Schröder zur WM 2006 "Sommermärchen bleibt Sommermärchen"

Trotz aller Enthüllungen um die WM-Vergabe 2006: Altkanzler Gerhard Schröder steht immer noch zu der Heim-WM. Man dürfe das Ereignis "nicht grundsätzlich in Zweifel ziehen".

Altkanzler und 96-Aufsichtsratschef Gerhard Schröder
DPA

Altkanzler und 96-Aufsichtsratschef Gerhard Schröder


Altkanzler Gerhard Schröder sieht die Fußballweltmeisterschaft 2006 in Deutschland rückblickend nicht durch den Skandal um deren Vergabe beschmutzt. "Das Sommermärchen bleibt ein Sommermärchen und zwar mit außerordentlichen positiven Auswirkungen für das Image Deutschlands in der Welt", sagte Schröder in Hannover. Der ehemalige Bundeskanzler wurde dort als neuer Aufsichtsratsvorsitzender von Hannover 96 vorgestellt.

In der Affäre "sollte man trennen zwischen dem, was man partiell kritisiert, und dem, was dieses Ereignis insgesamt war", sagte Schröder, der als Regierungschef bei der entscheidenden Abstimmung 2000 in Zürich vor Ort war: "Und da war mehr als die eine oder andere Fehlentscheidung, die aufgedeckt worden ist und aufgedeckt werden musste. Es war halt mehr und dieses Mehr sollte nicht zu gering bewertet werden."

Noch immer ist nach den Enthüllungen des SPIEGEL vieles offiziell ungeklärt: Welchem Zweck dienten die 6,7 Millionen Euro, die bei Skandalfunktionär Mohamed bin Hammam in Katar landeten? Daneben gibt es noch zahlreiche andere Fragen, die weiter von der Frankfurter Staatsanwaltschaft und der Schweizer Bundesanwaltschaft untersucht werden. Dabei wird die Rolle nahezu aller ehemaligen WM-Bosse um Franz Beckenbauer unter die Lupe genommen.

"Ich habe verstanden, dass die Medien das Zustandekommen kritisiert haben", sagte Schröder: "Aber ich habe nicht verstanden, wie man ein unglaubliches Ereignis, das die Rolle Deutschlands in der Welt so was von positiv unterstützt hat, gleich mit in Zweifel ziehen kann."

aha/sid



insgesamt 13 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Ronns 23.01.2017
1. Zustimmung
Recht hat er, der Gerhard!
Weltbild 23.01.2017
2. ausgehöhlt
Wen interessiert diese Affaire denn noch??? Es wird wohl sinen Grund gehabt haben wofür die 6.7mln dienten.....
steuerberater.hamburg 23.01.2017
3. Unglaublich,
aber ich kann Herrn Schröder tatsächlich (zum ersten mal) aus ganzem Herzen zustimmen. Das "Sommermärchen" war nicht das die WM in D stattgefunden hat, sondern was die Gäste, die Fußballmannschaften und die Menschen in diesem Land daraus gemacht haben. Nämlich eine (durch das super Wetter begünstigte) tolle Party!
mchlpfeiffer 23.01.2017
4. Ich kann...
...sowohl Herrn Schröder als auch den bisherigen Kommentatoren nur zu 100% zustimmen. Die WM 2006 war mit Sicherheit eine der schönsten Turniere, die es bisher gab. Wen interessiert da noch, für was die 6,7 Mios letztendlich bestimmt waren: Das Ganze ist fast 20 Jahre her und einige der damaligen Protagonisten sind schon nicht mehr am Leben. Sollten die 6,7 Mios tatsächlich für Bestechung verwendet worden sein, waren sie gut angelegt.
e.pudles 23.01.2017
5. Zwei verschiedene Sachen
Man muss neidlos eingestehen, die WM 2006 war eine tolle Sache. Sie zeigte die Begeisterungsfähigkeit der Deutschen, ihr Fairplay und machte sie vielleicht nicht zu einem Märchen, aber bestimmt zu einem positiven Ereignis. Was nun die 6.7 Mio. anbetrifft, das ist ganz eine andere Sache und sollte deshalb nicht mit dem stattgefundenen Ereignis in direkte Verbindung gebracht werden. Hier haben, wie vermutlich bei allen Grossereignissen, ein paar Leute für ihre sogenannten guten Dienste diese auch gut bezahlen (schmieren) lassen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.