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EM-Debütant Wales: Endlich einen Superhelden

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Gruppe B - Wales Die Gallier kommen!

Zum ersten Mal startet Wales bei einer Fußball-EM - und trifft direkt auf England. Dank Gareth Bale hat der Außenseiter aber gute Chancen den großen Nachbarn zu ärgern. Er führt das etwas andere Gallien an.

Direkt an der Küste des Atlantiks, im Norden der Bretagne soll der Ort liegen. Der genaue Standort des Gallischen Dorfes ist aber nicht bekannt, in dem meist die Geschichten von Asterix begonnen haben.

Dieser Text handelt von der walisischen Nationalmannschaft, eine Parallele zur französischen Comicserie darf jedoch nicht fehlen. Denn das Team aus Wales steht vor einem großen Abenteuer: Zum ersten Mal ist die Nation für die Europameisterschaft qualifiziert. Und der Startschuss findet in Dinard statt, in der französischen Küstenstadt hat Wales sein EM-Quartier aufgeschlagen: ganz in der Nähe, wo viele Fans das Gallische Dorf vermuten. Hier werden Superkräfte frei.

Wales hatte zwar immer wieder große Spieler wie Ryan Giggs oder Ian Rush, doch bis auf eine WM-Teilnahme im Jahr 1958 hatten die drei Millionen Einwohner bisher wenig Grund zum Jubel. Das sportliche Augenmerk galt Rugby, auf die Fußballer blickte das Land skeptisch. 2011 stand das Team sogar nur auf dem 117. Platz der Fifa-Weltrangliste, noch hinter den Philippinen und Nicaragua. Manch einem war da sogar Englands Fußball lieber.

Mittlerweile hat Wales aber einen echten Helden, einen Asterix: Gareth Bale. Zuletzt triumphierte der Angreifer zum zweiten Mal nach 2014 mit Real Madrid in der Champions League, mit einer Ablösesumme von mehr als 100 Millionen Euro ist er der teuerste Profi der Geschichte und nicht zuletzt wegen seiner unglaublichen Schnelligkeit gehört der 26-Jährige zu den Top-Spielern des Kontinents.

Die Partie gegen den Nachbarn wird zum Risikospiel

Und es wäre nicht überraschend, wenn der Madrid-Profi mit seiner Mannschaft sogar das Achtelfinale der Euro erreichen würde. Mit der Slowakei und Russland erwischten die Waliser zwei durchaus schlagbare Gruppengegner im Kampf um Platz zwei. Aber was wären die Waliser für Gallier, wenn sie nicht sogar Platz eins im Hinterkopf hätten. Für den Gruppensieg müssten Bale und Co. England aus dem Weg räumen. Ausgerechnet den große Nachbarn, wie die Gallier die Römer in den Comics von René Goscinny.

Am zweiten Spieltag der Vorrunde kommt es zum Aufeinandertreffen der Briten. Das Duell findet in Lens statt, keine 100 Kilometer vom Eurotunnel auf der französischen Seite entfernt. Es wird also genau das Szenario eintreffen, wovor es der Uefa und den französischen Sicherheitsbehörden derzeit graut: In Lens wird nach Abpfiff wohl eine der wildesten Nächte der Gruppenphase mit Tausenden Fans auf öffentlicher Straße stattfinden - der Spielansetzung der Uefa sei dank.

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EM-Debütant Wales: Endlich einen Superhelden

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Rezept für den Zaubertrank: hinten sicher, vorne Bale

Von einer anderen Entscheidung des europäischen Fußballverbandes hat Wales jedoch nicht profitiert: die Aufstockung auf 24 Teams. Als Gruppenzweiter hinter Belgien war Wales auf die Nachhilfe der Uefa gar nicht angewiesen. Die Qualifikation gelang souverän.

Den Zaubertrank rührt derweil Chris Coleman an. Der Trainer setzt auf eine defensive Ausrichtung. Die nur vier Gegentreffer in der Quali waren der Schlüssel zum Erfolg. Auch Aaron Ramsey vom FC Arsenal ist die EM-Teilnahme zu verdanken, der im zentralen Mittelfeld ordnet und mit Pässen in die Spitze Torgarant Bale bedient. Der war gleich an fünf von sechs Quali-Siegen mit mindestens einem Treffer maßgeblich beteiligt.

Ärgern müssen sich übrigens die Engländer: Bale hätte auch für ihre Nation spielen können, die Großmutter des Ausnahmespielers wurde im Land der "Three Lions" geboren. Um Bale bemüht soll sich jedoch niemand haben und so fiel es ihm die Entscheidung leicht, für Wales aufzulaufen. Und ehrlich gesagt: Was wären das für unbefriedigende Asterix-Geschichten gewesen, wenn der Held plötzlich in den Reihen der Römer aufgetaucht wäre?

EM-Countdown: SPIEGEL ONLINE stellt alle 24 Teams vor
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Von Albanien bis Deutschland: 24 Teams treten bei der EM in Frankreich an. SPIEGEL ONLINE stellt alle Mannschaften vor. Die Texte in der Übersicht:Gruppe A

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