Gruppe D Griechenland verliert zum dritten Mal

Gegensätze: Die Mannschaft von Trainer Otto Rehhagel holte auch in ihrem letzten EM-Spiel keinen Punkt. Den nicht in Bestbesetzung angetretenen Spaniern gelang dagegen im dritten Vorrundenspiel der dritte Sieg. Treffer von de la Red und Güiza entschieden die Partie.


Hamburg - Auch Stürmer Angelos Charisteas hat Trainer Otto Rehhagel und dem entthronten Titelverteidiger Griechenland keinen versöhnlichen EM-Abschied bescheren können. Dem Angreifer vom 1. FC Nürnberg gelang zwar der erste griechische Treffer, aber auch er konnte die 1:2 (1:0)-Niederlage gegen Titelanwärter Spanien im sportlich bedeutungslosen letzten Spiel der Gruppe D in Salzburg nicht verhindern.

Das Siegtor für die mit einer B-Mannschaft angetretenen Spanier erzielte Torjäger Daniel Güiza in der 88. Minute. Den Ausgleich für die zweite Garde der schon zuvor für das Viertelfinale qualifizierten Spanier erzielte Mittelfeldspieler Ruben de la Red (61.). Den Griechen blieb nach dem Führungstor durch Charisteas in der 42. Minute die Blamage erspart, nach dem 0:2 gegen Schweden und dem 0:1 gegen Russland als erster Titelverteidiger bei einer EM ohne Tor die Heimreise antreten zu müssen. "Wir haben nicht das nötige Glück gehabt. Die Spanier waren leichtfüßiger. Wir wollten uns anständig verabschieden, das ist uns gelungen", sagte Rehhagel nach dem Spiel.

Seine Mannschaft blieb aber ohne Punktgewinn und verabschiedete sich als schlechtester Titelverteidiger in der EM-Geschichte. "König Otto" hatte für den letzten Auftritt der Griechen sein Team im Vergleich zum 0:1 gegen Russland auf vier Positionen verändert. Verzichten musste Rehhagel unter anderem auf den verletzten Leverkusener Theofanis Gekas (Jochbeinbruch). Zum 90. und letzten Mal stand bei den Griechen der 37-jährige Antonis Nikopolidis zwischen den Pfosten.

Spaniens Trainer Luis Aragonés hatte sein Team dagegen gleich auf zehn Positionen umgestellt. Nur Mittelfeldmann Andres Iniesta vom FC Barcelona war aus der ersten Garnitur übriggeblieben und verstärkte 58 Minuten lang das B-Team. Seine übrigen Stars schonte Aragonés für das Viertelfinale gegen Weltmeister Italien am Sonntag (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) im Wiener Ernst-Happel-Stadion.

Schon nach 70 Sekunden hatten die spanischen Reservisten die erste Torgelegenheit, doch de la Red traf freistehend den Ball nicht richtig. Danach überließen die Spanier den Griechen freiwillig das Kommando, was diese aber zunächst nicht zu nutzen wussten. In der 23. Minute wäre Spanien dennoch fast in Führung gegangen, als der für Liverpool spielende Xabi Alonso versuchte, Nikopolidis mit einem Heber aus der eigenen Hälfte zu überlisten, dabei das Tor aber knapp verfehlte. Der griechische Keeper prallte beim vergeblichen Rettungsversuch gegen den Pfosten, konnte nach kurzer Behandlung aber weiterspielen.

In der 42. Minute gingen die Griechen, die deutlich engagierter als die Spanier agierten, etwas überraschend in Führung. Eine Flanke von Georgios Karagounis verwertete Charisteas per Kopf. Nach dem Seitenwechsel war es wieder Alonso, der für den ersten Knalleffekt sorgte. Ein 25-Meter-Schuss des Mittelfeldmannes, der die Kapitänsbinde trug und auffälligster Spanier war, klatschte an den Innenpfosten (54.).

Der Ausgleich fiel fünf Minuten später, als de la Red nach einer Flanke von Stürmer Sergio Garcia mit einer Direktabnahme traf. Pech hatte drei Minuten später der stärkste Grieche Charisteas, der aus spitzem Winkel nur den Außenpfosten traf. Spaniens Trainer Aragonés sagte nach dem Spiel: "Vor der Pause war es nicht so gut. Aber in der zweiten Halbzeit haben wir sehr gut und intelligent gespielt. Wir haben bei der WM 2006 sehr viel gelernt. Jetzt wissen wir, wie es in so einem Turnier läuft. Aber natürlich ist Italien im Viertelfinale ein sehr schwerer Gegner."

jar/sid



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