Fußballkatastrophe von Hillsborough Nach 28 Jahren Anklage erhoben

96 Fußballfans starben 1989 bei der Katastrophe im Hillsborough-Stadion. Das ist 28 Jahre her. Nun erhob die britische Staatsanwaltschaft erstmals Anklage gegen sechs Personen.

Katastrophe im Hillsborough-Stadion
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Katastrophe im Hillsborough-Stadion


Mehr als 28 Jahre nach der Hillsborough-Katastrophe erhebt die britische Staatsanwaltschaft Anklage gegen sechs Personen, darunter auch vier Polizeibeamte. Das teilte die zuständige Staatsanwaltschaft mit.

"Es gibt ausreichend Beweise, um das Verfahren gegen diese Personen einzuleiten", sagte Sue Hemming, Leiterin der Abteilung für besondere Kriminalitätsbekämpfung. Premierministerin Theresa May sprach von "einem wichtigen Schritt nach vorn".

Am 15. April 1989 war beim Pokalspiel zwischen dem FC Liverpool und Nottingham Forrest im Stadion eine Massenpanik ausgebrochen. 96 Menschen starben. Darunter viele Kinder, Hunderte wurden verletzt.

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Fußballtragödie von Hillsborough: Tod am Zaun

Ein ehemaliger Polizist, der bei dem Fußballspiel für die Sicherheit im Stadion verantwortlich war, wurde wegen "Totschlags durch grobe Fahrlässigkeit" angeklagt. Das Fehlverhalten des Beamten habe "entscheidend zum Tod jedes einzelnen der 96 Menschen beigetragen", hieß es von der Staatsanwaltschaft.

Die anderen damaligen Beamten wurden unter anderem wegen Verletzung der Dienstpflichten und Behinderung der Justiz in der Folge des Unglücks angeklagt. Gegen den Ex-Geschäftsführer des Fußballclubs Sheffield Wednesday wurde Anklage wegen Sicherheitsmängeln im Stadion erhoben.

Lange war die Katastrophe hauptsächlich als Unfall dargestellt worden. Eine erste Untersuchung hatte 1991 ergeben, dass für die Tragödie im Fußballstadion von Sheffield niemand verantwortlich zu machen war. 2012 hatte ein Gericht das Urteil aufgehoben und eine neue Untersuchung angeordnet.

2014 wurde der Fall dann neu verhandelt, nachdem eine Untersuchung die bei der Katastrophe eingesetzten Polizei- und Rettungskräfte schwer belastete. Im Januar wurde bekannt, dass die Behörden gegen 23 Verdächtige ermitteln, denen Totschlag und Behinderung der Justiz vorgeworfen werden.

jan/AP/dpa/Reuters



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