Gruppe A Ecuador schießt sich und Deutschland ins Achtelfinale

Mit ihrem zweiten Erfolg im zweiten Spiel hat sich Ecuador für das WM-Achtelfinale qualifiziert. Die laufstarke Mannschaft von Luis Fernado Suarez besiegte Costa Rica deutlich. Für die Mittelamerikaner ist das Turnier damit beendet. Dem deutschen Team hilft dieses Ergebnis.


Hamburg - Ecuador hat sich und Gastgeber Deutschland den vorzeitigen Einzug ins Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft beschert. Einen Tag nach dem 1:0-Erfolg der DFB-Auswahl gegen Polen besiegten die Südamerikaner im Duell der deutschen Gruppengegner in Hamburg Costa Rica mit 3:0 (1:0).

Die Südamerikaner schafften damit erstmals den Sprung unter die letzten 16 bei einer WM-Endrunde, während Costa Rica und Polen bereits vor den abschließenden Vorrundenspielen am kommenden Dienstag gescheitert sind.

Zwischen Deutschland und dem neuen Spitzenreiter Ecuador kommt es nun in Berlin zum Endspiel um den Sieg in der Gruppe A. Beide Teams sind nach zwei Siegen und sechs Punkten in den letzten Spielen nicht mehr einzuholen. Sowohl Polen als auch Costa Rica sind noch ohne Punkte und können somit nur noch auf maximal drei Zähler kommen.

Dabei würde Ecuador am kommenden Dienstag gegen Deutschland aufgrund der besseren Tordifferenz bereits ein Unentschieden reichen. Ecuadors Trainer Luis Suarez freut sich auf die Partie gegen den Gastgeber: "Jetzt wollen wir gegen Deutschland Geschichte schreiben. Es wäre ein Wahnsinnserfolg, wenn wir sie besiegen könnten."

Carlos Tenorio (8.), Augustin Delgado (54.), die beide schon beim 2:0-Auftaktsieg gegen Polen in der gleichen Reihenfolge getroffen hatten, und Ivan Kaviedes (90+2) trafen für Ecuador. "Wir sind überglücklich, dass wir uns qualifiziert haben. Wir funktionieren gut als Team, wir kennen uns lange genug und spielen entsprechend", sagte Torschütze Delgado.

Bei seiner insgesamt dritten WM-Teilnahme verspielte der WM-Außenseiter Costa Rica die letzte Chance auf den zweiten Achtelfinal-Einzug nach 1990 und blieb wie vor vier Jahren in Japan und Südkorea auf der Strecke. "Mein Team hat diese beiden Niederlagen so nicht verdient. Wir haben unsere Chancen nicht genutzt, und der Gegner hat dafür kein Erbarmen gezeigt", sagte Trainer Alexander Guimaraes.

Bei angenehmen Temperaturen von 25 Grad Celsius in der ausverkauften Hamburger WM-Arena wurde Costa Rica gleich zu Beginn des Spiels kalt erwischt. Nach einer Flanke des ständig gefährlichen Luis Valencia von der rechten Seite, kam Carlos Tenorio am Fünfmeterraum völlig frei zum Kopfball und ließ sich die Chance nicht entgehen. Auch danach war Ecuador zunächst das bessere Team, ohne die spielerische Überlegenheit jedoch in Torchancen umzumünzen. Erst ein Schuss von Valencia (41.), der von Costa Ricas Kapitän Luis Marin gefährlich abgefälscht wurde, zwang Torwart Jose Porras zu einer reflexartigen Rettungstat.

Die beste Chance für Costa Rica hatte eine Minute später der frühere Karlsruher Zweitligaspieler Douglas Sequeira, der einen Kopfball aus aussichtsreicher Position neben das Tor setzte. Auf der anderen Seite verpasste Delgado in der Nachspielzeit der ersten Hälfte das mögliche 2:0, als er den Ball freistehend aus sechs Metern Entfernung vorbeischoss. Den Schlusspunkt setzte Kaviedes mit einem Kopfball nach einem Konter.

Neun Minuten nach dem Seitenwechsel machte es der Stürmer dann besser: Im Strafraum kam er nach einer Kopfballvorlage an den Ball und überwand Porras mit einem Schuss aus spitzem Winkel ins kurze Eck. Costa Ricas Keeper sah dabei alles andere als gut aus. Die beste Möglichkeit zum Anschlusstreffer vergab danach Mauricio Solis, der nach einer schönen Einzelaktion an Ecuadors Schlussmann Cristian Mora scheiterte.

Ecuador - Costa Rica 3:0 (1:0)
1:0 Tenorio (8.)
2:0 Delgado (54.)
3:0 Kaviedes (90.+2)
Ecuador: Mora - De la Cruz, Hurtado, Espinoza (69. Guagua), Reasco - Valencia (73. Urrutia), Castillo, Edwin Tenorio, Mendéz - Carlos Tenorio (46. Kaviedes), Delgado
Costa Rica: Porras - Sequeira, Marín, Umaña - Wallace, Solís, Fonseca (29. Saborio), González (56. Hernández) - Centeno (84. Bernard), Gómez - Wanchope
Schiedsrichter: Codjia (Benin)
Zuschauer: 50 000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Castillo, De la Cruz, Mora / Marín, Solís

fpf/dpa/sid

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