre, je nach öffentlichem Zuspruch und Möglichkeiten und zur Verfügung stehender Gelder für die Optimierung der Trainingsmöglichkeiten und Spielpraxis. So gerne man den Frauen-Fußball in den Fokus der Aufmerksamkeit rücken möchte, so eklatant werden eben auch die Schwächen verschwiegen! Das fängt in der Qualität der Technik bei der Ballannahme und dem Passspiel an, und hört beim Spielaufbau und der Athletik auf! Man wird den Eindruck nicht los, dass einer Bezirksmeisterschaft ein übergroßes Korsett einer zu groß geratenen Marketing-Veranstaltung über gezogen wird. Dazu der bestenfalls ironische bis nervige Abgleich mit dem Männersport, der gar nicht nötig wäre, um seinen eigenen, vielleicht besseren Weg zu gehen. Ich weiß ganz insgesamt nicht wirklich, ob sich der Frauenfußball damit einen Gefallen tut! Die seltsam entrückten Debatten im Zusammenhang mit Gleichberechtigung tun leider ihr Übriges! Hier wird ein Pferd missbräuchlich vor den Karren gespannt, welches Resultat einer wünschenswerten Emanzipation und Selbstbestimmung der Frauen ist, vielleicht sollte man dieses erstmal laufen lassen, bevor man es unter fadenscheinigen Begründungen zu Höchstleistungen peitschen will!
peter-k 12.06.2019
2. @ThomasS79
Was Sie sagen trifft präzise auch auf die anderen asiatischen Länder zu, einschließlich China.
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