Gladbachs Remis gegen Bayern "Wir sind die zweitbeste Mannschaft"

Endlich ein Gegner für die Bayern! Borussia Mönchengladbach hatte den Tabellenführer am Rande einer Niederlage, es war ein begeisterndes 0:0. Trainer Lucien Favre bleibt bescheiden, doch seine Spieler sind selbstbewusst.

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Aus Mönchengladbach berichtet


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Christoph Kramer ist ein Freund klarer Worte. Drum sagte der Gladbacher nach dem 0:0, das seine Mannschaft gerade dem FC Bayern München abgetrotzt hatte, einen Satz, der eigentlich auf dem Index steht am Niederrhein.

"Nach neun Spieltagen lügt die Tabelle nicht. Wir sind die zweitbeste Mannschaft in Deutschland", verkündete der Weltmeister feierlich. Und tatsächlich hatte er an diesem Fußballabend ein paar Argumente für diese These, die über das bloße Zahlenwerk hinausgehen.

Borussia Mönchengladbach hatte den zuletzt geradezu entrückt wirkenden Rekordmeister näher an den Rand einer Niederlage gedrängt als alle anderen Teams im bisherigen Saisonverlauf. "Hätte Bayern nicht Manuel Neuer im Tor gehabt, hätten sie ein oder zwei schlucken müssen", meinte Kramer. Und der überragende Münchner Torhüter ergänzte durchaus selbstkritisch: "Wir haben keine klaren Möglichkeiten gehabt, deswegen geht das 0:0 in Ordnung."

Dieser Satz entsprach der Konsensmeinung am Ende eines mitreißenden Fußballspiels voller Intensität, Finesse, Strategie und individueller Qualität. Die Bayern hatten besonders in der ersten Halbzeit deutlich mehr Spielanteile, in den ersten 20 Minuten schnürten sie die Borussia mit ihrer Dominanz am eigenen Strafraum ein, die Münchner hatten in dieser Phase 83 Prozent Ballbesitz.

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Bundesligaspitzenspiel: Bayern bestimmend, Gladbach gefährlich
Keine Räume für die Münchner Individualisten

Dafür erkonterte sich Gladbach die gefährlicheren Torszenen, und deshalb lag Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge richtig, als er sagte: "Dieses intensive Spiel hat keinen Verlierer verdient." Am Ende feierte das Publikum beide Teams für dieses große Match, das neben der Punkteteilung einige interessante Erkenntnisse hervorgebracht hatte.

Es lieferte eine mögliche Strategie, wie die zuletzt so unnahbar wirkenden Bayern zu schlagen sein könnten. "Wir haben sehr intelligent verteidigt", meinte Trainer Lucien Favre und lobte, wie seine Spieler die Münchner Individualisten immer wieder geschickt zu zweit angegriffen und so die Räume verengt hatten. In der Nähe ihres eigenen Tores ließen die Gladbacher den Bayern weder für deren gefürchtetes Passpiel noch für Dribblings Räume.

Vielleicht wäre der verletzt in München gebliebene Arjen Robben (irritierter Nerv im Oberschenkel) in der Lage gewesen, dieses Abwehrdickicht auszuhebeln. Jedenfalls fanden Mario Götze, Thomas Müller und Robert Lewandowski ebensowenig Lücken, wie der am Ende eingewechselte Franck Ribéry.

Atemberaubende Gladbacher Konter

Aus der defensiven Grundhaltung heraus haben die Gladbacher atemberaubend gut gekontert. Max Kruse (33. Minute), André Hahn (52.), Patrick Herrmann (58.) und Raffael (67.) hatten wunderbare Möglichkeiten, die sie im Prinzip auch gut zu Ende spielten. Aber sie alle scheiterten am fantastisch haltenden Manuel Neuer im Tor der Bayern.

"Es ist eben schwierig, den FC Bayern dort oben weg zu stoßen", meinte Münchens Kapitän Philipp Lahm, dessen Mannschaft sich nach einem Schuss von David Alaba, den Gladbachs Torhüter Yann Sommer an den Pfosten lenkte (9.), keine weiter klare Torgelegenheit mehr erspielte.

Die Bayern haben also ihren Vorsprung verteidigt, aber sie sind eben auch nicht weiter enteilt. Und sie haben jetzt nicht nur die Borussia im Nacken, sondern auch Wolfsburg, Hoffenheim und Leverkusen. Und dennoch redete der alte Skeptiker Favre auch an diesem Abend davon, dass er sich mit seinem Team immer noch in einer Phase des "Aufbaus" befinde, was nach dem beeindruckenden bisherigen Saisonverlauf ein wenig befremdlich erscheint.

Zumal im Moment kein anderer Trainer perfekterer Bedingungen vorfindet als der Schweizer. Seit über zwei Jahren hat Favre keinen wichtigen Feldspieler verloren, das Team wurde planvoll verstärkt, "die Mischung im Kader stimmt", wie er selbst zuletzt immer wieder sagte. Zudem hat er das Glück, dass trotz der Dreifachbelastung mit Europa League, DFB-Pokal und Bundesliga keiner seiner Spieler verletzt ist. Es spricht also einiges dafür, dass Christoph Kramer nicht ganz falsch liegt mit seiner These von der zweitbesten Mannschaft der Liga.

insgesamt 79 Beiträge
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sumfuiesse 27.10.2014
1. Elfmeter
Gladbach hätte den Sieg mehr als verdient gehabt. In diesem Artikel wird von einem gerechten 0:0 geschrieben. Wo wird der nicht gegebene 100% für Gladbach erwähnt? Fußballmafia DFB eben... Die Medien hinterfragen und/oder kritisieren das natürlich nicht. Warum auch, die Fans dieses Verbrechervereins sind unfähig, etwas objektiv zu bewerten, deswegen werden einem Hoeneß oder Breno auch die Füße geküsst.
ludna 27.10.2014
2. Kramer, Raffael, Kruse, Hahn
werden dann spätestens in 2 Jahren bei den Bayern spielen, bzw. auf der Bank sitzen.
Wunderläufer 27.10.2014
3. Momentaufnahme
Schönes Spiel; ich hätte Gladbach den Sieg gegönnt. Dennoch: es ist ein Momentaufnahme, die Durststrecke folgt bestimmt. Es wäre eine Klasse Leistung, wenn die Mannschaft unter die ersten 6 am Schluss kommt. Favre: 1. Musste keinen wichtigen Spieler abgeben 2. Konnte die Mannschaft nach seiner Vorstellung aufbauen 3. Hat eine eigene Spielphilosophie 4. Die Mannschaft setzt seine Vorgaben hervorragend um 5. Der Trainer hat anscheinend ein ruhiges Umfeld, das nicht unnötig Erfolgsdruck aufbaut
theinvisibleone 27.10.2014
4. So ein Müll
Die Bayern hatten keine klaren Tormöglichkeiten außer in der 9. Minute? Was war mit dem abgefälschten Schuss von Lewandowski oder der Schlusschance von Pizarro?? Hauptsache irgendeinen Müll zusammengehunzt.
BlakesWort 27.10.2014
5.
Tolles Spiel! Lucien Favre zeigt Europa, wie man die Bayern schlagen könnte und es bleibt zumindest für den deutschen Fußball die berechtigte Hoffnung, dass Guardiola aus diesem Spiel seine Schlüsse zieht. Die Nebenbemerkung sollte erlaubt sein. Dortmund wird gegen die nächsten beiden Gegner FCB und BMG kein Land sehen, wenn Klopp keine Sicherheit in den geschwächten und abschlussschwachen Kader bringt.
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