Gerichtsurteil Keine Bundesliga in der "Tagesschau"

Im Streit um die Bundesliga-Kurzberichte in der ARD-"Tagesschau" hat die KirchGruppe einen Sieg errungen. Das Landgericht München lehnte einen Antrag der ARD auf einstweilige Verfügung ab.


DPA

München - Damit wird die ARD in der Samstag-"Tagesschau" um 20 Uhr bis auf weiteres keine Kurzberichte von Spielen der Fußball-Bundesliga zeigen dürfen, obwohl dies in einem Vertrag mit der Kirch-Sportrechteagentur ISPR festgelegt worden war. Die KirchGruppe hatte diese Vereinbarung für hinfällig erklärt, nachdem die Sat.1-Bundesligashow "ran" von 18.30 auf 20.15 Uhr, die Zeit nach der "Tagesschau", verlegt worden war.

Die ARD wird, wie ihr stellvertretender Vorsitzender Peter Voß ankündigte, gegen diesen Beschluss Beschwerde beim Oberlandesgericht München einlegen. Die Entscheidung des Gerichts, den Anspruch der ARD wegen nicht ausreichender Begründung abzulehnen, wertete Voß als "zeitlichen Rückschlag, aber nicht als Niederlage in der Sache".

Beim Verfahrensgegner, der KirchGruppe, wurde das Ergebnis am Dienstag anders beurteilt. "Die ARD sollte nach der juristischen Niederlage ihren Konfrontationskurs beenden", forderte Alexander Liegl, Sportrechte-Geschäftsführer bei KirchMedia. Die KirchGruppe begrüße aber weiterhin den von Seiten des Deutschen Fußball-Bundes gemachten Vorschlag eines Spitzengesprächs.

Bisher hatte die ARD in der Samstag-Abendausgabe der "Tagesschau" bis zu drei Fußballspiele ihrer Wahl in einer Gesamtlänge von 90 Sekunden gezeigt. Auf Grund einer Sonderregelung mit der KirchGruppe wird die ARD an diesem Samstag in der "Tagesschau" vom Bundesligaspitzenspiel zwischen Meister Bayern München und "Vize" Schalke 04 sowie von einer weiteren Partie insgesamt 90 Sekunden lang berichten können.



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