Fußball-WM Golden Goal! Senegal im Viertelfinale

Henri Camara hat Senegal sensationell ins Viertelfinale der Fußball-WM geschossen. Der Stürmer erzielte gegen die Schweden nicht nur den Ausgleichstreffer, sondern auch noch das entscheidende Golden Goal.


Geschafft: Senegals Papa Bouba Diop (l.) und seine Mitspieler feiern den Sieg über die Schweden
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Geschafft: Senegals Papa Bouba Diop (l.) und seine Mitspieler feiern den Sieg über die Schweden

Oita/Japan - Die Afrikaner gewannen am Sonntag das Achtelfinale mit 2:1 (1:1, 1:1) durch den Treffer Camaras in der 104. Minute. Senegal schaffte damit erst als zweites Team vom schwarzen Kontinent nach Kamerun 1990 den Sprung in ein WM-Viertelfinale.

Mit dem dritten Turniertreffer von Henrik Larsson in der 11. Minute hatte Schweden vor 39.747 Zuschauern für einen Blitzstart der Skandinavier gesorgt, bevor Camara (37.) zum Ausgleich traf.

Nach Larssons Führungtor verlagerte sich das Geschehen in die schwedische Hälfte, und die Afrikaner kamen fast zwangläufig zu Möglichkeiten. Pech hatte der Afrika-Cup-Finalist, als Schiedsrichter Ubaldo Aquino aus Paraguay bei einem Tor von Papa Bouba Diop auf Abseits erkannte Anschließend jedoch hatte Henri Camara mit einem platzierten Flachschuss aus 18 Metern zum verdienten Ausgleich mehr Glück.

Die Senegalesen überzeugten einmal mehr durch ihren technisch starken Kombinations-Fußball über die Außenpositionen, der auch in der Folge einige Schwächen in der ansonsten gut organisierten schwedischen Abwehr offenbarte. Vor dem Pausenpfiff verfehlte Torschütze Camara das Gehäuse der Skandinavier nur knapp.

Die zweite Halbzeit des letzten WM-Spiels im südlichsten japanischen WM-Austragungsort begann bei Temperaturen von 30 Grad mit energischen schwedischem Angriffen, ohne jedoch die athletischen Afrikaner vor größere Probleme zu stellen. So blieb es bei Warnschüssen durch Anders Svensson und Marcus Allback, ehe der eingewechselte Zlatan Ibrahimovic zehn Minuten vor dem Ende der regulären Spielzeit das 2:1 verpasste.

In der Verlängerung hatte Anders Svensson mit einem Pfostenschuss (96.) aus nur elf Metern Pech, auf der Gegenseite verpasste El Hadji Diof, Afrikas Fußballer des Jahres, der neben dem Torschützen Camara herausragender Spieler seines Teams war, die vorzeitige Entscheidung.

Bei den Schweden, die im letzten Vorrundenspiel den Topfavoriten Argentinien mit einem 1:1 aus dem Wettbewerb geworfen hatten, waren Tobias Linderoth und Anders Svensson die auffälligsten Spieler.

"So zu sterben, ist für die Schweden bitter"

Schwedens Trainer Lars Lagerbäck haderte mit dem Schicksal: "Unsere Enttäuschung ist natürlich umso größer, weil die Niederlage auf diese Weise zu Stande kam. So zu verlieren, ist schon grausam. Wir hatten einen guten Start und spielten in der zweiten Halbzeit besser. Vielleicht steckten uns doch die drei Spiele in unserer schweren Vorrundengruppe in den Knochen. Gemessen an den starken Gegnern dort hat meine Mannschaft mit viel Charakter ein gutes WM-Turnier gespielt. Ich gratuliere den Senegalesen, die eine physisch sehr starke Mannschaft haben."

Senegals Coach Bruno Metsu sprach von einem "völlig verrücktes Spiel, das sicher alle Zuschauer happy gemacht hat. Ich bin natürlich sehr zufrieden, dass wir in der Verlängerung die Glücklicheren waren. So zu sterben, ist für die Schweden natürlich bitter. Ich bin stolz und glücklich, dass wir es waren, die die starken Schweden geschlagen haben, die zuvor in 16 Spielen nicht verloren hatten."

Im Viertelfinale trifft Senegal am kommenden Samstag in Osaka auf den Sieger der Begegnung zwischen Gastgeber Japan und der Türkei. Die zweite Sonntags-Begegnung in der Runde der letzten 16 bestreiten um 13.30 Uhr MESZ (Liveticker bei SPIEGEL ONLINE) Spanien und Irland.


Schweden - Senegal 1:2 (1:1, 1:1) n. V.
1:2 Camara (104.)
1:0 Larsson (11.)
1:1 Camara (37.)
Schweden: Hedman - Mellberg, Jakobsson, Mjällby, Lucic - Alexandersson (77. Ibrahimovic), Linderoth, Anders Svensson, Magnus Svensson (100. Jonson) - Allbäck (65. Andreas Andersson), Larsson
Senegal: Sylva - Coly, Diatta, Pape Malick Diop (67. Beye), Daf, Cissé - Faye, Bouba Diop - Thiaw, Camara, Diouf
Schiedsrichter: Aquino Valenzano (Paraguay)
Zuschauer: 37.000
Gelbe Karten: Coly, Thiaw



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