Gruppe G Schweiz erkämpft Remis gegen Frankreich

WM-Mitfavorit Frankreich muss sich zum Auftakt mit einem Punkt zufrieden geben. Gegen defensiv starke Schweizer wurde das Team um Zinedine Zidane zu selten gefährlich. Die besseren Chancen hatte der Außenseiter.


Stuttgart - Vier Jahre nach dem Vorrundenaus bei der WM in Japan und Südkorea hat Frankreich  im ersten Spiel nur knapp eine Blamage verhindert. Die als Mitfavorit ins Turnier gestartenen Franzosen kamen gegen die Schweiz nicht über ein 0:0 hinaus und stehen bereits im zweiten Spiel der Gruppe G gegen Südkorea am 18. Juni in Leipzig unter Zugzwang.

Außerdem ist Frankreich jetzt seit 360 WM-Minuten ohne Torerfolg. Vor 52.000 Zuschauern im offiziell ausverkauften Gottlieb-Daimler-Stadion bauten die Franzosen nach ordentlichen Beginn immer mehr ab.

Motiviert ging der Titelträger von 1998 in das erste WM-Duell gegen die mit sechs Bundesligaprofis angetretenen Schweizer und erarbeitete sich schnell ein deutliches Übergewicht. Vor allen Dingen der Schachzug des französischen Trainers Raymond Domenech, Spielmacher Zidane und seinen legitimen Nachfolger Franck Ribery gemeinsam auflaufen zu lassen, schien sich schnell auszuzahlen. Der Altmeister und sein Lehrling waren zumindest in der ersten Halbzeit Dreh- und Angelpunkt des Mitfavoriten.

In seinem erst vierten Länderspiel wirbelte vor allen Dingen der 23-jährige Ribery (Olympique Marseille) die Abwehr der Eidgenossen um den Dortmunder Legionär Philipp Degen immer wieder durcheinander und wurde von den rund 6000 französischen Fans schon früh mit Sprechchören gefeiert. Nicht zuletzt, weil die Schweizer bei ihrer achten WM-Teilnahme trotz großer Ambitionen zunächst nicht ins Spiel fanden und jegliche Kombinationssicherheit vermissen ließen.

In der 70. Minute wurde Ribery körperlich ausgelaugt ausgewechselt. Die "Equipe tricolore", die in der WM-Qualifikation gegen die Schweizer nur zu zwei Unentschieden gekommen war (1:1/0:0), ließ insgesamt die Gefährlichkeit vor dem Tor des Keepers Pascal Zuberbühler vermissen. Obwohl Stürmerstar Thierry Henry das direkte Duell gegen Philippe Senderos dominierte, blieb der 28-Jährige zunächst glücklos und scheiterte unter anderem in der 6. Minute mit einem Kopfball.

Mehr Glück hatten die Franzosen, als Tranquillo Barnetta mit einem Freistoß aus 25 Metern nur den Pfosten traf und Stürmer Alexander Frei  den Abpraller nur um Zentimeter verpasste (24.). Das Team von Trainer Jakob Kuhn, das zuletzt 1994 ein WM-Spiel gewonnen hatte (4:1 gegen Rumänien), lieferte dem Europameister von 2000 nach dem Wechsel einen offenen Schlagabtausch und hatte gleich zweimal die Führung auf dem Fuß. Doch zunächst scheiterte Barnetta (61.) mit einem Schuss, nur vier Minuten später köpfte der eingewechselte Daniel Gygax Frankeichs Keeper Fabien Barthez an.

Überschattet wurde das Spiel von einem Todesfall. Ein 49-jähriger Franzose hatte bereits mehrere Stunden vor dem Spiel auf einem Parkplatz vor dem Stadion einen Herzstillstand erlitten.

Frankreich - Schweiz 0:0

Frankreich: Barthez - Sagnol, Thuram, Gallas, Abidal - Vieira, Makelele - Wiltord (84. Dhorasoo), Zidane, Ribéry (70. Saha) - Henry
Schweiz: Zuberbühler - Philipp Degen, Müller (75. Djourou), Senderos, Magnin - Vogel - Barnetta, Cabanas, Wicky (82. Margairaz) - Streller (57. Gygax), Frei
Schiedsrichter: Iwanow (Russland)
Zuschauer: 52 000 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Zidane, Abidal, Sagnol / Magnin, Cabanas, Streller, Philipp Degen, Frei fpf/sid



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