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WM 2019: Unter vier Sternen

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US-Superstar Megan Rapinoe Golden Girl

Sie solle erst gewinnen, bevor sie rede, sagte US-Präsident Donald Trump über Superstar Megan Rapinoe. Zwei Wochen später hat die US-Kapitänin alles gewonnen, was es bei dieser WM zu gewinnen gab. Die Schnellanalyse.

Darf sie nun reden? US-Kapitänin Megan Rapinoe ist nicht gut auf US-Präsident Donald Trump zu sprechen. Dementsprechend kündigte sie bereits während des Turniers an, im Falle einer Einladung nach einem möglichen Titelgewinn nicht ins Weiße Haus kommen zu wollen. Trump antwortete gewohnt via Twitter: Rapinoe solle nicht respektlos sein und erst gewinnen, bevor sie rede. Zwei Wochen später weiß die 34-Jährige gar nicht, welchen Pokal sie zuerst in die Luft stemmen soll: Den WM-Pokal, den Pokal für die Torschützenkönigin oder doch den Pokal für die beste Spielerin des Turniers? Mehr Redefreiheit geht wohl nicht.

VARum? Dachte man sich angesichts des unnötigen Einsteigens von Stefanie van der Gragt im eigenen Strafraum gegen Alex Morgan (60. Minute). Die Niederländerin wurde der Aussprache ihres Namens gerecht und krachte mit der offenen Sohle in die US-Stürmerin. Schiedsrichterin Stephanie Frappart, die es als einzige Französin in das Finale von Lyon geschafft hatte, schaute sich die Szene in der Review Area an und hatte keine andere Wahl, als auf den Punkt zu zeigen. Es war das für diese WM typische Ende eines bis dahin spannenden Finals. Der Videobeweis ist allgegenwärtig.

Stefanie van der Gragt kracht in Alex Morgan und verursacht den Elfmeter zur Führung für die USA.

Stefanie van der Gragt kracht in Alex Morgan und verursacht den Elfmeter zur Führung für die USA.

Foto: Maja Hitij/Getty Images

Das Ergebnis: Rapinoe bedankte sich, traf zur Führung (61.) und zum ersten Mal überhaupt vom Elfmeterpunkt in einem WM-Finale. Rose Lavelle erhöhte nur acht Minuten später per Sololauf zum 2:0-Endstand. Zum vierten Mal sind die USA Fußball-Weltmeister. Hier geht es zum Spielbericht.

Zwölf Minuten: Die brauchte das US-Team bei dieser WM nach Anpfiff höchstens, um das erste Tor zu erzielen. Zwölf Minuten, in denen die gegnerischen Teams dem hohen Druck der Staroffensive bereits erlagen. Aber nicht die Niederländerinnen. Sie standen tief und verteidigten stark. Den ersten Schuss gaben die US-Amerikanerinnen erst in der 28. Minute durch Julie Ertz ab.

Van-Veenendaal-Verzweiflung: Erst gegen Ende der ersten Hälfte wurden die USA offensiv stärker - zumindest für zwei Minuten. Die niederländische Defensive konnte sich aber eine kleine Auszeit genehmigen, angesichts einer solchen Torhüterin. Sari van Veenendaal hielt in der ersten Hälfte gegen Samantha Mewis (38.) und gleich zweimal gegen Morgan (38., 40.) den Ausgleich fest. Dadurch verhinderte sie, dass Morgan die Trophäe für die meisten Tore bei dieser WM erhielt. Sie erzielte zwar wie Rapinoe sechs, benötigte dafür aber mehr Spielzeit. In der zweiten Hälfte hielt van Veenendaal ebenso stark und musste sich nur dem Elfmeter von Rapinoe und einem Schuss von der Strafraumkante von Lavelle geschlagen geben. Die Auszeichnung der besten Torhüterin des Turniers gab es dennoch.

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Umbruch am Mikrofon: Stephanie Baczyk ist Kommentatorin bei der ARD und eine der Entdeckungen der Weltmeisterschaft. Die 32-Jährige trat aus dem Schatten ihrer männlichen Kollegen hervor und wurde auf den sozialen Netzwerken von den deutschen Fußballfans gefeiert. Das Finale kommentierte mit Bernd Schmelzer im Ersten dennoch ein Mann. Womöglich ein weiterer Fall für den Videobeweis.

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WM-Fieber I: Das kam in dem Monat vor allem dank der niederländischen und US-amerikanischen Fans auf. Bei Spielen beider Nationen wurde sowohl innerhalb als auch außerhalb der Stadien gefeiert und gesungen. Und bei den Niederlanden auch eine gewöhnungsbedürftige Songauswahl trompetet. DJ Ötzis Streamingzahlen werden nach der WM mutmaßlich ins Bodenlose stürzen.

WM-Fieber II: Im Webstore des Sportartikelherstellers Nike wurde kein Trikot derart oft verkauft wie das Heim-Trikot des US-Teams.  Um solche Zahlen zu erreichen, bedarf es aber auch Männer- und Kindergrößen. Und die gibt es vom deutschen WM-Trikot nicht zu kaufen. "Bisher war die Nachfrage auf Konsumenten-Seite für Kinder- und Männergrößen des Frauentrikots tatsächlich zu gering" antwortete DFB-Ausrüster Adidas auf eine SPIEGEL-Anfrage. Hmpf.

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