Gescheiterter Gascoigne Erst Rausschmiss, dann Festnahme

Gelungene Tage sehen anders aus. Nachdem der ehemalige Nationalspieler Paul Gascoigne als Trainer beim Sechstligisten Kettering Town rausgeflogen war, kündigte er an, um seinen Job zu kämpfen - und hielt Wort. Zum Leidwesen eines Fotografens.


Liverpool - Gascoigne soll laut "BBC" einen Fotografen verprügelt haben. In der "Sun" schildert Fotograf Steve Farrell die blutige Begegnung mit "Gazza". "Er und zwei Freunde zogen durch Liverpool. Als sie mich sahen, fingen sie an, mich zu beleidigen", so Farrell. "Ich fragte Gascoigne, ob er was gegen ein Foto hätte. Daraufhin kam er auf mich zu und tat so, als wolle er mir die Hand geben. Als er dann direkt vor mir stand, schlug er zu." Nach Angaben eines Polizeisprechers wurde Gascoigne danach in Gewahrsam genommen, verhört und am Dienstagnachmittag auf Kaution wieder freigelassen.

Ex-Profi Gascoigne: "Dann schlug er zu"
AFP

Ex-Profi Gascoigne: "Dann schlug er zu"

Grund für die schlechte Laune des 38-Jährigen: Am gleichen Tag verlor Gascoigne seinen Trainerposten beim Sechstligisten Kettering Town nach nur 39 Tagen. Laut "Sun" soll der ehemalige Nationalspieler angetrunken beim Training und im Mannschaftsbus gewesen sein.

Gascoigne reagierte auf die Vorwürfe gelassen: "Na und? Ich sage ihnen die Wahrheit: Ich hatte einen doppelten Brandy vor dem Spiel. Früher waren es dagegen normalerweise vier Flaschen Whiskey. Diese Zeiten sind vorbei", sagte er gegenüber "Sky Sports News".

Auf der Internetseite des Clubs bezeichnete dessen Besitzer Imraan Ladak Gascoigne als "unfähig, seinen Verpflichtungen nachzukommen". Der reagierte mit einer Kampfansage: "Ich werde niemals von Kettering weggehen, sondern bis zum bitteren Ende kämpfen."

Der frühere Regisseur von Lazio Rom und den Tottenham Hotspurs hatte bei Kettering Town im Oktober seinen ersten Trainerjob übernommen und in sechs Partien lediglich zwei Siege gefeiert. Gascoignes Kaufangebot wurde von Ladak umgehend zurückgewiesen: "Ich würde den Verein niemals verkaufen. Noch nicht einmal für 100 Millionen Pfund an Roman Abramowitsch", so Ladak.



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