Bundesliga Defensivschwache Gladbacher verlieren auch gegen den HSV

Viertes Spiel, vierte Niederlage: Borussia Mönchengladbach findet in der Bundesliga nicht in die Spur. Gegen den HSV wirkte das Favre-Team in der Defensive erneut anfällig. Kapitän Stranzl feierte sein Comeback - und droht lange auszufallen.

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Acht Gegentore hatte Borussia Mönchengladbach in den ersten drei Spielen der Bundesliga-Saison kassiert, nur zwei weniger als in der kompletten Rückrunde der vergangenen Spielzeit. Doch mit der Rückkehr von Abwehrchef Martin Stranzl nach einer fünfmonatigen Verletzungspause sollte endlich Ordnung in die Gladbacher Defensive einkehren.

Aber daraus wurde nichts, auch das Comeback des Kapitäns konnte eine erneute Pleite nicht verhindern: Im vierten Spiel der Saison kassierten die Gladbacher wieder viele Gegentore: 0:3 (0:2) verlor der Champions-League-Teilnehmer gegen den HSV und steht mit einem Torverhältnis von 2:11 weiterhin auf dem letzten Tabellenplatz.

"Wir spielen viel zu kompliziert. Das ist zu leicht für den Gegner. Ich habe schon vorher gewarnt, dass es eine extrem schwere Saison für uns wird", sagte der Schweizer Trainer Favre: "Wir müssen jetzt Lösungen finden. Aber das wird schwer. Es wird dieses Jahr keine Wunder geben."

Die Hamburger hatten in Gladbach den besseren Start erwischt: In der zweiten Minute nutzte der Neu-Hamburger Aaron Hunt einen Fehler von Roel Brouwers zu einer scharfen Hereingabe, die Stranzl fast ins eigene Tor gelenkt hätte.

Die Unsicherheiten in Gladbachs Reihen gingen weiter: Mittelfeldspieler Tony Jantschke spielte einen schwachen Rückpass auf Keeper Yann Sommer, HSV-Angreifer Pierre-Michel Lasogga fing den Ball ab und konnte aus wenigen Metern zur Führung treffen (11. Minute).

Stranzl mit Verdacht auf Jochbeinbruch ausgewechselt

Kurz vor der Pause dann der nächste Rückschlag für die Gastgeber: Nach einem scharf getretenen Eckball von Ivo Ilicevic setzte sich erneut Lasogga wuchtig gegen gleich drei Gladbacher (Nordtveit, Brouwers und Jantschke) durch - und traf zum 0:2 (44. Minute).

In der zweiten Hälfte wurde es dann tragisch für Gladbach. Gerade, als das Team von Lucien Favre etwas Druck entwickelte und durch André Hahn auch eine Chance zum Anschlusstor hatte, traf erneut der HSV. Einen langen Abstoß von HSV-Keeper Jaroslav Drobny lupfte Nicolai Müller über den herannahenden Gladbacher Torhüter Sommer ins Tor - die Entscheidung.

Für die Borussia und Trainer Favre geht damit die Suche nach der defensiven Stabilität weiter. Der nächste Härtetest steigt am kommenden Dienstag in Spanien, wenn Gladbach zum Champions-League-Auftakt auf den FC Sevilla trifft (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE).

Gladbach-Kapitän Stranzl wird dann wohl nicht dabei sein, für den Rückkehrer endete der Abend zu allem Überfluss im Krankenhaus: Er hatte bei einem Kopfballduell den Arm von Teamkollege Nordtveit an die Schläfe bekommen und wurde blutend ausgewechselt. Die erste Diagnose: Verdacht auf Fraktur der Augenhöhle, ein mehrwöchiger Ausfall droht.

Borussia Mönchengladbach - Hamburger SV 0:3 (0:2)
0:1 Lasogga (11.)
0:2 Lasogga (44.)
0:3 Nicolai Müller (52.)
Mönchengladbach: Sommer - Korb, Stranzl (65. Dahoud), Brouwers (55. Drmic), Wendt - Nordtveit, Jantschke - Stindl (55. Traore), Hazard - Hahn, Raffael
Hamburg: Drobny - Diekmeier, Djourou (88. Cleber), Kacar, Ostrzolek - Ekdal, Holtby - Nicolai Müller (83. Gregoritsch), Hunt (81. Diaz), Ilicevic - Lasogga
Schiedsrichter: Tobias Welz
Zuschauer: 54.010 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Jantschke, Dahoud - Ekdal (2)

bka



insgesamt 42 Beiträge
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Seite 1
Freidenker10 11.09.2015
1.
Was ist den blos mit Gladbach los? Haben die das BVB Syndrom? Ich hatte auf einen erfolgreicheren Saisonstart gehofft, da mir die Gladbacher, selbst als neutralem Fan, sehr gut gefallen haben!! Schade! Hoffentlich bleiben sie in dieser Situation ruhig, dann wirds auch bald wieder!
dr.könig 11.09.2015
2. Gladbach für den HSV ein Aufbaugegner ! ?
Der Hamburger Sportverein lebt. Gutes Spiel, verdienter Auswärtserfolg. Ich empfehle Gladbach einen sofortigen Trainerwechsel. Klopp ist frei.
leja1900 11.09.2015
3. zu viele abgänge
leider sind zu viele gute Spieler in den letzten jahren weggekauft worden. Dortmund (reus), Barcelona (ter Stegen) und Wolfsburg (Kruse) haben es jetzt leider erstmal geschafft. bisher konnten die Abgänge immer aufgefangen werden, was wohl dieses Jahr mal nicht funktioniert. durchhalten und das beste aus der Situation machen.
#hotteffm 11.09.2015
4. der kommende Absteiger
Meine Herren, was ist das für eine schwache Mannschaft. Jedenfalls wissen wir jetzt schon, wer der erste Absteiger ist... Eberl und Favre müssen weg. Da muss einfach neuer Schwung her, sonst wird das nix mehr. Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende!
LPS333 11.09.2015
5.
Komme grade aus dem Stadion nach hause und kann nur eins schreiben: Verdiente Niederlage, so steigen die Fohlen ab. Und der HSV sollte dieses Jahr mal nichts mit der Relegation zu tun haben, so spielt kein Absteiger.
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