Gerald Asamoah zu Tönnies-Äußerungen "Er beleidigt mich und alle anderen Betroffenen"

Gerald Asamoah hat sich "geschockt und verletzt" über die rassistischen Äußerungen von Schalke-Boss Clemens Tönnies gezeigt. Der Teammanager der Schalker U23 forderte Konsequenzen.

Gerald Asamoah vor dem Spiel Dortmund gegen Schalke im April 2019 im Dortmunder Stadion
imago images/ Nordphoto

Gerald Asamoah vor dem Spiel Dortmund gegen Schalke im April 2019 im Dortmunder Stadion


Der frühere deutsche Fußballnationalspieler und Ex-Schalke-Profi Gerald Asamoah hat Schalkes Aufsichtsratschef Clemens Tönnies nach dessen umstrittenen Aussagen scharf kritisiert. "Seine Äußerung hat mich sehr überrascht, geschockt und auch verletzt. Er beleidigt mich und alle anderen Betroffenen", schrieb der 40-Jährige am Sonntagabend auf Instagram. Zugleich forderte Asamoah, der bei den Gelsenkirchenern Teammanager der U23 ist, Konsequenzen: "Das können wir nicht dulden."

Tönnies hatte beim Tag des Handwerks in Paderborn als Festredner Steuererhöhungen im Kampf gegen den Klimawandel kritisiert. Dabei stellte er aber auch einen angeblichen Zusammenhang von Energieversorgung, Klimawandel und Überbevölkerung in Afrika her. Statt Steuern zu erhöhen solle man lieber jährlich 20 Kraftwerke in Afrika finanzieren. "Dann würden die Afrikaner aufhören, Bäume zu fällen, und sie hören auf, wenn's dunkel ist, Kinder zu produzieren", sagte Tönnies. Für diese Aussagen hatte er sich später entschuldigt.

Tönnies habe ihn persönlich angerufen

"Ich bin ehrlich gesagt etwas sprachlos. Ich arbeite schon lange mit Clemens Tönnies zusammen und wir sind auch schon lange eng befreundet", sagte der in Ghana geborene Asamoah und stellte klar: "Mir gegenüber hat er sich nie rassistisch verhalten."

Tönnies habe sich bei ihm persönlich gemeldet und sich für sein Verhalten entschuldigt. "Nichtsdestotrotz werden wir uns zeitnah zusammensetzen, denn so etwas darf nicht passieren (!!) und es ist traurig, dass wir 2019 immer noch über so etwas sprechen müssen."

Voraussichtlich im Laufe des morgigen Tages will der aus fünf Mitgliedern bestehende Ehrenrat von Schalke 04 über mögliche Konsequenzen für den Aufsichtsratschef des Bundesligisten beraten. Dem Gremium stehen diverse Sanktionen bis hin zu einer Amtsenthebung Tönnies' zur Verfügung. Auch die DFB-Ethikkommission wird sich mit Tönnies beschäftigen.

Asamoah, Vizeweltmeister von 2002, spielte von 1999 bis 2010 für die Königsblauen und gewann mit dem FC Schalke zweimal den DFB-Pokal. Nach 380 Einsätzen für den Klub beendete er im Jahr 2015 seine Karriere als Spieler. Im Anschluss wurde er Manager der U23-Mannschaft auf Schalke. Dort hat er noch einen Vertrag bis 2022.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hatten wir geschrieben, der Schalker Ehrenrat werde im Laufe des Tages über mögliche Konsequenzen für Tönnies beraten. Das Gremium wird laut Klub jedoch voraussichtlich morgen tagen.

ngo/dpa

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