Haching - 1860 Befreiungsschlag im Sportpark

Die SpVgg Unterhaching hat sich mit dem dritten Sieg im vierten Münchner Derby wieder Hoffnung im Kampf gegen den Abstieg verschafft.


Ängstliche Löwen: Erik Mykland (r.) zieht vor dem Flankenschlag von Hachings Markus Zimmermann zurück
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Ängstliche Löwen: Erik Mykland (r.) zieht vor dem Flankenschlag von Hachings Markus Zimmermann zurück

Unterhaching - Der SpVgg Unterhaching ist im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga ein Befreiungsschlag geglückt. Die Mannschaft von Lorenz-Günther Köstner kam im Derby gegen 1860 München dank eines Treffers von Miroslav Spizak in letzter Minute zu einem 3:2 (2:1)-Sieg und feierte den ersten Sieg seit sieben Spielen. Mit nunmehr 34 Zählern schaffte die SpVgg den Sprung aus den Abstiegsrängen, hat jedoch in den Begegnungen in Bremen, gegen Dortmund und am letzten Spieltag in Schalke ein ganz schweres Restprogramm vor sich.

Spizak trifft kurz vor Schluss


Alexander Strehmel (5.) und Altin Rraklli (34.) hatten die Gastgeber mit 2:0 in Führung gebracht. Thomas Häßler (40.) und Roman Tyce (66.) sorgten jedoch für den zwischenzeitlich verdienten Gleichstand. Doch eine Minute vor dem Ende machte Spizak den ersten Hachinger Sieg seit dem 3. März (2:1 gegen Bochum) perfekt. "So ein Spiel geht an die Nerven. Das war ein glücklicher, aber irgendwie doch verdienter Sieg", meinte Hachings Kapitän Matthias Zimmermann. Trainer Lorenz-Günther Köstner war natürlich zufrieden: "Es spricht aber für unsere Moral, dass wir nach dem 2:2 zurückgeschlagen haben. Das war nicht unverdient. Ich muss der Mannschaft ein Riesenkompliment machen."

Vor 15.300 Zuschauern im ausverkauften Sportpark hatte die Köstner-Elf einen Start nach Maß erwischt. Nach Freistoß des Ex-"Löwen" Martin Cizek kam Strehmel per Kopf zu seinem ersten Saisontor. Markus Beierle stand allerdings viel zu weit von seinem Gegenspieler entfernt. Die frühe Führung brachte jedoch wenig Sicherheit in die Aktionen der Gastgeber, vielmehr war es ein Weckruf für die Gäste. In der zehnten Minute verfehlte Häßler knapp das Ziel. In der zwölften Minute parierte Torwart Gerhard Tremmel einen Schuss von Daniel Bierofka. In die Drangperiode der Münchner fiel jedoch das überraschende 0:2. Vorausgegangen war ein Fehler von Erik Mykland im Mittelfeld und ein Lattenschuss von Andre Breitenreiter. Den Abpraller schob Rraklli ins leere Tor. Per Freistoß schaffte Häßler jedoch noch vor der Pause den Anschluss.

Hachings Schlussoffensive wird belohnt


Nach dem Wechsel bestimmten die Gäste weiter das Geschehen, hatten jedoch Glück, dass Vidar Riseth in der 65. Minute zwei Schüsse von Marco Haber abblockte und Simon Jentzsch glänzend gegen Rraklli reagierte. Fast im Gegenzug traf Tyce mit einem trockenen Schuss aus 18 Metern. Danach setzte Haching alles auf eine Karte und wurde durch den Siegtreffer belohnt. 1860-Trainer Werner Lorant schimpfte: "Ich verstehe nicht, warum bei uns nach dem 2:2 die Luft wieder heraus war. So verlieren wir ein Spiel, das wir nie hätten verlieren dürfen."


SpVgg Unterhaching - 1860 München 3:2 (2:1)
1:0 Strehmel (5.)
2:0 Rraklli (34.)
2:1 Häßler (40.)
2:2 Tyce (66.)
3:2 Spizak (89.)
Unterhaching: Tremmel - Strehmel - Seifert, Herzog - Haber, Oberleitner (46. Schwarz), Zimmermann, Cizek (79. Ahanfouf), Spizak - Breitenreiter (67. Grassow), Rraklli
1860 München: Jentzsch - Kurz, Riseth, Hoffmann - Borimirow (65. Agostino), Mykland (71. Tapalovic), Tyce, Bierofka - Häßler (83. Ehlers) - Beierle, Schroth
Schiedsrichter: Aust (Köln)
Zuschauer: 15.300 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Ahanfouf (4) - Borimirow (5/2), Mykland (4), Riseth (3)



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