In Katar festgehalten Spielergewerkschaft will sich für Belounis einsetzen

Der französische Fußball-Profi Zahir Belounis sitzt in Katar fest. Sein Verein lässt ihn auch nach einer gerichtlichen Auseinandersetzung nicht ausreisen. Nun will sich die internationale Spielergewerkschaft Fifpro einschalten.
Fußballer Belounis: Fifpro-Delegation reist nach Katar

Fußballer Belounis: Fifpro-Delegation reist nach Katar

Foto: Human Rights Watch

Hamburg - Der in Katar festgehaltene französische Fußballer Zahir Belounis darf auf Hilfe aus Europa hoffen. Wie die internationale Spielergewerkschaft Fifpro mitteilte, werde sich eine Delegation auf den Weg in das Emirat machen und Gespräche unter anderem mit den Fußball-Bossen sowie Organisatoren der WM 2022 führen.

Belounis ist Opfer des sogenannten Kafala-Systems. Als Bürge hat Belounis' Verein bei dessen Einreise den Pass bis zum Vertragsende eingezogen. Nach einer gerichtlichen Auseinandersetzung wegen ausstehender Gehaltszahlungen gibt der Verein nun die für eine Ausreise nötigen Papiere nicht mehr heraus.

Die Sensibilisierung zur Einhaltung der Menschenrechte sowie Gespräche über die Abschaffung des Kafala-Systems stehen nach Angaben von Fifpro ganz oben auf der Agenda für die Gespräche in Katar. Ein Treffen mit Belounis selbst soll ebenfalls geplant sein.

Der Spieler hat sich in der Vergangenheit immer wieder zu seiner Situation geäußert. "Freunde aus Frankreich überweisen mir Geld, damit wir über die Runden kommen. Meine Ersparnisse sind in fünf, sechs Monaten aufgebraucht. Keine Ahnung, wie es dann weitergehen soll. Ich bin kein berühmter Spieler, ich bin nicht reich", sagte Belounis im Oktober dem SPIEGEL .

Kürzlich hatte er in einem offenen Brief an Zinedine Zidane und Bayern-Trainer Josep Guardiola appelliert, ihren Einfluss zu nutzen, um auf die Situation von Spielern in seiner Situation hinzuweisen. Laut Human Rights Watch sitzen sieben Europäer und Amerikaner gegen ihren Willen in Katar fest.

Sowohl der ehemalige Weltmeister Zidane als auch der heutige Bayern-Trainer Guardiola hatten die letztlich erfolgreiche Kandidatur des Emirats für die Fußball-Weltmeisterschaft 2022 unterstützt.

buc/sid
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