Gerücht über DFB-Geheimplan Erst Henke, dann Hitzfeld

Die Spekulationen um den neuen Bundestrainer werden immer wilder. Jetzt hat BVB-Manager Michael Meier vorgeschlagen, Michael Henke könnte die Nationalelf übergangsweise betreuen, bis Ottmar Hitzfeld im Jahr 2005 den Job von seinem langjährigen Assistenten übernimmt. Otto Rehhagel hat einen anderen Favoriten: Lothar Matthäus.


Michael Henke: "Das sind alles ungelegte Eier"
AP

Michael Henke: "Das sind alles ungelegte Eier"

Hamburg - Rehhagel schaltete sich heute von seinem Urlaubsort Sylt in die Trainerdiskussion ein. Matthäus besitze die Unterstützung von Franz Beckenbauer und "er hat Fußball-Sachverstand", sagte der 65-Jährige in einem Interview mit der "Sport-Bild". Rehhagel, der noch bis 2006 als Nationalcoach in Griechenland unter Vertrag steht, hatte lange als möglicher neuer Bundestrainer gegolten, am Ende jedoch abgesagt.

Auch bei der Trainerfindungskommission (TFK) des DFB gilt Matthäus nach wie vor als Kandidat, doch angeblich wird mittlerweile ein von der Bundesliga vorgeschlagener Geheimplan favorisiert, nach dem der ursprüngliche Topfavorit Hitzfeld trotz seiner Absage noch einmal zum Umdenken bewogen werden soll. Der ehemalige Bayern- und Dortmund-Coach soll demnach am 1. Januar 2005 mit frischer Kraft die Nachfolge von Rudi Völler antreten. In den sieben Länderspielen des laufenden Jahres könnte sein langjähriger Assistent Henke die Nationalelf übergangsweise betreuen.

"Dazu gibt es von meiner Seite keinen Kommentar. Das sind für mich alles ungelegte Eier. Ich will nicht Opfer von Spekulationen werden", sagte Henke am Dienstag. Zudem könne sich der zusammen mit Hitzfeld bei Bayern München beurlaubte Henke auch nicht vorstellen, dass sein ehemaliger Chef seine Meinung noch einmal überdenkt: "Ich weiß ja gar nicht, ob sich der Ottmar noch mal bewegt. Wir haben seit drei Tagen nicht mehr miteinander gesprochen. Ich kann es mir aber nicht vorstellen, dass er sich noch anders entscheidet, denn er hat seine Entscheidung nach reiflicher Überlegung getroffen", so Henke weiter. Der 47-Jährige versicherte außerdem, dass es bislang keinen Kontakt zum DFB gegeben habe.

Lothar Matthäus mit Franz Beckenbauer: "Er hat Fußball-Sachverstand"
DPA

Lothar Matthäus mit Franz Beckenbauer: "Er hat Fußball-Sachverstand"

Die neue Variante mit Henke und dann Hitzfeld hatte Borussia Dortmunds Manager Michael Meier in der "Bild"-Zeitung ins Spiel gebracht. "Hitzfeld war nach dem Völler-Rücktritt von Anfang an die erste und beste Lösung. Nach der bisher erfolglosen Trainersuche sollten wir versuchen, noch einmal mit Hitzfeld zu sprechen und ihn zu überzeugen", sagte Meier. Denkbar sei, dass Hitzfeld in diesem Jahr kein Spiel der Nationalmannschaft betreut, "sondern Urlaub macht und Kraft tankt. Und am 1. Januar 2005 als Bundestrainer einsteigt", so Meier.

Für das erste Länderspiel nach der EM am 18. August in Wien gegen Österreich soll laut Franz Beckenbauer aber vorerst eine Interimslösung gefunden werden: "Wenn es bis dahin noch keinen Nachfolger gibt, wird man eine Übergangslösung finden. Beim DFB sind ja eine Reihe tüchtiger Leute beschäftigt", sagte der Vorsitzende der Trainerfindungskommission.

Neben Matthäus, Henke und Hitzfeld sind weiterhin auch zwei ausländische Trainer im Rennen. Im Gegensatz zum dänischen Nationalcoach Morten Olsen, der bereist sein Interesse bekundet hat, will sich Guus Hidink zu diesem Thema in den nächsten Tagen nicht mehr äußern werde. Zuvor war über eine angebliche Ausstiegsklausel des Niederländers beim PSV Eindhoven berichtet worden.



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