Nach 70 Jahren in der ersten Liga Grasshopper Zürich nach Spielabbruch abgestiegen

Am Ende mussten die Spieler sogar ihre Trikots abgeben: Beim Abstieg der Grasshopper Zürich haben die Fans für einen Spielabbruch gesorgt. Es war nicht das erste Mal.

Die Grasshopper-Spieler gaben ihre Trikots in der Kurve ab
Ennio Leanza / DPA

Die Grasshopper-Spieler gaben ihre Trikots in der Kurve ab


Nach dem zweiten Spielabbruch der Saison ist der Schweizer Fußball-Rekordmeister Grasshopper Zürich erstmals seit 70 Jahren aus der ersten Liga abgestiegen. Die Begegnung des 27-maligen Meisters beim FC Luzern musste beim Stand von 4:0 für die Gastgeber in der zweiten Halbzeit gestoppt werden.

Anhänger der Grasshopper hatten nach dem vierten Gegentor ihren Block verlassen, sich am Spielfeldrand versammelt und offenbar gefordert, dass die Spieler ihnen ihre Trikots und Hosen aushändigen. Eine sichere Fortführung der Partie sei daher nicht mehr gewährleistet gewesen, urteilte der Schiedsrichter.

Zwar hat sich die Super League noch nicht offiziell geäußert. Höchstwahrscheinlich wird das abgebrochene Spiel aber mit einer Niederlage für die Grasshopper gewertet, die damit drei Spieltage vor Saisonende sicher abgestiegen wären. Die SFL will in den kommenden Tagen über das weitere Vorgehen informieren. Bereits im März war eine Begegnung der Züricher beim FC Sion wegen des Abbrennens von Pyrotechnik abgebrochen worden. Das Spiel wurde mit 0:3 gegen Zürich gewertet.

Zürich-Spieler händigten Fans ihre Trikots aus

Als "beschämend und inakzeptabel" verurteilte der Klub die Vorkommnisse in einem Statement. "Der Grasshopper Club Zürich hat Verständnis für die Frustration über die sportlichen Leistungen der Mannschaft", hieß es dort weiter: "Gewalttaten und Unsportlichkeiten, welche zu einem Spielabbruch führen, verurteilt der Club ein weiteres Mal aufs Schärfste."

Dass die Spieler ihre Trikots tatsächlich den Fans aushändigten, bestätigte der Verein. "Weil die Situation zu eskalieren drohte, haben wir in Absprache mit den Sicherheitskräften entschieden, der Kurve die Trikots zu übergeben", hieß es in der Mitteilung: "Die Sicherheit der Spieler und jene der friedlichen Fans im Stadion ist das für uns wichtigste Gut. Die Entscheidung bedeutet nicht, dass wir damit das unsportliche und menschlich fragwürdige Verhalten gutheißen."

ptz/sid

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RedEric 12.05.2019
1. Ausziehen?
"Weil die Situation zu eskalieren drohte, haben wir in Absprache mit den Sicherheitskräften entschieden, der Kurve die Trikots zu übergeben" Der Verein verlangen etwas ungesetzliches und entwürdigendes! Sorry, das geht gar nicht. Weder von den Fans noch vom Verein. Das rechtfertigt sogar eine sofortige Kündigung und Schadensersatzforderungen.
arte-fakt 13.05.2019
2. Keine Fans!
Der damalige Sportvorstand Bader hatte Ähnliches mal in Nürnberg angeordnet, ohne, dass die Situation auch nur annähernd so dramatisch gewesen wäre. Letztlich einer seiner Sargnägel, ehe er das mit dem Raststätten-Stopp noch toppte. Man darf gespannt sein, ob es den Vereinen gelingt, den Geist, den sie mit dem jahrelangen Hofieren von Ultra-Gruppen aus der Flasche ließen, wieder einzufangen.
rösti 13.05.2019
3. Stop
Diese "Leute" haben in einem Fussballstadion nichts verloren, auch bei uns in der Bundesliga! Die Vereine hofieren diese Leute noch, gestern in Frankfurt wurde soviel Chemie durch diesen gefärbten Rauch freigesetzt ...und niemand greift ein und werden noch Ermutigt durch ihren Präsidenten mit Sätzen morgen muss das Stadion brennen , ist zwar anders gemeint aber bei einigen Flachköpfen nicht verstanden worden! Die meisten Fans in der Kurve sind Klasse,, aber Sie dulden diese Chaoten in ihrem Block, was ich nicht verstehen kann. Die Vereine müssen jetzt aufpassen sonst haben wir bald die gesteuerten Neo-Nazi Chaoten im Stadion und das will kein anständiger Fan in seinem Verein sehen!
bumpes 13.05.2019
4. Also wenn Sie schon Frakfurt als Beispiel bringen
Zitat von röstiDiese "Leute" haben in einem Fussballstadion nichts verloren, auch bei uns in der Bundesliga! Die Vereine hofieren diese Leute noch, gestern in Frankfurt wurde soviel Chemie durch diesen gefärbten Rauch freigesetzt ...und niemand greift ein und werden noch Ermutigt durch ihren Präsidenten mit Sätzen morgen muss das Stadion brennen , ist zwar anders gemeint aber bei einigen Flachköpfen nicht verstanden worden! Die meisten Fans in der Kurve sind Klasse,, aber Sie dulden diese Chaoten in ihrem Block, was ich nicht verstehen kann. Die Vereine müssen jetzt aufpassen sonst haben wir bald die gesteuerten Neo-Nazi Chaoten im Stadion und das will kein anständiger Fan in seinem Verein sehen!
sollten sie nicht gleichzeitig vor Neo-Nazis warnen. Da sind Sie bei der Eintracht nämlich an der falschen Adresse. Frag nach bei der AfD :o))
rösti 13.05.2019
5. So
Zitat von bumpessollten sie nicht gleichzeitig vor Neo-Nazis warnen. Da sind Sie bei der Eintracht nämlich an der falschen Adresse. Frag nach bei der AfD :o))
Ich habe gewarnt vor Neo- Nazis im allgemeinen, weil der Rädelsführer von Zürich ein bekannter Neo- Nazi ist!! Wenn Frankfurt keine hat, ist das Prima, da kann man nur sagen weiter so, aber ohne Chemie Wolken.....Danke
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