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Streit mit dem Trainer Kevin-Prince Boateng fliegt aus Ghanas WM-Kader

Ghana kann am Abend noch das WM-Achtelfinale erreichen, für Kevin-Prince Boateng jedoch ist das Turnier vorbei: Trainer Kwasi Appiah warf den Schalke-Star nach einem Streit aus dem Kader, auch Sulley Muntari wurde suspendiert.

Hamburg - Der Schalker Bundesligaprofi Kevin-Prince Boateng und Sulley Muntari (AC Mailand) sind von Trainer Kwasi Appiah aus dem Kader der ghanaischen Fußballnationalmannschaft bei der WM in Brasilien geworfen worden. Das bestätigte Ghanas Verband auf seiner Internetseite.

"Ja, ich reise ab und bin nicht mehr Teil des Teams", sagte Boateng "Sport Bild online". Grund sei ein Zwischenfall im Training am Mittwoch gewesen, so Boateng: "Sulley Muntari und ich haben nach einem Zweikampf gescherzt." Daraufhin habe Trainer Appiah die Einheit unterbrochen und beide Spieler in die Kabine geschickt.

Muntari wird zudem vorgeworfen, gegen Verbandsfunktionär Moses Arman Parker handgreiflich geworden zu sein.

Boateng suchte nach eigener Aussage am Donnerstag die Aussprache mit dem Coach, "ich fragte ihn, was er gegen mich habe. Daraufhin fing er an, mich anzuschreien. Er beleidigte mich auch, es fielen Wörter wie: 'Fuck off'". Am Donnerstag erfuhr der 27-Jährige von seiner Suspendierung.

Am Abend kämpft Ghana gegen Portugal um das WM-Achtelfinale (18 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). Für die Partie wünsche Boateng seinen Teamkollegen "alles erdenklich Gute".

Erst am Mittwoch war ein Prämienstreit im ghanaischen Team vor dem letzten Vorrundenspiel beigelegt worden. Das brasilianische Portal globo.com veröffentlichte Bilder von der Ankunft eines Charterflugzeugs am Mittwochabend (Ortszeit) in Brasília, in dem sich mehrere Millionen US-Dollar befunden hätten. Dann sei es mit Autos per Polizeieskorte ins ghanaische Teamhotel gegangen, wo angeblich Geldkoffer ins Hotel getragen wurden. Ghanas Verband äußerte sich zunächst nicht offiziell.

Die den Spielern versprochenen Zahlungen in Höhe von 75.000 US-Dollar (rund 55.000 Euro) pro Profi hatten sich zuletzt rund zwei Wochen verzögert. Die Spieler reagierten unter anderem mit einem Trainingsboykott. Trainer Appiah hatte noch kurz zuvor am Mittwochabend von "Problemen mit dem Geld" berichtet, aber diese sollten "hoffentlich in zwei bis drei Stunden erledigt sein", wie er erklärte.

luk/dpa/sid
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