Fußballer im Sprachgewirr "Ich gratuliere die Bayern"

Berti Vogts war oft für eine sprachliche Blutgrätsche gut. Leverkusens Trainer Bruno Labbadia hat mit seiner Artikulation mittlerweile zwar keine Probleme mehr - aus seiner aktiven Zeit blieb jedoch ein peinlicher Spruch haften: eine Auswahl der schönsten Verbalausrutscher.
Von Daniel Wiemann

Hamburg - "Das wird alles von den Medien hochsterilisiert." Mit diesem Satz machte Leverkusens Trainer Bruno Labbadia den Vertretern der Presse einen doch eher ungewöhnlichen Vorwurf. "Für mich gibt es nur 'entweder-oder'. Also entweder voll oder ganz!" - dieser Ausspruch stammt von Toni Polster, ehemaliger Stürmer beim 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach.

Nur wenige Fußballer sind im Umgang mit Worten so geschickt wie beim Spiel mit dem Ball. Es gibt Profis und Trainer, die tun sich mit der eigenen Sprache genauso schwer wie mit Fremdwörtern. Berti Vogts, berüchtigt für verbale Missgeschicke, erstaunte Journalisten mit seinem Satz "Ich gratuliere die Bayern". Der ehemalige Nationalspieler und Bundestrainer, Spitzname "Terrier", gilt neben Lothar Matthäus als Spezialist für verfehlte Fußball-Weisheiten.

Ebenfalls gelegentlich daneben lag Olaf Thon: Mit "Wir lassen uns nicht nervös machen, und das geben wir auch nicht zu!", demonstrierte er, dass sein fußballerisches Können größer als sein sprachliches war. Probleme, die Dinge auf den Punkt zu bringen, hatte auch Andreas Brehme. Der frühere Nationalspieler fiel immer wieder mit interessanten Aussagen auf. Eines seiner Highlights war: "Das Unmögliche möglich zu machen, wird ein Ding der Unmöglichkeit."

Auch Fremdwörter sind mitunter nicht des Fußballers bester Freund. Das zeigte unter anderem Fritz Walter, Bundesliga-Torschützenkönig von 1992. "Die Sanitäter haben mir sofort eine Invasion gelegt", stellte der Stuttgarter Stürmer einmal fest. Selbst Trainerlegende Helmut Schön war vor verbalen Ausrutschern nicht gefeit. Ihm unterlief ein Fauxpas der amüsanten Sorte: "Da gehe ich mit Ihnen ganz chloroform."

Horst Hrubesch, mit der DFB-Elf 1980 Europameister, hatte nach dem Schlusspfiff Probleme, ein Spiel Revue passieren zu lassen, und sagte "Wir müssen alles noch mal Paroli laufen lassen." Der ehemalige Leverkusener Trainer Michael Skibbe, sprachlich ohnehin eher dröge, stellte vor der Presse einmal klar: "Ich bin immer offen für Kritik, nur sie muss konstruktivistisch sein."

Und für diejenigen, die den Großteil der Spieler und Trainer immer noch für eloquent halten, hat Friedhelm Funkel einen Satz parat: "Wer jetzt noch träumt, ist ein Träumer."

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