Gewaltausbruch in Ägypten Fans und Sicherheitsbeamte tragen die Schuld

Erwartungsgemäß hat eine Untersuchung ergeben, dass Fans und Sicherheitsbeamte die Schuld an den blutigen Ausschreitungen in Port Said tragen. Demnach wurden die Zuschauer von Anstiftern für deren politische Ziele missbraucht. Bei den Gewaltausbrüchen starben über 70 Menschen.

REUTERS

Hamburg - Sowohl die Fans beider Clubs als auch die untätig gebliebenen Sicherheitsbeamten tragen die Schuld an den blutigen Ausschreitungen in Port Said am 1. Februar. Zu diesem Ergebnnis kam eine von der ägyptischen Regierung in Auftrag gegebene Untersuchung, die am Sonntag veröffentlicht wurde. Bei den Gewaltausbrüchen waren 74 Menschen getötet worden.

Nach der Begegnung zwischen Al-Masri und Al-Ahly Kairo (3:1) waren Hunderte Anhänger der Gastgeber auf den Platz gestürmt. Bei den anschließenden Tumulten wurden über tausend Personen verletzt. In den Tagen nach der Katastrophe hatte es im Lande zahlreiche Protestaktionen gegeben, bei denen weitere 16 Menschen ums Leben kamen.

Wie Parlamentsmitglied Ashraf Thabet, der die Untersuchung leitete, mitteilte, hätten Anstifter die Schlägergruppen und Ultras für ihre politischen Ziele missbraucht. Namen der Verantwortlichen würden später genannt. Auch sei es laut Thabet ein Fehler gewesen, die Fans vor dem Betreten des Stadions nicht kontrolliert zu haben. "Die Sicherheitsbeamten haben das Massaker damit ermöglicht", so der Politiker. Die Sicherheitskräfte hätten es zudem versäumt, sich auf mögliche Krawalle einzustellen und den Massenansturm auf den Rasen zu verhindern.

Nach den Krawallen von Port Said war die gesamte Spitze des ägyptischen Fußballverbandes Efa auf Geheiß der Regierung entlassen worden. Der Weltverband Fifa hatte diese Einmischung der Politik abgelehnt, die Spitzenfunktionäre waren später jedoch selbst zurückgetreten.

leh/sid



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