Public Viewing in Teheran Iran lässt nach 37 Jahren wieder Frauen ins Stadion

Die Proteste waren erfolgreich: Nach langem Hin und Her haben die Behörden in Teheran am Mittwoch Frauen und Männer gemeinsam zum Public Viewing ins Azadi-Stadion gelassen - zum ersten Mal seit 1981.
Iranerin in Fankleidung

Iranerin in Fankleidung

Foto: ATTA KENARE/ AFP

1981 durften zum letzten Mal Männer und Frauen auf den Tribünen des Azadi-Stadions in Teheran gemeinsam ein Fußballspiel schauen. Seither haben die schiitischen Geistlichen, die Religion, Politik und Gesellschaft in Iran dominieren, Frauen verboten, Fußballspiele von Herrenteams im Stadion anzuschauen. Die Iranerinnen sollten dadurch von der maskulinen Atmosphäre auf den Tribünen geschützt werden, heißt es zur Begründung.

Am Mittwochabend ist das Stadionverbot zum ersten Mal offiziell gelockert worden. Frauen und Männer konnten gemeinsam auf Videoleinwänden das WM-Spiel Iran gegen Spanien verfolgen. Rund 20.000 Karten wurden für das Public Viewing verkauft.

Dabei hatte es bis kurz vor Anpfiff so ausgesehen, als verhinderten die Behörden die Veranstaltung in letzter Minute. Als die ersten Fans rund drei Stunden vor Anpfiff zum Azadi-Stadion strömten, standen sie vor verschlossenen Toren. Polizisten riegelten die Arena ab. Die Behörden hatten die Veranstaltung kurzfristig abgesagt -"aus Gründen der Infrastruktur", wie es offiziell hieß.

Doch die Anhänger des iranischen Team Melli wollten das Verbot nicht hinnehmen. Sie veranstalteten Sitzblockaden, redeten mit den Polizisten und protestierten. Rund eine Viertelstunde vor Anpfiff öffneten sich doch noch die Stadiontore - für Männer und Frauen.

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In den sozialen Netzwerken posteten weibliche Fußballfans stolz Selfies von den Tribünen.

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Auch das Team Melli, wie die iranische Nationalmannschaft genannt wird, postete auf seinem offiziellen Twitteraccount ein Foto von Frauen auf der Tribüne in Teheran. Dazu der Text: "Das Azadi-Stadion, jetzt!"

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37 Jahre Warten haben ein Ende. Doch ob das auch bedeutet, dass Iranerinnen künftig bei Liga- und Länderspielen in die Stadien dürfen, steht weiter in den Sternen. (Lesen Sie hier, wie iranische Frauen dem Stadionverbot trotzen).

syd
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